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Heinz Ender – Der Lebensweg eines Spitzensportlers in der DDR

Gerhard Schätzlein an seinem Arbeitsplatz
Foto: Tonya Schulz | Gerhard Schätzlein an seinem Arbeitsplatz

Die Geschichte und Geschichten lassen Gerhard Schätzlein nicht los: Nun hat der Autor ein neues Werk veröffentlicht. Es beschreibt eingehend die Entwicklung eines talentierten Jugendlichen zu einem Spitzenboxer der DDR im Amateurbereich. Es bietet interessante Einblicke in eine vergangene Zeit, in der auf Volksfesten Schau-Boxkämpfe die Zuschauer faszinierten. Die Boxveranstaltungen der DDR-Betriebsmannschaften füllten das Meininger Volkshaus und Stadien überall in der DDR.

Beruflich wechselte der gelernte Elektriker vom RAW, dem Meininger Reichsbahn-ausbesserungswerk zur kasernierten Volkspolizei. Eine Karriere als Offizier in der NVA zerschlug sich durch seine verheimlichte Mitgliedschaft in der NPDP (National-Demokratische Partei Deutschlands). Sein Verbleib in der beginnenden Volksarmee endete mit seiner Beteiligung am Volksaufstand des 17. Juni  1953, doch er landete, wie mehrmals später, immer wieder weich in den Armen der DDR-Bürokratie, was auch mit seiner sportlichen Erfolgslaufbahn zu tun hatte.

Volksarmist und Volkspolizist

Heinz Ender – Der Lebensweg eines Spitzensportlers in der DDR
Foto: Bildrechte: Gerhard Schätzlein

So wurde aus dem Volksarmist ein Volkspolizist, erst als ABV, dann Kriminalpolizist als Staffelführer einer Hundestaffel, mit DDR-weiten Erfolgen. Ein eheliches Fiasko zerstört die Karriere. Er landet wieder in Meiningen als Volks-Polizist, dann, inzwischen „Genosse“, als SED-Parteisekretär und Bürgermeister einer Grenzgemeinde. Nach einem erneuten Absturz findet er sich nach wechselnden Berufen schließlich als Gefängnisaufseher in Untermaßfeld wieder, wo er wieder in „Schwierigkeiten“ kam.

Sein letzter Arbeitsplatz war Hausmeister bei den Grenztruppen in Hermannsfeld. Eine Verhaftung wegen der Flucht der Töchter in die BRD entfiel nur durch die Wende.

Brüche im Lebenslauf

Die „Brüche“ in seinem Lebenslauf hat Heinz Ender sich meist selbst zuzuschreiben: Jähzorn, Eifersucht, Leichtsinn und Leichtgläubigkeit prägten auch sein Privatleben, so wie Ender es selbst ungeschminkt berichtete und veröffentlicht wissen wollte, berichtet Gerhard Schätzlein.  Das Buch sei ein intimer Einblick und Rückblick auf das oft schwierige Innenleben der DDR und darauf, wie Normalbürger und  damit zurecht kommen musste. "Ich meine: Enders Lebensbeichte ergäbe ein perfektes Drehbuch für einen Film oder eine Serie über das knappe halbe Jahrhundert Dasein in der DDR", sagt der Autor.

Gerhard Schätzlein: Heinz Ender – Der bizarre Lebensweg eines Meiningers in der DDR; zu erwerben bei der  Druckerei Mack in Mellrichstadt, Tel.: (09776) 81 21-0; E-Mail:  rw@mack-druck.de; Preis 18 Euro; ISBN-Nummer 978 3 942112 55 0.

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