Burgwallbach

Mögliche Gefahr im Liesbachtal: Wanderer ignorieren die Sperrung

Das große Sperr- und Warnschild am Eingang zum Liesbachtal wurde in den vergangenen Wochen von Spaziergängern und Wanderern nicht immer ernst genommen und beachtet. Bürgermeisterin Sonja Rahm, Forstbetriebsleiter Dr. Michael Kutscher (Bayerische Staatsforsten Bad Brückenau) und Försterin Freya Storath bitten dringend um Rücksichtnahme. Die Sperrung wird voraussichtlich bis Juni dieses Jahres noch notwendig sein. 
Foto: Marion Eckert | Das große Sperr- und Warnschild am Eingang zum Liesbachtal wurde in den vergangenen Wochen von Spaziergängern und Wanderern nicht immer ernst genommen und beachtet. Bürgermeisterin Sonja Rahm, Forstbetriebsleiter Dr.

Das Liesbachtal bei Burgwallbach ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Nicht nur die Burgwallbacher schätzen ihr Tal, es ist für viele Gäste aus der Region und von außerhalb für eine Wanderung oder einen Spaziergang sehr beliebt. Derzeit finden Baumfällarbeiten im Tal statt, um das Tal naturschutzfachlich noch weiter aufzuwerten. Der Spaziergang im Tal ist derzeit daher nicht möglich. Umleitungen wurden ausgewiesen. Bis Juni wird die Sperrung noch notwendig sein.

Forstbetriebsleiter Dr. Michael Kutscher (Bayerische Staatsforsten Bad Brückenau) bedauert, dass die großformatigen Sperrschilder und Warnhinweise kaum wahrgenommen und akzeptiert werden. Er selbst sei am Osterwochenende eigens nach Burgwallbach gekommen, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Der Bereich, in dem derzeit gearbeitet wird, wurde durch umgelegte Bäume zusätzlich abgesperrt. Aber selbst diese Barriere habe Besucher nicht abgehalten. "Es wird einfach ignoriert und über die umgelegten Bäume geklettert." Verständnis hat Kutscher für dieses Verhalten nicht. "Solange in einem Gebiet gearbeitet wird und es nicht wieder freigegeben ist, besteht Lebensgefahr, auch an Wochenenden und Feiertagen, wenn gerade nicht gearbeitet wird." Wenn ein Baum gefällt wird, dann könne es immer dazu führen, dass auch Nachbarbäume beschädigt und Äste angebrochen werden. Diese können zu einem späteren Zeitpunkt ohne Vorwarnung, auch wenn kein Sturm ist, abbrechen.

Bäume wurden gefällt und quer über den Weg gelegt, um Wanderern und Spaziergängern deutlich zu machen, dass sie hier nicht weiter gehen sollen.
Foto: Marion Eckert | Bäume wurden gefällt und quer über den Weg gelegt, um Wanderern und Spaziergängern deutlich zu machen, dass sie hier nicht weiter gehen sollen.

Von Spaziergängern, die er ansprach, warum sie die Absperrungen ignorierten, bekam er als Antwort, dass sie das Risiko selbst schon einschätzen könnten. "Das ist leider absoluter Unsinn und es ist grob fahrlässig, so zu denken. Diese Absperrungen haben ihren Sinn." Kutscher möchte nicht dramatisieren. Aber wenn ein Spaziergänger zu Schaden komme, möglicherweise sogar noch ein Kind, denn es seien auch Familien gewesen, die im abgesperrten Bereich spazieren gingen, wer wolle einen Unfall dann auf sein Gewissen laden? "Das will und kann ich meinen Mitarbeitern nicht zumuten. Ich bitte dringend darum, die Absperrungen zu beachten, um der eigenen Sicherheit willen und aus Solidarität mit den Waldarbeitern", bittet Kutscher um Rücksichtnahme und Sensibilität.

Der Hexenbrunnen ist nicht frei zugänglich

Bürgermeisterin Sonja Rahm unterstützt den Forstbetriebsleiter voll und ganz. "Die Vorstellung, dass etwas passieren kann, wenn gerade keine Maschine läuft, mag schwierig sein. Doch die Gefahr ist da. Wir haben die Gefahrenzonen markiert und gesperrt." Rahm hat Verständnis, dass die Bürger gerne im Liesbachtal spazieren gehen oder auch am Hexenbrunnen Wasser holen. Das Tal haben seinen Reiz mit dem Bächlein, den freien Flächen und dem Wald. Die wohltuende Ruhe, die Atmosphäre und Beschaulichkeit könnten die Gäste und Besucher gerne wieder genießen, wenn die Baumfällarbeiten abgeschlossen sind und der Weg wieder freigegeben werden kann. Dass das jetzt für den einen oder anderen eine Einschränkung bedeutet, vor allem, dass das Quellwasser des Hexensbrunnens nicht frei zugänglich ist, dafür hat sie Verständnis. "Es dauert nicht mehr lange, dann können der Brunnen und das Tal wieder besucht werden."

Wenn die Baumfällarbeiten abgeschlossen sind, dauere es noch zwei bis drei Wochen, um den Weg wieder freigeben zu können. Das sei aus Sicherheitsgründen nötig, in dieser Zeit werden sichtbare Schäden an bestehenden Bäumen entfernt, damit eben keine angebrochenen Äste auf den Weg stürzten können. Auch sei diese Zeit nötig, damit durch Wind und Witterung loses Material herunterfallen kann.

Welche Maßnahmen hat die Staatliche Forstverwaltung Bad Brückenau, zu der das Salzforstrevier um Burgwallbach gehört, konkret im Liesbachtstal geplant? Freya Storath, die zuständige Försterin, erläutert einzelne Maßnahmen: In erster Linie soll das Tal im hinteren Bereich geöffnet werden, in dem der Baumbestand am Wegesrand zurückgenommen wird. Auf diese Weise komme mehr Luft und Licht in das Tal, das im Übrigen nicht immer so dicht bewaldet war. In früherer Zeit war es ein offenes Tal mit landwirtschaftlich genutzten Wiesen.

Verschiedene Biotope sollen entstehen

Auf den freien Flächen sollen verschiedene Biotope entstehen. Alte Feuchtbiotope werden reaktiviert. Sandige Bereiche bilden Lebensräume für Wildbienen. Blühflächen sollen entstehen und für die Kreuzotter, die auch heute noch in dem Bereich heimisch ist, werden Lesesteinhaufen angelegt. Ziel sei es, unterschiedliche Lebensräume zu schaffen, die einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Aber auch den Erholungswert zu steigen, denn gerade im oberen Talbereich sei es doch schon sehr dunkel und eng gewesen. Für Bürgermeisterin Sonja Rahm gehören dazu die beiden angedachten Sitzgruppen und Schautafeln, die über Flora und Fauna aufklären.

Bis Ende Dezember dieses Jahres müssen die Arbeiten am Projekt abgeschlossen sein. Doch abgeschlossen sei die Neugestaltung dann keineswegs, denn erst im Laufe der nächsten Jahre zeige sich, wie die Biotope und Lebensräume sich entwickeln.

Im oberen Bereich des Liesbachtals ist schon zu sehen, wie der Waldrand aufgeweitet wurde, um unterschiedliche Lebensräume anzulegen.
Foto: Marion Eckert | Im oberen Bereich des Liesbachtals ist schon zu sehen, wie der Waldrand aufgeweitet wurde, um unterschiedliche Lebensräume anzulegen.
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