Mittelstreu

Halloween und Corona: Gruselfilme statt Klingelputzen

Am 31. Oktober hören die Türklingeln normalerweise kaum auf zu läuten. Dieses Jahr könnte das aufgrund von Corona anders sein. Wie wird in Rhön-Grabfeld mit Halloween umgegangen?
Das Halloween-Fest der Kolpingfamilie in Mittelstreu zog jedes Jahr eine Schar von Kindern an (im Bild die Gruppe aus dem Jahr 2017). Dieses Jahr muss es aufgrund von Corona ausfallen. 
Foto: Sabine Pagel | Das Halloween-Fest der Kolpingfamilie in Mittelstreu zog jedes Jahr eine Schar von Kindern an (im Bild die Gruppe aus dem Jahr 2017). Dieses Jahr muss es aufgrund von Corona ausfallen. 

Der 31. Oktober ist vor allem bei Kindern und Familien ein beliebter Tag im Jahr: Es ist Halloween. Im Normalfall huschen an diesem Tag viele verkleidete Kinder in den Straßen umher. Mit Tüten, Beuteln oder Eimerchen ausgestattet ziehen sie von Haus zu Haus, um Süßigkeiten zu sammeln. Verboten ist dieser Brauch dieses Jahr zwar nicht, allerdings ist er unter Betracht der AHA-Regeln und Kontaktbeschränkungen kritisch zu betrachten. Das Landratsamt Rhön-Grabfeld richtet den Appell an die Bevölkerung, auf Halloween-Aktivitäten zu verzichten. Wie gehen Schulen, Kindergärten und Eltern in Rhön-Grabfeld damit um?

Wie gehen Eltern in der Region mit Halloween um?

In Mittelstreu wurde an Halloween jedes Jahr von der Kolpingfamilie eine Feier für Kinder veranstaltet. Daran nahmen meistens circa 20 bis 25 Kinder teil, um mit einigen Erwachsenen Süßigkeiten zu sammeln. Auch Sabine Pagel und ihre zwei Kinder Charlotte und Lorenz nahmen normalerweise an der Aktion teil. Dass die Halloween-Feier bei der Kolpingfamilie dieses Jahr ausfalle, verstehe sich von selbst, sagt Pagel.

"Sie sehen es auch meistens gelassener als viele Erwachsene, wenn eine Feier oder ein Fest nicht stattfindet."
Sabine Pagel, Mutter über Kinder

"Wie wir es in unserer Familie heuer handhaben werden, wissen wir leider noch nicht." Pagel werde mit ihrer Familie aufgrund der aktuellen Fallzahlen vermutlich zu Hause bleiben und eine kleine Party mit ihren Kindern feiern. Eventuell werde sie noch eine befreundete Familie einladen, "das machen wir aber vom Infektionsgeschehen abhängig". Auch in ihrem Bekanntenkreis aus Mellrichstadt und Ostheim werden es die meisten an Halloween ähnlich handhaben. Die Kinder hätten dafür Verständnis. "Sie sehen es auch meistens gelassener als viele Erwachsene, wenn eine Feier oder ein Fest nicht stattfindet", so Pagel.

Auch Christian Dünisch aus Bad Neustadt wird dieses Jahr mit seiner Tochter nicht um die Häuser ziehen. Er habe sich aber einen Ersatz für sie einfallen lassen. "Wir basteln Dekokürbisse und Fledermäuse, verzieren Schaumküsse mit gruseligen Gesichtern und werden uns ein gemütliches Halloween zu Hause machen, mit Gruselfilmen und Süßigkeiten", sagt Dünisch. Natürlich dürfe sich seine Tochter auch verkleiden – die alljährliche Party sei allerdings abgesagt.

Wie gehen Schulen mit Halloween um?

Dünisch ist nicht nur Vater, sondern auch Lehrer an der Montessori-Schule in Sandberg. "An der Schule wird alles auf Sparflamme gekocht", sagt er. Das alljährliche Herbstfest wurde abgesagt und Halloween-Feiern gäbe es ebenfalls nicht. Trotzdem werde im Unterricht auf das Thema eingegangen. "In Englisch findet eine landeskundliche Begegnung mit dem Thema statt, und meine Zehntklässler haben das Klassenzimmer gespenstisch dekoriert", sagt der Lehrer. 

Außerdem seien die Jugendlichen belehrt worden, nicht zu feiern und um die Häuser zu ziehen. "Das stößt nicht überall auf Verständnis", so Dünisch. Für Jugendliche sei es zwar wichtig, sich mit Gleichaltrigen zu treffen, jedoch hoffe er, dass insgesamt die Vernunft der Schüler überwiegt. Die Herbstferien nach Halloween werde die Schule dazu nutzen, die Fallzahlen weiter zu beobachten. "Besondere Maßnahmen sind aber bisher nicht vorgesehen", sagt Dünisch. Die Schulleitung richte sich dabei streng nach den Vorgaben des Schulamts und Ministeriums.

Wie gehen Kindergärten mit Halloween um?

Im Kindergarten Mariä Himmelfahrt in Bad Neustadt spiele Halloween keine große Rolle, sagt Erzieherin Julia Drescher. "Durch unsere katholische Trägerschaft ist der eher amerikanische Brauch bei uns nicht von großer Bedeutung", sagt sie. Es gäbe also auch keine großen Aktionen durch den Kindergarten.

"Trotzdem raten wir den Eltern davon ab dieses Jahr um die Häuser zu ziehen."
Julia Drescher, Erzieherin Kindergarten Mariä Himmelfahrt

"Trotzdem raten wir den Eltern davon ab, dieses Jahr um die Häuser zu ziehen", so Drescher. In der aktuellen Situation sei Vorsicht geboten. In der Zeit nach Halloween werde die Kinderbetreuung ganz normal angeboten. Ferien gäbe es erst wieder über Weihnachten. "Natürlich beobachten auch wir das Infektionsgeschehen und richten uns nach den aktuell geltenden Auflagen", sagt die Erzieherin.

Alternativen zum klassischen Halloween

Wer an Halloween nicht auf gruselige Aktionen und Süßigkeiten verzichten möchte, kann auch ohne die klassischen Bräuche auf seine Kosten kommen. Es gibt einige Dinge, die mit Abstand und wenigen Kontaktpersonen möglich sind.
Die Maske zum Teil des Kostüms werden lassen – Zum Beispiel als Chirurg, Bankräuber oder einfach nur mit gruseligen Fratzen auf dem Stoff
Süßigkeitenjagd zu Hause wie an Ostern oder Schnitzeljagd im Freien an Stelle des klassischen Klingelputzens
Aktivitäten: Abendlicher Spaziergang im Kostüm, Spiele wie Pantomime, Quizze oder Pictionary, Gruselfilme schauen und Gruselabendessen veranstalten – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Quelle: bussgeldkatalog.org
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