Sondernau

Bei der Holunderernte in der Rhön ist Handarbeit gefragt

Eine Arbeit, die Spaß macht: Elias Braune aus Hollstadt (links) und Maximilian Klüber aus Oberelsbach bei der Holunderernte. Mit Scheren, wie sie auch im Weinbau verwendet werden, werden die reifen, tiefschwarzen Früchte abgeschnitten.
Foto: Marc Huter | Eine Arbeit, die Spaß macht: Elias Braune aus Hollstadt (links) und Maximilian Klüber aus Oberelsbach bei der Holunderernte.

Die Beeren sind tiefschwarz, die Stiele der Dolden rot. Das sind Zeichen, dass der Holunder reif ist. In der Rhön ist in diesen Tagen Holunderernte. Am Ortseingang von Sondernau sind auf den Feldern des landwirtschaftlichen Bio-Betriebs Klaus Pörtner aus Oberelsbach viele fleißige Hände damit beschäftigt, mit Scheren, wie sie auch im Weinbau verwendet werden, die tiefschwarzen Früchte abzuschneiden. "Ein Helfer erntet täglich rund 300 Kilogramm Holunder", wie Bio-Landwirt Klaus Pörtner zusammen mit Christopher Rockenzahn von Rogge's Bio-Angushof in Wegfurt erklärt.

Die Beeren sind tiefschwarz, die Stiele der Dolden rot. Das sind Zeichen dafür, dass der Holunder reif ist. Gerade ist Haupterntezeit für den Holunder.
Foto: Marc Huter | Die Beeren sind tiefschwarz, die Stiele der Dolden rot. Das sind Zeichen dafür, dass der Holunder reif ist. Gerade ist Haupterntezeit für den Holunder.

Der reife Holunder landet nach dem Abschneiden in speziellen Erntekisten, die nicht zu groß und zu voll sein dürfen, damit die empfindlichen Beeren nicht durch ihr Eigengewicht zerdrückt werden. Im Anschluss werden die Beeren direkt zur Kelterei gebracht und dort innerhalb von 24 Stunden weiterverarbeitet. In der Kelterei entsteht aus den Beeren durch Entrappung und Entsaftung der sogenannte Muttersaft. So wird der Rohstoff für die Fruchtsaftherstellung bezeichnet.

In diesem Jahr wohl 30 Prozent weniger Ertrag

In kleineren Mengen gelangt der Muttersaft wieder zurück in die bayerische Rhön nach Ostheim, wo er schließlich zur Öko-Limonade Bionade weiterverarbeitet wird. Sämtlicher Holundersaft von Pörtners Feldern wird über Vertragsanbau regional für die Bionade weiterverarbeitet. Die frühreife Holundersorte Sampo wurde schon Mitte August geerntet. Nun ist die Haupterntezeit der Holundersorte Haschberg.

Die klimatischen Verhältnisse in diesem Jahr haben dem Holunder zugesetzt. "Wir rechnen mit 30 Prozent weniger Ertrag", sagt Rockenzahn. Im Frühjahr habe der Niederschlag gefehlt, was die Rutenneubildung beeinträchtigte. Im Mai kam der Spätfrost. All das führte in diesem Jahr zu einer ungleichmäßigen Abreife der Sträucher, zudem sind die Beeren weniger fruchtig und haben weniger Gewicht. Jeder Holunderstrauch wird zweimal abgeerntet. Während man in den vergangenen Jahren bei der ersten Ernte bis zu 80 Prozent der Sträucher abernten konnte, ist in diesem Jahr beim ersten Durchgang nur rund die Hälfte der Beeren reif.

Kirchessigfliege wird zu einem immer größeren Problem

Ein immer größeres Problem ist auch die Kirchessigfliege, die sich zunehmend verbreitet. Die Weibchen rauhen mit ihren Hinterteilen die Beeren auf, um darin Eier abzulegen. Mit dem Aufrauhen gelangt Luft in die Frucht, was zur Madenbildung führt. Nur mit ökologisch zugelassenem Pflanzenschutz und -stärkungsmitteln kann die Kirschessigfliege bekämpft werden.

Holunderanbau ist sehr aufwendig. Die Ernte der schwarzen Beeren kann nicht mit Maschinen durchgeführt werden, hier ist Handarbeit gefragt. Etwa 35 Erntehelfer aus der ganzen Region sind dieses Jahr im Einsatz. Einer davon ist Elias Braune aus Hollstadt, der heuer das erste Mal zusammen mit seinem Kumpel Maximilian Klüber aus Oberelsbach bei der Ernte dabei ist. "Sinnvolle Arbeit an der frischen Luft bei bestem Wetter, das macht Spaß", strahlt er. Stets sucht Pörtner für die Ernte Helfer, die mit anpacken. Besonders Schüler, Studenten, Hausfrauen und Rentner werden gesucht, um mitzuhelfen, damit der Holunder in kürzester Zeit vom Baum geholt wird. Die Sommerferien, die in diesem Jahr eine Woche früher endeten als normalerweise, führten dazu, dass weniger Schüler als Helfer zur Verfügung standen. Es kann sich auch jetzt noch als Erntehelfer gemeldet werden unter der Tel.: (0176) 97574739. 

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