Ostheim

Das Ostheimer Rathaus soll neu strukturiert und ausgestattet werden

Bald wird vieles anders sein im Ostheimer Rathaus. Unter anderem wird die Raumaufteilung neu strukturiert.
Foto: Marion Eckert | Bald wird vieles anders sein im Ostheimer Rathaus. Unter anderem wird die Raumaufteilung neu strukturiert.

Eine moderne und zukunftsfähige Verwaltung in Zeiten wachsender Aufgaben – das steht im Mittelpunkt bei der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ostheim. Dafür wird auch im kommenden Jahr kräftig investiert, im personellen wie im sächlichen Bereich.

Wie bereits berichtet, übernimmt die VG Ostheim die Aufgaben des Standesamtes der benachbarten VG Fladungen zum 1. Januar 2021. Der Gemeinschaftsvorsitzende, Ostheims Bürgermeister Steffen Malzer, erläuterte bei der VG-Gemeinschaftsversammlung am den dafür notwendigen öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen den beiden Verwaltungseinheiten und erhielt vom Gremium die Zustimmung, diesen zu unterzeichnen.

Neues Raumkonzept im Rathaus

Die Kooperation ergebe Sinn, denn damit könne der Bürgerservice der Verwaltungen vor Ort langfristig und mit hoher Qualität für die Gemeinden Fladungen, Ostheim, Hausen, Nordheim, Sondheim und Willmars erhalten werden, sagte Malzer. Er wies noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass es lediglich um die Übertragung der Standesamtsgeschäfte geht. Das Pass- und Meldewesen sowie die Friedhofsverwaltung verbleiben weiterhin bei den Bürgerämtern der beiden Verwaltungsgemeinschaften.

Im historischen Ostheimer Rathaus steht eine Neustrukturierung und Sanierung der Verwaltungsräume an. Der Stadtrat hat dies vor wenigen Tagen beschlossen. Die Planungen sehen auch ein neues Raumkonzept vor, das Malzer vorstellte. So wird der Ostheimer Bürgermeister in die bisherigen Räumlichkeiten des Bauamtes umziehen, das Bürgermeister-Vorzimmer und das Einwohnermeldeamt rücken jeweils ein Zimmer auf.

Mehr Platz für die tägliche Arbeit

Das Bauamt wird entsprechend dem organisatorischen Konzept der Verwaltung auch räumlich dem Bereich Finanzen zugeordnet und soll gegenüber der Kämmerei seinen Platz finden. Außerdem sollen ein Besprechungszimmer und ein neuer Raum für die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden Sondheim und Willmars geschaffen werden. Durch die Standesamt-Kooperation mit Fladungen wird zudem das Standesamtszimmer neu eingerichtet.

Aufgrund der Komplett-Digitalisierung der Verwaltung können die großen alten Einbauschränke in den Verwaltungsräumen entfernt und durch kleinere moderne, verschließbare Schränke ersetzt werden. „So wird mehr Platz für die tägliche Arbeit geschaffen“, kündigte Malzer an.

Zuschüsse für die Standesamts-Einrichtung

Die Kosten für die baulichen Maßnahmen in Höhe von rund 130 000 Euro übernimmt die Stadt Ostheim als Gebäudeeigentümer. Die Kosten für die Möblierung der Verwaltungsräume trägt die Verwaltungsgemeinschaft. 20 500 Euro hat man dafür im Haushalt 2021 eingeplant. Die Standesamts-Einrichtung wird voraussichtlich über das Förderprogramm für die interkommunale Zusammenarbeit mit 90 Prozent gefördert. Es ist dabei ein Zuschuss von etwa 4000 Euro zu erwarten.

VG-Geschäftsleiter und Kämmerer Marc Huter gab einen Überblick über den Haushalt 2021, der dann von den Vertretern der Mitgliedsgemeinden auch einstimmig beschlossen wurde, ebenso wie der Finanzplan für den Zeitraum 2020 bis 2024 und der Stellenplan 2021.

Personalausgaben steigen

Der Verwaltungshaushalt ist in den Einnahmen und Ausgaben mit jeweils 1,19 Millionen Euro veranschlagt (Vorjahr: 1,027 Mio Euro), der Vermögenshaushalt mit je 110 600 Euro (Vorjahr: 123 700 Euro).

Im Verwaltungshaushalt kommt es zu einer deutlichen Erhöhung bei den Personalausgaben, was insbesondere in der Ausbildung von drei Nachwuchskräften begründet liegt. „Geeignete Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zu finden ist schwierig, deshalb setzen wir darauf, selbst auszubilden“, merkte der Gemeinschaftsvorsitzende Malzer dazu an. Zudem machen sich kleinere notwendige Stundenaufstockungen und die geplante Neueinstellung eines Mitarbeiters für das Bauamt bemerkbar und dass für die Digitalisierung der Grundstücks- und Steuerakten sowie zur Sicherung und Ordnung des Archivmaterials eine auf zwei Jahre befristete Stelle geschaffen wurde.

Den VG-Standort personell und sächlich stärken

Zu den wichtigsten Veränderungen bei den Sachkosten zählen die Kostenerstattung für die Servicedienstleistungen an die im Landkreis neu ins Leben gerufene Interkomm-IT GmbH sowie die laufenden Ausgaben für das Elektro-Dienstfahrzeug, das Anfang des Jahres in Betrieb gehen soll. Investiert wird nach den Worten des Kämmerers auch wieder kräftig in Lehrgänge für die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter.  Im Vermögenshaushalt sind zahlreiche Maßnahmen, wie der Glasfaser-Anschluss des Verwaltungsgebäudes (dieser wird mit 90 Prozent gefördert), die Ergänzung der Möblierung im Zuge des Umbaus sowie kräftige Investitionen in verschiedenste Bereiche der EDV vorgesehen.

Der ungedeckte Finanzbedarf im Verwaltungshaushalt, der über die Umlagen der Mitgliedsgemeinden finanziert werden muss, liegt bei 984 600 Euro und damit fast 100 000 Euro höher als im Vorjahr. Die Investitionen im Vermögenshaushalt werden finanziert durch Förderungen (Ansatz: 36 900 Euro), eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage (23 000 Euro) und die Investitionsumlage der Gemeinden (50 700 Euro). Die gesamte VG-Umlage beläuft sich auf 1,035 Millionen Euro und erhöht sich damit um 160 800 Euro. Die Stadt Ostheim hat knapp 711 000 Euro, Sondheim 200 000 Euro und Willmars 125 000 Euro zu tragen.

Die Vertreter der drei Mitgliedsgemeinden zeigten Geschlossenheit bei der Verabschiedung des Haushalts. „Wir haben höhere Umlagen, das ist bitter, insbesondere wegen der Corona-Einbußen. Aber dies ist wichtig, um den VG-Standort zu stärken – personell und sächlich“, sagte der Willmarser Bürgermeister und stellvertretende Gemeinschaftsvorsitzende Reimund Voß.

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