Bad Neustadt

In der Region: Kurzarbeit verhindert Arbeitslosigkeit

Arbeitsmarkt: Die verschärften Corona-Regeln machen sich durch einen deutlichen Anstieg der Kurzarbeit bemerkbar. Wie die Kurzarbeit hilft, Arbeitsplätze zu retten.
In der Region: Kurzarbeit verhindert Arbeitslosigkeit

Die Pandemie dauert an, der Arbeitsmarkt und damit auch die Zahl der Arbeitslosen ist weiterhin stabil. "Die Lage am Arbeitsmarkt der Region Main-Rhön ist dadurch gekennzeichnet, dass wir einerseits eine sehr stabile Arbeitslosenquote haben und andererseits zeigt ein deutlicher Anstieg der Kurzarbeit, dass dieses Instrument den Arbeitsmarkt weiter stabilisiert“, so Thomas Stelzer, Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt, im Dezember-Report für Main-Rhön. Die statistischen Zahlen stammen vom Stichtag 10. Dezember, also noch vor dem zweiten Lockdown.

In Main-Rhön waren demnach 8647 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,5 Prozent. Im Dezember 2019 wurden 1354 Arbeitslose weniger gezählt, die Arbeitslosenquote lag seinerzeit bei 2,9 Prozent. Auffällig sei, dass in Folge der Krise die Beendigung von Arbeitslosigkeit schwieriger werde. Dies zeige sich dadurch, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen (länger als 12 Monate arbeitslos) im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel angestiegen ist.

Etwa 20 Prozent aller Beschäftigten in Kurzarbeit

An der Entwicklung der Kurzarbeit lasse sich weiterhin die Auswirkung der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt ablesen. Seit Jahresbeginn 2020 wurde von 4143 Betrieben für 55 850 Arbeitnehmer in Main-Rhön Kurzarbeit angemeldet. Zwar waren die Neuanzeigen für Kurzarbeit in den vergangenen Monaten kontinuierlich gesunken, heißt es im Arbeitsmarktbericht. Und: Sie könnten angesichts der neuerlichen Beschränkungen in den nächsten Monaten wieder ansteigen.

Der Höchststand der Betriebe mit Kurzarbeit lag im April bei 3254 und die Höchstzahl der betroffenen Arbeitnehmer im Mai bei 38 013. Aufgrund des neuerlichen Lockdowns ab 16. Dezember sei damit zu rechnen, dass diese Höchststände wieder erreicht werden. Durch den Einsatz von Kurzarbeit wurde damals allein rechnerisch für fast 10 000 Beschäftigte Arbeitslosigkeit verhindert. Es sei davon auszugehen, dass sich im Dezember 2020 wieder ein knappes Fünftel aller Beschäftigten in Kurzarbeit befand. „Der Strukturwandel und die fortschreitende Digitalisierung haben durch die Corona-Pandemie deutlich an Fahrt gewonnen. Verbesserte Regelungen für geförderte Qualifizierung der Beschäftigten während der Kurzarbeit werden bereits von den Unternehmen genutzt. Mittelfristig hilft dies, die vor der Krise dominierenden Themen wie Fachkräftesicherung, Transformation und Demografie zu bewältigen“, so Thomas Stelzer.

Die Zahl an offenen Arbeitsstellen blieb bis zum Stichtag 10. Dezember angesichts der Pandemie weiter auf hohem Niveau. 3836 Arbeitsangebote wurden offeriert. Die meisten offenen Stellen finden sich aktuell in den Bereichen Gesundheit und Sozialwesen, den Bereichen Kfz, Bau und verarbeitendes Gewerbe. Angesichts der in weiten Teilen ruhenden Wirtschaft blieben aber auch in vielen Branchen Neu- und Wiedereinstellungen ganz aus.

Rhön-Grabfeld mit der niedrigsten Quote in Main-Rhön

Die Arbeitslosigkeit in Landkreis Rhön-Grabfeld ist von November auf Dezember um 23 auf 1367 Personen gestiegen. Das waren 270 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug im Dezember 3,0 Prozent, vor einem Jahr belief sie sich auf 2,4. Rhön-Grabfeld weist damit die geringste in Main-Rhön auf.

Dabei meldeten sich 338 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 28 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 317 Personen ihre Arbeitslosigkeit, das sind fünf weniger als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn gab es 4659 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 59 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 4.68 Abmeldungen von Arbeitslosen (–327).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 27 Stellen auf 829 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 45 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Dezember 168 neue Arbeitsstellen, eine weniger als vor einem Jahr. Seit Januar 2020 waren 1898 Arbeitsstellen eingegangen, gegenüber dem Vorjahreszeitraum war das eine Abnahme von 205.

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