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Fladungen: Warum Eva Kalla das Nörgeln nicht nachvollziehen kann

Der Umbau der Grundschule Fladungen und die damit einhergehende Erweiterung kostet rund 5,5 Millionen Euro und wird mit 2,8 Millionen Euro gefördert.
Foto: Marion Eckert | Der Umbau der Grundschule Fladungen und die damit einhergehende Erweiterung kostet rund 5,5 Millionen Euro und wird mit 2,8 Millionen Euro gefördert.

Bürgermeisterin Agathe Heuser-Panten blickte nicht nur auf 2019 zurück, sondern auf den Zeitraum ihrer Amtszeit in den vergangenen sechs Jahren. Mit 3,6 Millionen Schulden hatte sie die Stadtführung 2014 übernommen. Das Ziel, die Schulden  kontinuierlich zurückzufahren und zu gleich in die Zukunft zu investieren, sei erreicht worden. Eindrucksvoll und eindeutig sind hierzu die Zahlen. Heute hat Fladungen nur noch 518.887 Euro Schulden, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 233 Euro je Einwohner entspreche. "Eine tolle Zahl, die ihresgleichen im Landkreis sucht", so die Bürgermeisterin.

2,4 Millionen an Stabilisierungshilfe

Auf die Frage, woher die hohe Verschuldung gekommen sei, verwies die Bürgermeisterin auf die Investitionen in die Wasserversorgung und die Sanierung des Rathauses. 2014 sei Dank Stabilisierungshilfe in Höhe von 1,5 Millionen Euro der Rathaus-Kredit abgezahlt worden. Die Altschulden der Wasserversorgung  liegen heute bei 514.522 Euro, weitere 4363 Euro sind dem Freilandmuseum geschuldet.

Um die Finanzlage der Stadt Fladungen habe es nicht immer so rosig ausgesehen, erinnerte Heuser-Panten. Im Gegenteil, es gab Jahre, da lief die Stadt Gefahr, dass das Landratsamt die Haushaltsführung übernehme. Doch das sei längst Vergangenheit. Zum einen Dank einer konsequenten Haushaltsführung und zum anderen Dank großer staatlicher Zuschüsse und Stabilisierungshilfe. Von 2014 bis 2019 habe die Stadt Fladungen 5.769.500 Euro an Zuschüssen für Projekte bekommen, weitere 2,4 Millionen Stabilisierungshilfe gab es im gleichen Zeitraum zusätzlich, sodass nahezu 8,2 Millionen Euro an staatlichen Mitteln nach Fladungen geflossen sind. "Das Geld ist uns nicht in den Schoß gefallen, da steckt viel Arbeit drin, es ist an Projekte gebunden und erforderte immer wieder Anträge und Konzepte", erklärte die Bürgermeisterin. Investiert wurde in diesem Zeitraum 11.307.000 Euro und Kredite in Höhe von 3.098.400 Euro getilgt.

Moderne Schulturnhalle auch für die Vereine 

Das aktuelle Großprojekt ist die Sanierung und Erweiterung der Grundschule. Ein Vorhaben mit einem Kostenvolumen von 5,5 Millionen Euro, die Förderung wird 2,8 Millionen Euro betragen. "Wir bekommen zudem eine hochmoderne Turnhalle, die auch allen Vereinen zur Verfügung stehen wird." Die Feuerwehr Fladungen bekommt ein neues Fahrzeug, das 332.800 Euro kostet und mit 212.400 Euro bezuschusst wird. Noch offen sei das Straßensanierungskonzept, hierfür werde aktuell ein Wasser- und Kanalkonzept erstellt. Weitergeführt werde auch das Gemeindeentwicklungskonzept und die Kooperation innerhalb der Streutalallianz mit diversen Projekten.

Die Bürgermeisterin ging außerdem auf die touristische Entwicklung ein, ebenso wie auf die aktuelle Problematik zur fehlenden Einkaufsmöglichkeit. Um wieder einen Supermarkt nach Fladungen zu bekommen, laufen derzeit Gespräche mit einem Investor, einem Betreiber wie auch mit Grundstückseigentümern, der Regierung und dem Landratsamt. Zwei Grundstücke seien schon gekauft worden, die nächsten Besprechungen folgen in Kürze. Doch auf Wunsch des Investors sei es der Bürgermeisterin zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, weitere Details zu nennen. Sie sicherte den Bürgern aber zu, dass sie mit voller Kraft an dem Thema dran sei. "Ich wohne auch hier und möchte hier einkaufen."

Fehler in der Vergangenheit diskutiert

Nach all den positiven Zahlen, Entwicklungen und Aussichten wurde es in der Diskussion für die Bürgermeisterin ungemütlich. Ihr wurden Kritik, Vorwürfe, Unterstellungen und verbale Angriffe entgegengebracht, die sie mit Ruhe und Gelassenheit versuchte aufzuklären. Doch in der Diskussion ging es immer wieder um Fehler der Vergangenheit, die durchaus noch vor ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin begangen wurden. Es wurde ihr beispielsweise unterstellt, dass Fladungen bankrott sei, warum würde der Staat sonst Stabilisierungshilfe gewähren. Geschäftsstellenleiter Conny Schmuck erläuterte die bayernweiten Kriterien, die eine Gemeinde zu erfüllen habe, dazu zähle eine unterdurchschnittliche Steuerkraft wie auch ein Bevölkerungsrückgang. Eine Bankrotterklärung sei die Stabilisierungshilfe keinesfalls. Ein Zuhörer wollte vehement wissen, wie es denn finanziell mit Fladungen weitergehen werde. Er wollte sich auch mit der Aussage Schmucks, dass Fladungen finanziell stabil bleibe, wenn weiterhin sinnvoll gewirtschaftet und investiert werde, nicht zufrieden geben.

Ausführlich wurde über den Weggang von Rewe diskutiert, über fehlende gewerbliche Bauplätze und fehlende Investitionsbereitschaft und falsche Entscheidungen, bis es einem Zuhörer reichte. Er sagte deutlich: "Es ist schofel so etwas auf den Tisch zu bringen und die Bürgermeisterin als Sündenbock hinzustellen. Es sind früher Fehler gemacht worden, es werden heute Fehler gemacht und auch in Zukunft." Applaus gab es für diese Aussage und für die eines weiteren Bürgers: "Wir sollten jetzt in die Zukunft schauen, nicht immer auf die Fehler der Vergangenheit und Schuldige suchen."

Dank von der stellvertretenden Bürgermeisterin

Die stellvertretende Bürgermeisterin Eva Kalla ergriff als letzte das Wort: "Es ist guter Brauch, sich bei der Bürgermeisterin zu bedanken, auch wenn es nicht allen passt." Agathe Heuser-Panten habe sehr viel Geld nach Fladungen geholt und investiert. "Die Zahlen sprechen für sich. Da steckt viel Arbeit dahinter. Sie hat lange ausstehende Maßnahmen angepackt." Dann wurde Kalla deutlich: "Ich kann das Jammern und Nörgeln nicht nachvollziehen. Dank  an die Bürgermeisterin, die sich ganz und gar in ihre Aufgabe stellt und mit großem Engagement für die Stadt und die Ortsteile einsteht."

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