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Leserforum: Entspricht Bankenfusion dem Genossenschaftsgedanken?

Leserforum: Entspricht Bankenfusion dem Genossenschaftsgedanken?
Foto: Björn Kohlhepp

Zur Berichterstattung über die angekündigte Bankenfusion bei der VR Bank erreichte die Redaktion folgender Leserbrief. 

"Ich bin Mitglied und Kunde der Volksbank Raiffeisenbank Rhön-Grabfeld e.V. und als Privatmann und Mitinhaber und Geschäftsführer eines mittelständischen Betriebes im Hotel- und Gastgewerbe. Bezugnehmend auf die angekündigte Fusion der Volksbank Raiffeisenbank Rhön-Grabfeld e.V. mit der Volks- und Raiffeisenbank Schweinfurt eG stelle ich mir einige Fragen.

Ist die Fusion der Volksbank Raiffeisenbank Rhön-Grabfeld e.V. mit der Volks- und Raiffeisenbank Schweinfurt eG in der jetzigen Zeit angemessen? Was hat Rhön und Grabfeld mit Schweinfurt gemeinsam, außer dass wir im Bezirk Unterfranken sind. Die Rhön und das Grabfeld sind eine ländliche Region, Schweinfurt ist eine Industriestadt, die eine völlig andere Ausrichtung hat. Warum soll ich noch Kunde sein bei einer Mainfranken-Bank? Wenn schon Fusion sehe ich eher Bad Kissingen oder Römhild zu Rhön-Grabfeld geografisch und kulturell als passend an. Warum wird mit diesen Banken nicht fusioniert?

Entspricht diese Fusion wirklich dem Genossenschaftsgedanken? Wir haben nachgeforscht, folgende Antworten hatte Google zum Thema Genossenschaftsgedanke parat: 'In einer Genossenschaft schließen sich die Mitglieder freiwillig zusammen, um gemeinsam zu wirtschaften. Dabei soll die wirtschaftliche Förderung aller Mitglieder aus eigener Kraft und nicht durch Unterstützung Dritter bzw. des Staates gelingen….'

Oder auch: 'Menschen und Unternehmen gründen Genossenschaften, weil sie so gemeinsame Ziele leichter erreichen, ohne dabei die eigene Selbstständigkeit aufzugeben. Die eingetragene Genossenschaft (eG) ist allein und ausschließlich verpflichtet, die Interessen ihrer Mitglieder zu fördern.' Außerdem: 'Historischer Ursprung liegt in der Förderung der landwirtschaftlichen und handwerklichen Mitglieder, aber auch der Arbeiter in Produktivgenossenschaften.'

Sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft, kreativ nach neuen Geschäftsfeldern für die Genossenschaft zu suchen? Wurden alle Werte auch im Hinblick der Gründerväter und ihrem unermüdlichen Einsatz zu Ehren abgeglichen? Würden diese genauso entscheiden? Was hat uns bisher bei der hiesigen Bank treu bleiben lassen? Kundennähe, Mitarbeiter, die man noch persönlich kennt und Vertrauen, aufgrund von Nähe zu den Menschen, die in der Bank arbeiten.

Wie reagieren manche Kunden darauf, wenn diese Bindung verloren geht? In der jetzigen Zeit ist schon so viel Distanz in allen Bereichen, da wäre es vielleicht eine gute Lösung genau den Gegentrend zu bedienen. Vielleicht ist dies genau das 'neue' trendige Geschäftsmodell für die Zukunft?

Will die Mehrheit der Mitglieder und Mitgliedervertreter diese Fusion wirklich? Geht es hier überhaupt um die Mitglieder und Kunden oder stehen hier Vorstands- oder Verbandsinteressen im Vordergrund? Alles Fragen, die ich mich als VR Bank-Kunde und langjähriges Mitglied sehr nachdenklich machen.

Natürlich sind die Argumente von Kostenreduzierung, etc. bekannt und auch verständlich. Aber wir als Mitglieder verlieren immer mehr den Bezug zu unserer Genossenschaftsbank. Für uns Menschen ist die fusionierte Bank dann so weit weg wie eine Großbank oder Online-Bank. Ich hoffe sehr, dass sich die Vertreterversammlung ihrer historischen Entscheidung und Verantwortung wirklich und wahrhaftig bewusst ist."

Heino Goldbach

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