Bad Königshofen

Frischzellenkur für ein altes Stück Königshofen

In schmuckem Gewand präsentiert sich das ehemalige Hypo-Bank-Gebäude in der Hindenburgstraße nach der grundlegenden Sanierung.
Foto: Josef Kleinhenz | In schmuckem Gewand präsentiert sich das ehemalige Hypo-Bank-Gebäude in der Hindenburgstraße nach der grundlegenden Sanierung.

Der 82-jährige Rentner ließ das 1922 im Jugendstil erbaute Haus gründlich renovieren, nachdem er es von der Firma HVB Immobilien AG München gekauft hatte. Die ehemalige Bankfläche im Erdgeschoss nutzt Tochter Monika Heumann, die dort Ende Juli eine Steuerkanzlei eröffnet hatte. 18 Arbeitsplätze sind laut Albin Heumann dort entstanden. Die Obergeschosse beherbergen ein Büro und Mietwohnungen, die ebenfalls renoviert wurden. Nicht zuletzt der Tochter wegen und den Enkelkindern zuliebe habe er sich nach reiflicher Überlegung entschieden, das Gebäude für die Familie käuflich zu erwerben.

Acht Interessenten für das Gebäude

Grund für den Erwerb aber war nicht nur eigenes Interesse. „Ich wollte auch das alte Königshofen in seinen Mauern ein Stück ansehnlicher machen und erhalten“, sagt Heumann. Acht Interessenten sich um das Gebäude in der Hindenburgstraße beworben. Nicht nur aus Bad Königshofen, auch aus Oberfranken und internationale Bewerber seien darunter gewesen, weiß der neue Eigentümer.

Bei dem Gebäude-Komplex, der offiziell noch zum Bereich der Innenstadt zählt, musste bei der Renovierung der Ensembleschutz berücksichtigt werden. Denn nur etwa 100 Meter trennen das traditionsreiche Haus vom historischen Marktplatz. Und der ist von Bürger- und Geschäftshäusern umgeben, die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen und somit als besonders schutzwürdig erachtet werden.

Im Keller sind noch Schließfächer

Das ehemalige Haus der Hypo-Vereinsbank erweist sich geradezu als ideal für die Ziele Albin Heumanns: „Genau so was hatte ich ja für meine Tochter gesucht“, betont er. Denn zu guter Letzt kann auch der Kellerraum genutzt werden. Dort seien neben einem Tresor noch 200 Schließfächer vorhanden. Sie sollen später nach Bedarf vermietet werden. „Es gibt reichlich Privatleute, aber auch Firmen, die extern so was suchen“, ist sich Heumann sicher.

Zur Geschichte der ehemaligen Hypo-Bank

Laut einer Chronik eröffnete am 28. September 1918 die Bayerische Disconto- & Wechselbank AG, das ehemalige Nürnberger Tochterinstitut der Hypo-Bank, in der Bahnhofstraße 10 (heute Hindenburgstraße) eine Depositenkasse. Die Gründung der Filiale erfolgte durch Übernahme des alt eingesessenen Privatbankhauses Otto Hahn in Bad Neustadt, das in Königshofen eine Zahlstelle unterhielt. Nachdem die Hypobank bereits im Frühjahr 1921 das Anwesen Nr. 6 an der Ecke Bahnhofstraße/Kirchgasse, heute Hindenburgstraße, von Max Strauß, einem Kaufmann, erworben hatte, kaufte sie im gleichen Jahr das hinter dem Straußschen Anwesen gelegene Gebäude von Adam Krieger, einem Zimmerermeister. Und auch noch das im Anschluss befindliche Haus von Dorothea Schubert. Gleichzeitig, so die Chronik weiter, wurde das von der Bank von Peter K. Barthelmes schon früher gekaufte Anwesen in der Bahnhofstraße 4 mit dem Haus Nr. 5 des Friseurs Josef Vollert getauscht. Nach 17 Meter erreichter Straßenfront, riss man 1922 den gesamten Gebäudekomplex ab und errichtete einen bankeigenen Neubau. Grundlegende Renovierungen wurden 1961 und 1981 durchgeführt. Die Schließung der Königshöfer Hypo-Vereinsbank war am 31. Oktober 2014
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