Bad Neustadt

Gastronomie-Öffnung: Was Gäste und Wirte beachten müssen

Ab kommenden Montag dürfen Gastronomen unter einigen Auflagen zunächst ihren Außenbereich wieder öffnen. Wie das Konzept aussieht und wie die Städte dabei unterstützen.
Die Bischofsheimer Wirte und Betreiber von Cafés besprechen sich gemeinsam mit Dirk Franzke von der Stadtverwaltung (in der hellblauen Jacke) zu den künftigen Regelungen der Freiluftgastromonie auf dem Bischofsheimer Marktplatz in Corona-Zeiten.
Foto: Marion Eckert | Die Bischofsheimer Wirte und Betreiber von Cafés besprechen sich gemeinsam mit Dirk Franzke von der Stadtverwaltung (in der hellblauen Jacke) zu den künftigen Regelungen der Freiluftgastromonie auf dem Bischofsheimer ...

Den kommenden Montag haben viele Gastronomen in Bayern regelrecht herbeigesehnt. Nachdem mittlerweile wieder alle Geschäfte unter Berücksichtigung der allgemeinen Hygiene- und Abstandsregelungen öffnen dürfen, blieb ihnen bislang als einzige Möglichkeit der Außer-Haus-Verkauf. Ab kommenden Montag, 18. Mai, erfolgt nun mit der Öffnungsmöglichkeit der Außengastronomie bis 20 Uhr auch in diesem Bereich eine Lockerung der Bestimmungen. Eine Woche später folgt der Innenbereich einer Lokalität bis maximal 22 Uhr.

Handlungsempfehlungen für die Gastronomen soll das "Hygienekonzept Gastronomie" liefern, auf das auch das Landratsamt Rhön-Grabfeld verweist. Dabei handelt es sich um ein mehrseitiges Rahmenkonzept, herausgegeben unter anderem von den bayerischen Staatsministerien der Wirtschaft und Gesundheit.

Notfallmechanismus als mögliche Bremse

Sophia Mohr, verantwortlich für die Pressearbeit im Landratsamt, weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass bei einem regionalen Ausbruchsgeschehen aber möglicherweise der Notfallmechanismus (50 Fälle in einer Woche auf 100 000 Einwohner) in Kraft treten könnte, sodass es wiederum regional zu anderen Regelungen kommen kann. Davon ist Rhön-Grabfeld aber derzeit (Stand: Freitag, 15. Mai, 10 Uhr) bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1,25 laut Angabe des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit weit entfernt. Diese Inzidenz gibt an, wie viele Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage bezogen auf jeweils 100 000 Einwohner gemeldet wurden.

Die Liste der Empfehlungen für Gäste und allen voran für die Gastronomen ist nicht unerheblich. Oberstes Gebot ist dem bayerischen Konzept zufolge die Einhaltung der Abstandsregel von 1,5 Metern zwischen Personen in allen Räumen und auch im Außenbereich - für Gäste und das Personal. Näher zusammen am selben Tisch sitzen dürfen aber Familien oder Mitglieder des selben Hausstandes. Entsprechend der aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen können auch Mitglieder eines zweiten Hausstands am selben Tisch sitzen. Um im Fall eines nachträglich identifizierten Coronafalls unter Gästen oder Personal die Kontaktpersonen zu ermitteln, sollten die Gastronomen eine Gästeliste mit Angaben von Namen, Telefonnummern und Zeitraum des Aufenthalts führen. 

Mund-Nasen-Bedeckung darf am Tisch abgenommen werden

Die Gäste haben eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, die nur am Tisch abgenommen werden darf. Wer in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten Coronafall hatte oder entsprechende Symptome aufweist, darf Lokale nicht besuchen. Darüber sollen die Gastronomen informieren, beispielsweise per Aushang. Zudem muss für ausreichend Waschgelegenheiten, Flüssigseife oder Einmalhandtücher gesorgt werden, Gästetoiletten müssen regelmäßig gereinigt werden.

In Sachen Bewirtung, die ausschließlich an Tischen durchgeführt werden darf, sind die Gastronomen angehalten, den Kontakt zum Gast auf das Nötigste zu reduzieren. Speisekarten sollen nach jeder Benutzung gereinigt oder ausgewechselt, die Laufwege der Gäste nach der örtlichen Möglichkeit geplant und vorgegeben werden. 

Bad Neustadt kommt Gastronomen entgegen

Ab Montag kann unter Einhaltung der entsprechenden Regeln auch auf dem Bad Neustädter Marktplatz wieder Gastronomie angeboten werden.
Foto: Sonja Demmler | Ab Montag kann unter Einhaltung der entsprechenden Regeln auch auf dem Bad Neustädter Marktplatz wieder Gastronomie angeboten werden.

Die vorbereitenden Maßnahmen für die Öffnung der Außengastronomie sind auch im Landkreis in den vergangenen Tagen angelaufen. Grundsätzlich haben die Gastronomen, beispielsweise auf dem Bad Neustädter Marktplatz, vor ihrer Lokalität eine genau festgelegte Fläche, auf der sie ihre Tische und Stühle für die Außengastronomie aufstellen dürfen. Wie Michael Weiß, geschäftsleitender Beamter von Bad Neustadt, auf Nachfrage dieser Redaktion mitteilte, kommt die Stadt den Gastronomen nicht nur aufgrund der aktuell nicht erhobenen Sondernutzungsgebühren für den Außenbereich entgegen.

Er habe bereits unmittelbar mit allen Beteiligten Kontakt aufgenommen, dass diese ihre Flächen ausdehnen dürfen. "Natürlich in jeweiliger Absprache mit ihren Nachbarn", fügte Weiß hinzu. Trotz der etwas größeren Freiheiten haben alle Beteiligten aber auch den Wochenmarkt, der jeweils dienstags und freitags auf dem Marktplatz seine Waren anbietet, im Blick.

Treffen auf dem Bischofsheimer Marktplatz

Auch in Bischofsheim haben gerade die Gastronomen, die sich auf dem Marktplatz befinden, zuletzt angefragt, inwieweit ihre Außenflächen erweitert oder entsprechend aufgeteilt werden könnten. Deshalb fand am Donnerstagnachmittag ein Treffen mit allen Beteiligten direkt auf dem Marktplatz statt.

Laut Dirk Franzke von der Stadtverwaltung wolle man gemeinsam nach einer Lösung suchen. Auch gibt es Überlegungen, wie sich die Gastronomen im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch untereinander gegenseitig unterstützen können, beispielsweise mit einer Aufteilung der Flächen zu verschiedenen Tageszeiten. Schließlich sei dies laut Franzke auch im Sinne der Stadt - alles natürlich unter Berücksichtigung des Straßenverkehrs und der Fußgänger. Damit alle über das bayerische Rahmenkonzept Bescheid wissen und so der Infektionsschutz gewahrt wird, hat die Stadt die Gastronomen darüber informiert und ihnen die Handlungsempfehlungen ausgehändigt.

Auch Mellrichstadt zeigt sich flexibel

Die Stadt Mellrichstadt zeigt sich flexibel, was die Bewirtung im Außenbereich der Innenstadt und des Marktplatzes (Archivfoto) angeht. 
Foto: Simone Stock | Die Stadt Mellrichstadt zeigt sich flexibel, was die Bewirtung im Außenbereich der Innenstadt und des Marktplatzes (Archivfoto) angeht. 

Auch die Stadt Mellrichstadt unterstützt die Gastronomen. Bis Donnerstag hatte Helmut Dietz, Leiter des Bürgeramts, zwar noch keine Anfragen von Inhabern bekommen. Laut Sabine Derleth-Streit vom Vorzimmer der VG-Geschäftsleitung gestehe die Stadt den Gastronomen aber zu, solange es vom Raum her möglich sei, sich auszubreiten."Die Stadt Mellrichstadt geht da mit ihren Gastronomen sehr flexibel um und freut sich auf die Bewirtung im Außenbereich der Innenstadt", heißt es auf Anfrage.

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