Großbardorf

Großbardorf: Bald ist der gesamte Ort mit Glasfaser ausgerüstet

Die Gemeinde ist die zweite in Bayern,  die nach der neuen Gigabit-Richtlinie eine Förderzusage in Höhe von 2, 5 Millionen Euro erhalten hat. Wie viele Orte wollen das noch?
Nach dem Ende der Arbeiten wird in Großbardorf jeder Haushalt mit einem Glasfaseranschluss versehen sein. 
Foto: DPA/Uwe Anspach | Nach dem Ende der Arbeiten wird in Großbardorf jeder Haushalt mit einem Glasfaseranschluss versehen sein. 

Vor wenigen Tagen nahm Josef Demar die bislang größte Förderzusage in seiner jahrzehntelangen Amtszeit als Bürgermeister von Großbardorf entgegen. Knapp 2,5 Millionen Euro hat sich die Gemeinde für den vollständigen Ausbau des gesamten Ortsbereiches mit Glasfaser-Hausanschlüssen vom Freistaat gesichert, heißt es in einem Schreiben der Pressestelle des Landkreises Rhön-Grabfeld. Übergeben wurde der Förderbescheid corona-bedingt virtuell im Rahmen einer kurzen Videoansprache durch Finanzminister Albert Füracker. 

Video

Großbardorf ist bayernweit erst die zweite Gemeinde nach Sontheim im Unterallgäu, die einen Förderbescheid nach der neuen Bayerischen Gigabitrichtlinie erhalten hat. Nach dem Ausbau, der in den kommenden vier Jahren erfolgt, wird Großbardorf zudem deutschlandweit eine der ersten Gemeinden sein, die zu 100 Prozent mit Glasfaser-Hausanschlüssen ausgebaut ist. Jeder Anschluss in Großbardorf wird durch diesen Ausbau gigabitfähig. Niemand wird jedoch dazu gezwungen, den Glasfaser-Anschluss zu nutzen oder die dann möglichen Bandbreiten zu buchen.  

Ein Meilenstein in der Geschichte des Ortes 

Nicht ohne Stolz sprach Bürgermeister Josef Demar gegenüber dieser Redaktion von einem "Highlight" in der jüngeren Geschichte der Gemeinde. "Nur wenn wir unserer Bürgerschaft und Unternehmen die bestmögliche digitale Infrastruktur bieten, können wir in diesem Bereich mit den Ballungszentren Schritt halten und gleichzeitig unsere Vorteile, wie zum Beispiel niedrige Wohnungs- und Lebenshaltungskosten sowie eine intakte Natur, voll ausspielen", betonte er. Die digitale Infrastruktur sei von entscheidender Bedeutung für die positive Weiterentwicklung einer Gemeinde, so der Bürgermeister und stellvertretende Landrat.  "Darauf werden sich auch Arbeitsplätze aufbauen."

Bei der virtuellen Übergabe des Förderbescheides: Frank Reichert (Stabsstelle Kreisentwicklung – Landkreis Rhön-Grabfeld), Finanzminister Albert Füracker (per Bildschirm) und Bürgermeister Josef Demar (Gemeinde Großbardorf).
Foto: Lena Cabut (Stabsstelle Kreisentwicklung–Landkreis Rhön-Grabfeld) | Bei der virtuellen Übergabe des Förderbescheides: Frank Reichert (Stabsstelle Kreisentwicklung – Landkreis Rhön-Grabfeld), Finanzminister Albert Füracker (per Bildschirm) und Bürgermeister Josef Demar (Gemeinde ...

Bereits vor der Corona-Krise sei der Bandbreitenbedarf pro Jahr durchschnittlich um etwa 30 Prozent gestiegen, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Landratsamt weiter. Durch die coronabedingten Einschränkungen habe die Digitalisierung in Deutschland einen enormen Schub erhalten, welcher auch nach dem Ende dieser Krise erhalten bleiben wird. Obwohl in Großbardorf durch die vergangenen Förderverfahren momentan eine zeitgemäße Breitbandinfrastruktur mit akzeptablen Bandbreiten vorhanden ist, möchten die politisch Verantwortlichen der Gemeinde bereits heute die Infrastruktur für die künftigen Bandbreiten-Bedarfe schaffen und nicht erst dann reagieren, wenn die physikalische Grenze der Kupfertechnik erreicht ist und die bereitstehenden Bandbreiten den Anforderungen nicht mehr genügen. Der gemeindliche Eigenanteil in Höhe von etwa 275 000 Euro sei  gut angelegtes Geld, ist sich Demar sicher.

Die meisten Kommunen im Landkreis sind am Ausbau auch interessiert

Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde auch der Vollzug dieses Förderverfahrens durch die Stabsstelle Kreisentwicklung des Landkreises Rhön-Grabfeld unterstützt. Der zuständige Projektleiter, Frank Reichert, freute sich mit Bürgermeister Demar über die Förderzusage des Freistaates. Das erste Förderverfahren nach einer neuen Richtlinie ist nach den Angaben von Reichert zwar immer sehr aufwendig und es läuft nicht sofort alles rund, dafür hat man anschließend aber eine Blaupause für alle weiteren Verfahren nach dieser Richtlinie. 

Reichert fügte hinzu, dass derzeit 26 Kommunen (von den insgesamt 37) im Landkreis Rhön-Grabfeld diesen Weg beschreiten und er zum Ende dieser Woche den nächsten Förderantrag für einen vollständigen Ausbau eines weiteren Gemeindegebietes bei der Regierung von Unterfranken einreichen wird. Mittelfristig sollen nach seiner Vorstellung an möglichst allen Adressen im Landkreis Bandbreiten im Gigabitbereich buchbar sein. Die Ausbaumöglichkeiten sind jedoch stark von den individuellen Gegebenheiten abhängen und die letztendliche Ausbauentscheidung wird stets durch den jeweiligen Stadt- bzw. Gemeinderat getroffen.

Nach dem Abschluss der Ausbauarbeiten in Großbardorf werde die Gemeinde im Bereich der digitalen Infrastrukturen perfekt aufgestellt sein. Erst im Herbst 2019 ist die neue Mobilfunkbasisstation mit moderner Technik ans Netz gegangen. Durch den flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser-Hausanschlüssen ist die Gemeinde bestens für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet, ist sich der stellvertretende Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung sicher.

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