Oberstreu

Der Wald hat für Oberstreu eine große Bedeutung

Bei der Forstbewirtschaftung im vergangenen Jahr haben Hitze, Trockenheit und der Borkenkäfer den Verantwortlichen der FBG Obere Rhön das Leben schwergemacht.
Foto: Matthias Bein, dpa | Bei der Forstbewirtschaftung im vergangenen Jahr haben Hitze, Trockenheit und der Borkenkäfer den Verantwortlichen der FBG Obere Rhön das Leben schwergemacht.

Zur jüngsten Gemeinderatssitzung in Oberstreu konnte Bürgermeister Stefan Kießner den Geschäftsführer Andree Link und die Revierleiter Otfried Pankratius und Michael Merkel von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Obere Rhön begrüßen, die abwechselnd einen Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2020 für den Gemeindewald Oberstreu und den Bischofswald gaben.

Wie Andree Link ausführte, sei das Jahr 2020 von großen Risiken geprägt gewesen. Hitze, Trockenheit und der Borkenkäfer hätten der FBG das Leben schwergemacht. Laut Michael Merkel wurden beim Holzeinschlag 1670 Festmeter geplant, geschlagen wurden letztendlich 1913,42 Festmeter (Gemeindewald: 1067,22, Bischofswald: 846,2 Festmeter). Rund 900 Festmeter oder 47 Prozent am Gesamteinschlag machte der Anteil des Zwangseinschlages aus. Hauptsächlich waren Fichten und Buchen betroffen. Die Holzerlöse von 72 273 Euro konnten nicht die Ausgaben der Holzgewinnung in Höhe von 72 300 Euro decken. 2020 gab es wegen Trockenheit und fehlender Materiallieferung keine Neukulturen, die aber in 2021 übernommen werden sollen. Ca. 4500 Euro wurden für Kulturarbeiten ausgegeben.

Unterschiede in Gemeindewald und Bischofswald

Unterschiedlich präsentiert hätten sich auf bayerischer Seite der Gemeindewald und auf Thüringer Seite der Bischofswald. Bei der Jugenddurchforstung auf bayerischer Seite hofft das Forst-Team auf normales Wetter. Im Bischofswald sind deutliche Rückstände aufzuholen. 11,7 Kilometer Wegenetz wurden gepflegt und das Lichtraumprofil freigeschnitten. Durchlässe und Gräben wurden kontrolliert und ausgebaggert. Insgesamt war die Wegeunterhaltung mit Kosten von 6200 Euro verbunden, der Forstschutz schlug mit ca. 13 200 Euro zu Buche. 880 Euro kostete der Abbau von Forstzäunen.

Die drei Mitarbeiter von der Forstbetriebsgemeinschaft Obere Rhön berichteten über das Forstwirtschaftsjahr 2020. Von links: Revierleiter Otfried Pankratius, Geschäftsführer Andree Link und Revierleiter Michael Merkel. Im Vordergrund (von rechts) Bürgermeister Stefan Kießner und VG-Bauamtsleiter Christian Roßhirt.
Foto: Brigitte Gbureck | Die drei Mitarbeiter von der Forstbetriebsgemeinschaft Obere Rhön berichteten über das Forstwirtschaftsjahr 2020. Von links: Revierleiter Otfried Pankratius, Geschäftsführer Andree Link und Revierleiter Michael Merkel.

Andree Link zeigte den Preisverfall anhand von Fichte Stammholz  auf, der von einem Richtpreis von 93 Euro pro Festmeter (Stand Januar 2018) auf 48 Euro pro Festmeter ab Januar 2020 verfiel, wobei die zeitverzögerte Abfuhr der Holzmengen einen weiteren Werteverlust bedeutete. Die Gesamtvermarktung des Oberstreuer Waldes erbrachte bei 76 500 Euro für 1925 Festmeter einen Preis von 39,74 Euro.

Rote Zahlen bei der Waldwirtschaft

Bei Einnahmen von 81 017 Euro und Ausgaben von 136 186 Euro blieb ein Minus von 55 169 Euro. Otfried Pankratius meinte dazu lakonisch: "Der Wald steht noch". Für das Forstjahr 2021 ist ein Einschlag von 2313 Festmetern mit Einnahmen von 82 500 Euro (35,66 Euro pro Festmeter) geplant. Ausgaben von 57 900 Euro fallen für die Holzernte an. Neben Eiche und Buche sollen auch Speierling und Elsbeere gepflanzt werden. Bei neuen Förderrichtlinien sollte die Gemeinde den Waldumbau betreiben, wurde empfohlen. Geplant sind 3300 neue Pflanzen mit Schwerpunkt Rotenberg bei Ausgaben von 7200 Euro.

Schwerpunkte sind die Bekämpfung des Borkenkäfers, Wildverbissschutzmittel mit 3000 Euro und Wildschutz (neue Kulturen) mit 10 000 Euro. In den nächsten Jahren sollen auch Weiserzäune gebaut werden. Dabei werden kleine Flächen eingezäunt und geschaut, was wächst, wenn das Wild nicht äsen kann. Um den Unterschied auszumachen, gibt es daneben eine vergleichbare Fläche, die nur gepflockt ist. Für die Wegeunterhaltung sind 17 000 Euro veranschlagt. Mit der Bundeswaldprämie hat der Bund eine Nachhaltigkeitsprämie für das Ökosystem Wald ausgelobt, die auch dem Gemeindewald zugutekommt. Bei 100 Euro pro Hektar wären das für Oberstreu 50 000 Euro.

Forstleute hoffen auf viel Regen 

Im Plan für 2021 stehen Einnahmen von 161 200 Euro und Ausgaben von 157 200 Euro, so dass ein positives Ergebnis von 4000 Euro erwartet wird. Andree Link machte deutlich, dass die Kalkulation am unteren Limit liegt. Gerade würden die Vermarktungspreise wieder anziehen, informierte er das Gremium, daher rechne man mit einem kleinen Plus. Dabei hoffen sie auf ein normales Forstwirtschaftsjahr mit reichlich Niederschlägen, so dass der Borkenkäfer "weggespült" werde.

Brennhölzer seien schon in ausreichender Zahl vorhanden. Bürgermeister Stefan Kießner danke dem FBG-Team für die gute Zusammenarbeit. Es mache Spaß, wie sie gemeinsam zum Wohle des Oberstreuer Waldes und des Bischofswaldes schaffen. Das Thema Wald sei ein "Wahnsinnsspektrum", es sei gut, die FBG-Mitarbeiter an seiner Seite zu haben, denn der Wald habe für Oberstreu eine große Bedeutung.

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