Bad Neustadt

Das Verdauungswunder Kuh hat gleich vier Mägen

Am Modell zeigte Dr. Maike Hamacher interessierten KinderUni-Studentinnen und -Studenten, wo die Mägen einer Kuh sitzen.
Foto: Petra Bieber | Am Modell zeigte Dr. Maike Hamacher interessierten KinderUni-Studentinnen und -Studenten, wo die Mägen einer Kuh sitzen.

Dr. Maike Hamacher, Projektmanagerin der Öko-Modellregion Rhön-Grabfeld war begeistert, wie viele junge Studentinnen und Studenten aus dem ganzen Landkreis zu ihrer Vorlesung über die vier Mägen einer Kuh in den Bildhäuser Hof gekommen waren. Manche Kinder waren richtige Experten, stellte sie dabei fest, heißt es in einer Pressemitteilung.

Dass Kühe nicht lila sind, weiß natürlich jedes Rhöner Kind

Dass Kühe Milch geben und nicht lila sind, das weiß natürlich jedes Rhöner Kind. Aus der Milch werden auch Käse, Sahne oder Schmand produziert, das Fleisch der Kühe bzw. Rinder wird zum Beispiel für Burger verwendet und selbst der Kuhmist wird genutzt, nämlich zum Düngen.

Kühe fressen am Tag 50 bis 80 Kilogramm Frischmasse, Gras, Heu, Gras- und Maissilage, dazu Kraftfutter, vor allem Getreide, Erbsen, Soja. Von Natur aus sind Kühe und Rinder keine Nahrungskonkurrenten für den Menschen. Denn durch ihr erstaunliches Verdauungssystem können sie selbst faserreiche Nahrung wie Gras und Heu verdauen. Was der Mensch als Ballaststoffe aufnimmt, können sie mit Hilfe von Mikroorganismen im größten ihrer Vormägen – dem Pansen - in Energie umwandeln.

Das aufgenommene Futter wird mit viel Speichel in den Pansen transportiert und dort gut mit den Mikroorganismen durchmischt. Ist der Pansen voll, "schwappt" der Futterbrei in den Netzmagen. Hier werden grobe Futterteile zu Kugeln geformt, kommen zurück ins Maul, werden dort nochmal durchgekaut, eingespeichelt und wieder geschluckt. Daher auch der Name "Wiederkäuer".

Ist das Futter klein genug, kommt es in den Blättermagen, wo die Nahrung in erster Linie entwässert wird. Nach ein bis drei Tagen gelangen die Nahrungsreste sowie abgestorbene Mikroorganismen in den Labmagen. Hier werden, wie beim Menschen, die Futterbestandteile noch weiter aufgespalten. Die Nährstoffe werden dann über Dünn- und Dickdarm aufgenommen. Die unverdaulichen Reste landen dann als Kuhfladen im Stroh oder auf der Weide.

Öko-Rinder haben mehr Platz im Stall

Anschließend ging Maike Hamacher noch auf die Besonderheiten von ökologisch gehaltenen Kühen ein: Öko-Rinder haben mehr Platz im Stall und Zugang zum Auslauf ist verpflichtend. Auch ein Weidegang ist ab 2022 vorgeschrieben. Die den Kühen angebotene Nahrung ist ökologisch angebaut und die Kälber bekommen mindestens drei Monate Muttermilch und. Die jungen Studenten interessierte hier besonders, was es mit Kuh-gebundener Kälberaufzucht auf sich hat.

Auf die Frage ein, ob die Kuh den ein Klima-Killer sei, ging die Referentin am Ende ein. Kühe stoßen Methan aus, das bei der Verdauung entsteht. Doch oft werde übersehen, dass Kühe auf der Weide das Klima schützen: Denn Grünland speichere genauso viel CO2 wie Wälder, heißt in der Pressemitteilung abschließend.

In der nächsten Vorlesung am Samstag, 18. Dezember, wird Dr. Jörg Geier über die Klimazonen der Erde referieren. Das Thema lautet: „Warum ist es am Nordpol kalt und am Äquator heiß? Eine Reise durch die Klimazonen unserer Erde“.

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