Mellrichstadt

Großer Forschungserfolg der Familie Erhard

Elke (von links), Andreas  und Manuel Erhard stellten ihr neues Buch zur Denkmalforschung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze vor. 
Foto: Deutsches Kuratorium | Elke (von links), Andreas  und Manuel Erhard stellten ihr neues Buch zur Denkmalforschung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze vor. 

Elke, Andreas und Manuel Erhard, die Familie aus Üchtelhausen, hat eine weitere Buchdokumentation zur deutsch-deutschen Grenzthematik auf den Markt gebracht. Auf über 500 Seiten beschreiben sie die Denkmalsituation entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und im Großraum von Berlin.

Von den tatsächlichen Grenzaufbauten der Deutschen Demokratischen Republik - diese waren sehr umfänglich und weit gestaffelt - sind heute originale Abschnitte so gut wie nicht erhalten geblieben. So sollten noch in den 1990er Jahren alle Grenzsperranlagen abgerissen und entsorgt werden. An ausgesuchten Stellen im Gelände sollten nun nach politischen Vorgaben nachgebaute Grenzlandmuseen entstehen. An die Erhaltung von Grenzdenkmalen - also originalen baulichen Objekten der DDR-Grenzsicherung wurde seinerzeit nicht gedacht.

Oft durch Vorsprache von den Grundeigentümern, aber in erster Linie durch Zufall sind in den 1990er Jahren doch noch mancherorts Fragmente, wie beispielsweise Grenztürme oder Zaunreste stehen geblieben. Mit den Jahren haben diese baulichen Hinterlassenschaften der Teilungsgeschichte zumeist eine sehr abwechslungsreiche Historie hinter sich gebracht.

Noch in der Zeit der Einheitseuphorie bis Ende der 1990er Jahre hatten die Eigentümer und oft die Gemeindeverwaltungen umfängliche Pläne zur Erhaltung und Pflege dieser Grenztürme, Zaunfelder oder Zweckbaulichkeiten. Der Neubau von Grenzlandmuseen oder touristischen Anziehungspunkten entlang des ehemaligen deutsch-deutschen Todesstreifens wurde seinerzeit immer wieder diskutiert. Fast alle diese Überlegungen verliefen im Sand und spätestens bei der Finanzierung aller dieser Vorhaben holte die Verantwortlichen die Realität ein.

Umgesetzt wurden so gut wie keines dieser Vorhaben der ersten Stunde, das Scheitern wurde durch die fehlenden Fördergeldzusagen von Bund und Land besiegelt. Die wenigen originalen Denkmale der Teilungszeit fristen heute, 30 Jahre nach der Grenzöffnung ein eher jämmerliches Dasein. Entlang der gesamten ehemaligen innerdeutschen Grenze und im Großraum von Berlin ergibt sich zunehmend die Situation, dass Grenztürme als auch Zaunanlagen dem Verfall überlassen werden, komplett umgebaut sind oder vom Einsturz bedroht als Schandmal in der Landschaft stehen. Mancherorts ergibt sich auch die Situation, dass die imposanten Wachtürme am originalen Standort abgebaut und an anderer Stelle aufgebaut werden.

Die Familie Erhard hat sich seit drei Jahrzehnten der Herausforderung zur Denkmalforschung entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze gestellt. Eine ganze Reihe von Grenzrelikten wie Grenztürmen, Zaunanlagen und Teile von Geländeabschnitten nennen sie ihr Eigen. Das Anliegen der Üchtelhäuser Familie ist es, die baulichen Zeugnisse der Teilungsgeschichte zu erhalten und die umfängliche Historie der Teilungszeit zu vermitteln. Zahlreiche Dokumentationen zur Grenzthematik sind in den letzten Jahrzehnten durch die Familie Erhard entstanden.

In das nun vorliegende Buchwerk flossen umfangreiche Datensätze, Bauskizzen, Zeitzeugengespräche sowie Luftbildauswertungen ein. Bezugsmöglichkeit der Dokumentation "Denkmalprofile - Denkmalforschung an der ehem. Innerdeutschen Grenze und Berlin": Stiftungs- und Initiativenverlag, Postfach 4071, 97408 Schweinfurt, Tel:09720/951212: ISBN: 978-3-9818522-5-7, oder Bestellservice: www.grenzdenkmale.de - Literaturportal

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