Trappstadt

Der Patient Wald ist in Trappstadt auf dem Weg der Besserung

Revierförster Bernhard Kühnel (Mitte) wird von Bürgermeister Michael Custodis verabschiedet. Ganz links Forstdirektor Wilhelm Schmalen.
Foto: Christian Gerstner | Revierförster Bernhard Kühnel (Mitte) wird von Bürgermeister Michael Custodis verabschiedet. Ganz links Forstdirektor Wilhelm Schmalen.

Das beherrschende Thema der Marktgemeinderatssitzung war der Jahresforstbetriebsplan 2021. Forstdirektor Wilhelm Schmalen und der noch amtierende Revierleiter Bernhard Kühnel berichteten zu diesem Thema.

In einem Einstiegsreferat betonte Herr Schmalen, dass Unterfranken den Klimawandel besonders deutlich zu spüren bekomme. Die Region liegt mit 1,7 Grad weit über dem langjährigen Mittel der Erderwärmung in Bayern. Dazu kommen noch 20 Prozent jährlich weniger Regen in den letzten fünf Jahren. Diese Rahmenbedingungen seien gut für die Waldschädlinge und miserabel für den Wald. Daher sind Waldbesitzer gezwungen Bäume zu pflanzen, die auf die Dauer unter solchen Voraussetzungen leben können.

Eindrucksvolles Bildmaterial

Kühnel zeigte Bilder aus den Waldungen der Marktgemeinde, die diese Tendenzen eindrucksvoll veranschaulichten. Neben den offensichtlichen Schäden wurde aber auch deutlich, dass die Bemühungen der vergangenen Jahre um eine Aufforstung erkennbare Erfolge zeigen. Vor allem Eichen, aber auch Buchen, Esskastanien und Eiben sind die nachwachsenden Jungpflanzen, die in den heimischen Fluren den Bestand des Waldes sichern helfen.

Kahlflächen sollen mit Mischwald neu eingepflanzt und mit einer Umzäunung gesichert werden. Für 2021 sind bereits 2800 Pflanzen bestellt. Alle möglichen Fördermittel des Staates sollen ausgeschöpft werden, um die Kosten für diesen notwendigen Aufwand möglichst gering zu halten. Bei aller Hege und Pflege des Waldes müssten alle Beteiligten an einem Strang ziehen. So sind die Jäger wiederum aufgefordert, durch entsprechende Abschussquoten den Verbiss der Jungpflanzen zu verhindern. So wurde berichtet, dass sogar die schützenden Wuchshüllen dem aggressiven Verbiss nicht standhalten.

Private Waldbesitzer und der Borkenkäfer

In Bezug auf den Borkenkäfer sollten sich auch die privaten Waldbesitzer ihrer Verantwortung für die angrenzenden Waldungen bewusst sein. Alle Anstrengung um den Hieb und Abtransport befallener Bäume laufen ins Leere, wenn der Borkenkäufer, der keinerlei Grenzen kennt, im Frühjahr von benachbarten Waldungen wieder einfällt.

Anschließend wurden die einzelnen Einnahme- und Ausgabepositionen vorgestellt. Im Durchschnitt erbringe der Wald einen Ertrag von 13000 Euro jährlich. Natürlich können die schlechten Jahre 2017 bis 2019 nicht wegdiskutiert werden und auch das Jahr 2020 wird mit einem Minusergebnis abgeschlossen werden. Aber das Jahr 2021 werd unter Berücksichtigung aller kalkulierten Einnahmen und Ausgaben mindestens ein ausgewogenes Ergebnis bringen, hieß es.

Verabschiedung

Bernhard Kühnel wird in Kürze seinen Ruhestand antreten. Herr Bürgermeister Custodis überreichte zu diesem Anlass einen Präsentkorb der Marktgemeinde. Er würdigte Kühnel als verlässlichen und kompetenten Partner. Kühnel seinerseits lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Bürgermeister und Marktgemeinderat. Vor allem das Engagement von Stefan Pannek, Gemeindearbeiter der Marktgemeinde, sei überaus lobenswert, so Revierförster Kühnel.

Kanalsanierung im Bereich des Grenzgängerplatzes
Die Ingenieurleistungen für die Kanalsanierung gehen vom Ingenieurbüro Demling auf das Ingenieurbüro Gemmer über. Die Firma Demling hat mitgeteilt, dass die noch anstehenden Arbeiten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeführt werden können. Finanziell entstehen der Gemeinde keine Nachteile, da die Firma Gemmer im bereits beschlossenen Finanzrahmen mit der Firma Demling bleiben wird.

Mobilfunkmast in den Gemarkungen der Marktgemeinde
Ein Bayerisches Förderprogramm, zur Schließung von Mobilfunklöchern, ermöglicht es der Marktgemeinde, entsprechende Fördermittel zu beantragen. Zunächst müssen Mobilfunkanbieter angesprochen werden. Diese werden das Gelände prüfen und möglichst effektive Standorte in der Marktgemeinde suchen. 

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