BISCHOFSHEIM

Kurs auf Sandberg

Seit einigen Wochen haben die Gleitschirmflieger in der Rhön auf der Südostseite des Kreuzbergs einen neuen Startplatz. Doch nicht nur den wagemutigen Extremsportlern eröffnet sich eine völlig neue Perspektive.
Kurs auf Sandberg: Eine Schneise auf der Südostseite des Kreuzbergs eröffnet Gleitschirmfliegern ganz neue Möglichkeiten. Und Wanderer haben einen tollen Aussichtspunkt.
Foto: FOTO Josef Benda | Kurs auf Sandberg: Eine Schneise auf der Südostseite des Kreuzbergs eröffnet Gleitschirmfliegern ganz neue Möglichkeiten. Und Wanderer haben einen tollen Aussichtspunkt.

Gleitschirmflieger können es weit bringen. „An einem guten Tag kann man stundenlang fliegen“, schwärmt Ulrich Klebl. Der Bischofsheimer hat es selbst schon einmal von der Rhön bis in die oberfränkische Bierstadt Kulmbach geschafft. Und vor Jahren stellte ein Sportsfreund aus Hessen einmal einen nationalen Rekord auf, als er von hiesigen Gefilden in die Schwäbische Alb flog – nonstop, versteht sich.

Doch bei ihrem Hobby sind die Piloten – stärker als bei vielen anderen Sportarten – auf die äußeren Bedingungen angewiesen. „Man muss immer auf die Windrichtung achten“, erklärt Klebl. Deshalb brauchen Gleitschirmflieger verschiedene Startplätze.

Optimale Ausrichtung

Davon haben die „Kreuzbergflieger“ jetzt drei. Am Arnsberg gehen sie bei Nordwestlagen in die Lüfte, am Dreitannenlift steigt man gut bei Nord- und Nordostwetterlagen. Und eine neue Schneise im Südosten des heiligen Bergs, hoch über Sandberg, ermöglicht jetzt Starts bei Süd- bis Südostlagen. „Von der Ausrichtung her ist das optimal“, sagt Ulrich Klebl. Der 37-Jährige, von Beruf Braumeister im Kloster Kreuzberg, ist Vorsitzender des „Gleitschirmclubs Kreuzberg Rhön“, der Ende vergangenen Jahres gegründet wurde. Der Verein hat 30 Mitglieder.

Die Schneise hat noch einen Nebeneffekt, von dem auch weniger wagemutige Frischluftfanatiker profitieren: Von der Stelle, die nur etwa 200 Meter von der Freifläche auf dem Kreuzberggipfel am Wanderweg Nummer 3 liegt, hat man eine tolle Aussicht auf Sandberg. Der Panorama-Charakter ist wichtig, „sonst hätten wir das nie genehmigt bekommen“, so Klebl.

Unterstützung durch die Stadt

Mit ihrem Anliegen sind die Gleitschirmflieger bei den Bischofsheimer Stadtvätern gerade deshalb auf offene Ohren gestoßen. Vom Kreuzberg habe man schon immer gut nach Norden blicken können, nach Süden dagegen nicht.

Entwicklungskonzept Kreuzberg

„Deshalb habe ich das sehr befürwortet“, sagt Bürgermeister Udo Baumann. Naturverträgliche Sportarten seien zudem Teil des Entwicklungskonzepts Kreuzberg. Das Sturmtief „Kyrill“ im Januar 2008 habe bei der Schneise schon ordentlich Vorarbeit geleistet, so das Stadtoberhaupt.

Die Sandberger, die sich jetzt von kreisenden Gleitschirmfliegern und Spaziergängerblicken beobachtet fühlen könnten, sollten übrigens immer genau im Auge behalten, was sich am Himmel tut. „Irgendwann werde ich ein Fässchen Bier runterfliegen“, hat Braumeister Klebl nämlich versprochen. Ob's etwa ernst gemeint war?

Online-Tipp

Mehr Informationen unter: www.kreuzbergflieger.de

Ulrich Klebl
Foto: FOTO H. Wohlfahrt | Ulrich Klebl
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