Sternberg

Heimattag: "Neue Wege im ländlichen Raum"

Gefragt ist Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert vor allem, wenn es um die Geschichte der einstigen Innerdeutschen Grenze im Landkreis Rhön-Grabfeld und Unterfranken geht. Wie hier bei einem Fernsehinterview an der einstigen Deutsch-Deutschen Grenze bei Zimmerau und Rieth.
Foto: Hanns Friedrich | Gefragt ist Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert vor allem, wenn es um die Geschichte der einstigen Innerdeutschen Grenze im Landkreis Rhön-Grabfeld und Unterfranken geht.

In Bad Neustadt findet in diesem Jahr der 41. Bayerische Heimattag statt. Geplant ist dies am 18. und 19. Juni. Das Thema wird "Neue Wege im ländlichen Raum" sein. In die Vorbereitungen ist auch Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert eingebunden, berichtete er in einem Gespräch. Dabei geht er auch auf die Pandemie ein, was dazu führte, dass seine umfangreichen Tätigkeiten eingeschränkt waren. Trotzdem kam die Archivpflege nicht zu kurz.

Die Beratungsgespräche wurden per Telefon geführt und das private Archiv, zum Thema "Die einstige innerdeutsche Grenze" aktualisiert und in sieben Ordnern archiviert. Rund 2000 Fotografien gehören ebenso dazu wie zahlreiche Zeitungsberichte, Dokumente und Erlebnisunterlagen. Diese Ordner erhielt das Staatsarchiv Würzburg zur Digitalisierung, die dann künftig für Forschungszwecke zur Verfügung stehen. Reinhold Albert ist weiterhin Mitarbeiter der Vorbereitungsgruppe "Wir wollen uns erinnern", in der es um Gedenkstätten für deportierte jüdische Mitbürger geht.

Unzählige Freizeitstunden aufgewendet

Wenn der Kreisheimat- und Archivpfleger auf den Tacho seines Autos schaut, stellt er fest, dass er in diesem Jahr im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit rund 3500 Kilometer zurückgelegt und unzählige Freizeitstunden aufgewendet hat. So für Archivordnungsmaßnahmen im Bereich der Stadt Mellrichstadt, Eichenhausen und Oberelsbach. In Fladungen sucht man noch nach einem Gebäude, um die Archivalien der Stadt und Stadtteile dauerhaft zu lagern. Archive wurden in Bad Königshofen, Bad Neustadt, Sandberg, Wülfershausen, Mellrichstadt und Saal/Saale besichtigt.

Wenn es um amtliche Siegel und Dokumente geht, ist Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert der kompetente Ansprechpartner.
Foto: Hanns Friedrich | Wenn es um amtliche Siegel und Dokumente geht, ist Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert der kompetente Ansprechpartner.

In Bad Königshofen entdeckte man im Wohnhaus eines verstorbenen ehemaligen Lehrers eine Schulchronik von Lebenhan mit Eintragungen zur Geschichte des Ortes. Sie wird gegenwärtig von einem Ortschronisten ausgewertet und dann dem für Lebenhan zuständigen Stadtarchiv Bad Neustadt übergeben. Eingebunden war der Kreisheimatpfleger in die Aufarbeitung einer Negativsammlung des Sandberger Fotografen Benke aus den 1950er und 1960er Jahren. Diese sollen digitalisiert werden. Reinhold Albert transkribierte und digitalisierte die jüdischen Standesregister der Gemeinde Kleinbardorf aus dem 19. Jahrhundert, die im Staatsarchiv Würzburg archiviert sind. Ebenso das 1875 begonnene zweibändige, 350 Seiten umfassenden Saaler Pfarrbuch. In Herbstadt vorgefundene Straf- und Gemeindeprotokollbücher wurden dem Gemeindearchiv übergeben. In Sternberg entdeckten Bauarbeiter im Zuge von Straßenbauarbeiten einen uralten, zwölf Meter tiefen Brunnen. Er wurde dokumentiert und versucht, dessen Geschichte sprichwörtlich auf den Grund zu gehen. Nicht gelungen ist es, die rund 10 000 Exemplare umfassende Ansichtskartensammlung von Orten im Landkreis Rhön-Grabfeld der verstorbenen Elfriede Herda (Ostheim v. d. Rhön) für den Landkreis zu erwerben.

Vortrag per Internet-Stream

Ein interessantes Experiment für den Kreisheimat- und Archivpfleger war ein Vortrag zum Thema "75 Jahre Kriegsende – die Ereignisse im April und Mai 1945 im Grabfeld" per Internet-Stream. Er kann unter https://bit.ly/2ZAn4dW abgerufen werden. Reinhold Albert war bei Radio-Interviews, für Beiträge in den Rhön-Grabfelder Tageszeitungen über heimatgeschichtliche und Brauchtumsthemen ebenso gefragt, wie er zahlreiche Anfragen zu Geschichte und Brauchtum in Rhön und Grabfeld beantwortete. Es gab Behördentermine mit Dipl.-Ing. Christian Schmidt vom Landesamt für Denkmalpflege sowie Kreisbaumeister Herbert Bötsch und immer wieder war Reinhold Albert im Staatsarchiv und Diözesan-Archiv Würzburg, um aktuelle Fragen der Heimat- und Archivpflege zu erörtern.

Wie schon in den vergangenen Jahren verfasste er Gemeindechroniken. So wurde im Februar 2020 im Gemeindezentrum Sulzdorf im Beisein von Landrat Thomas Habermann, Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Klaus Reder und Bürgermeisterin Angelika Götz der dritte Teil seiner Chronik von Sulzdorf und seinen Gemeindeteilen vorgestellt. Hinzu kam das in der Schriftenreihe der Kulturagentur erscheinendes Buch über den Weinbau in Rhön und Grabfeld einst und im November kam die 390 Seiten umfassende Chronik des Sandberger Gemeindeteils Waldberg dazu. Weiter galt es das 43. Heimatjahrbuch des Landkreises Rhön-Grabfeld zu bearbeiten. Es ist die 15. Ausgabe, die Reinhold Albert als Schriftleiter begleitet.

Der Historische Verein des Landkreises Haßberge veröffentlichte anlässlich seines 15-jährigen Bestehens einen Sammelband zur Geschichte des Landkreises Haßberge mit einem Beitrag Alberts. Miteingebunden war der Kreisheimatpfleger beim Buch von Ansgar Büttner über die alte Dreschmaschine Wargolshausen. Der Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld gab wieder sein Heimatblatt an die Haushalte im Altlandkreis Königshofen heraus. Schriftleiter ist Reinhold Albert. Er verfasste im gemeindlichen Mitteilungsblatt Sulzdorf Beiträge aus der Geschichte der Dörfer an der Lederhecke. Außerdem erschien jüngst eine Chronik der Gemeinde Wülfershausen. Das reich bebilderte, über 600 Seiten umfassende Werk wird von der Gemeinde Wülfershausen herausgegeben.

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