Bad Neustadt

Essens-Experiment: Die total lokale Ernährung

Eine Woche lang wird sich die Redaktion ausschließlich von Produkten aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld ernähren. Über ein Online-Tagebuch können die Leser quasi mit am Esstisch sitzen.
Die Teilnehmer aus der Redaktion.
Foto: Sonja Demmler | Die Teilnehmer aus der Redaktion.

Die Bad Neustädter Lokalredaktion wagt das Abenteuer: Ab Montag, 13. Juli, wollen sich die Main-Post-Mitarbeiter eine Woche lang in der Redaktion ausschließlich von Lebensmitteln aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld ernähren. Die Produkte sollen nicht nur dort erzeugt sein, auch die Zutaten sollen möglichst aus dem Landkreis stammen. Ein Experiment, das gelingen kann? Sie als Leser sollen Zeuge werden – und Mittäter.

Allzu weit hergeholt ist die Idee für die Neustädter Journalisten nicht: Was das Thema Essen angeht, war die Lokalredaktion schon immer ein bisschen ein Exot in der Zeitungs- und Medienlandschaft – kultiviert sie doch seit Jahrzehnten das gemeinsame Mittagessen in der Redaktionsküche. Auch in Zeiten von Arbeitsverdichtung, Zeitdruck und Informationsflut hat sich daran kaum etwas geändert. So oft es irgend geht wird im Team eingekauft, zubereitet und gekocht. Was liegt also näher, als dass die Experten fürs Lokale mit dem Lokalen experimentieren in einem Metier, das ihnen seit Jahrzehnten am Herzen liegt: dem Kochtopf!

Erdbeeren aus Spanien, Äpfel aus Neuseeland, Fleisch aus Polen – es muss doch ohne gehen, das denken mittlerweile viele. Nach „bio“ kommt „regio“: Deutsche Verbraucher legen zunehmend Wert auf Lebensmittel aus ihrer Umgebung, weil sie die heimische Wirtschaft unterstützen und die Umwelt schonen wollen. Dass man keinesfalls nur aus Vernunftgründen zum regionalen Lebensmittel greifen muss, glauben die Main-Postler und wollen eine Woche lang demonstrieren, wie gut Heimat schmecken kann.

Ganz kompromisslos allerdings, das wird schon in der Planungsphase klar, ist die Idee der Ernährung aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld nicht umzusetzen, will man Essen tatsächlich noch genießen. Letztlich hat sich die Redaktion auf eine Reihe von Ausnahmen geeinigt, die landkreisfremd erworben werden dürfen

Der Grundidee tut das keinen Abbruch: Zeigen, wo unser Essen herkommt. Wie lebte das Suppenhuhn? Woher kommt die Milch? Wo wächst mein Kopfsalat? In einer Serie von Artikeln erzählen wir die Geschichten einzelner Lebensmittel, dokumentieren unsere Suche nach lokalen Produkten in Supermärkten, auf dem Wochenmarkt und direkt beim Bauern, sprechen mit Landkreisbürgern über den lokalen Trend. Was uns außerdem interessiert: Wie teuer ist regionale Ernährung, wie aufwändig die Umsetzung und inwiefern profitieren wir von der Umstellung?

Begleitet wird das Experiment aber nicht nur mit einer Artikelserie in der Zeitung. Die Leser sollen quasi mit am Redaktionsesstisch sitzen, weshalb das Vorhaben eine Woche lang über ein Online-Tagebuch auf mainpost.de im Internet verfolgbar ist. Dort gibt es dann immer wieder kleine Videos und Fotos vom Direkterzeuger, Infos zur psychischen Verfassung der Probanden, Links zu Webseiten und natürlich eine Dokumentation des täglichen Redaktionsessens.

Auch über Ihre Mithilfe und Ihr Mittun würden wir uns freuen. Diskutieren Sie mit uns auf unserem Online-Tagebuch. Geben Sie uns Tipps und Hilfestellungen. Plaudern Sie aus Ihrer Einkaufstasche: Wie regional kaufen und kochen Sie? Wagen Sie gar das Selbstversorgerexperiment oder shoppen Sie ganz im Gegenteil bewusst überregional? Essen ist nicht nur das, womit man seinen Hunger stillt. Experimentieren Sie mit uns!

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