Mellrichstadt

Mellrichstadt: Auf Ursel, auf die Liebe und das Leben

Mit Schwung geht es für Ursel Balling-Kraus in den neuen Lebensabschnitt.
Foto: Brigitte Gbureck | Mit Schwung geht es für Ursel Balling-Kraus in den neuen Lebensabschnitt.

Von allen Außenstellen der Frühförderung der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld hatten sich die Mitarbeiterinnen im Hof der Frühförderstätte in der Meininger Landstraße eingefunden, um Ursel Balling-Kraus nach 32 Dienstjahren gebührend in den Ruhestand zu verabschieden.

Brunhilde Hergenhan, Vorsitzende des Lebenshilfevereins Rhön-Grabfeld, ließ die beruflichen Stationen der künftigen Ruheständlerin Revue passieren. Ob Vorpraktikum im ev. Kindergarten in Mellrichstadt, Fachakademie für Sozialpädagogik in Würzburg, Mitgestaltung einer Kindergruppe in Arawa/Papua Neuguinea oder Erzieherin in Salem Höchheim, vielfältig sind ihre beruflichen Erfahrungen. Vor 32 Jahren dann, im Januar 1988, wurde sie bei der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld angestellt. Nach Ausgliederung des betrieblichen Teils der pädagogischen Frühförderung wurde im November 2016 eine Außenstelle in den oberen Räumen der Tagesförderstätte Mellrichstadt eröffnet, im Sommer 2017 erfolgte der Umzug in die Räume in der Meininger Landstraße.

Hilfe zum Leben war stets Ansporn

Ursel Balling-Kraus sei eine strukturierte Mitarbeiterin gewesen, die, wenn nötig, gekämpft habe um das, was ihr wichtig war und für die Lebenshilfe, also Hilfe zum Leben, stets Ansporn gewesen sei. Sie habe nicht nur die betreuten Kinder gefördert und begleitet, sondern dabei auch immer die Familien im Blick gehabt. Geschäftsführer Jens Fuhl dachte in seiner Ansprache an den Anfang seiner Zeit bei der Lebenshilfe zurück. Ob seiner Art sei Ursel Balling-Kraus zunächst irritiert gewesen, er habe an ihr geschätzt, dass sie sehr deutlich gewesen sei und ihm Diplomatie beigebracht habe. Gemeinsam hätten sie gute Gespräche und Diskussionen geführt, sie habe um ihre Einrichtung gekämpft. Er werde den konstruktiven Austausch mit ihr vermissen. Faszinierend fand er es, wie sie sich für eine Sache einsetzen konnte und das dann auch durchsetzte.

Viel Zeit, Energie, Liebe und manche Nerven

Stefanie Kleinhenz, pädagogische Gesamtleitung der Frühförderung, erinnerte sich an viele Momente und erzählte, emotional berührt, dass ihr vor kurzem eine Mutter begegnet sei, deren Sohn von Ursel Balling-Kraus betreut worden war. Ihr Sohn sei jetzt 20 Jahre alt, heute sei er ein guter Handwerker geworden. Kleinhenz zollte großen Respekt vor der Lebensleistung von Balling-Kraus - mit Arbeit, Familie mit vier Söhnen und dabei trotzdem immer den Blick auf die Arbeit zu haben und sich einzubringen. Simone Pretscher, die Nachfolgerin von Ursel Balling-Kraus, stellte fest, dass diese viel Zeit, Energie, Liebe und manche Nerven in den Aufbau der Außenstelle investiert habe. Damit habe sie den Kolleginnen und den Kindern beim Wachsen geholfen. Sie selbst hoffte, dass sie in die Fußstapfen treten könne.

Ursel Balling-Kraus übergab den Schlüssel an ihre Nachfolgerin Simone Pretscher. Mit im Bild Stefanie Kleinhenz.
Foto: Brigitte Gbureck | Ursel Balling-Kraus übergab den Schlüssel an ihre Nachfolgerin Simone Pretscher. Mit im Bild Stefanie Kleinhenz.

Dann kam die Geehrte selber zu Wort. Als sie damals 1986 als Schwangerschaftsvertretung in der Frühförderung begonnen habe, hätte sie sich nicht träumen lassen, dass sie bis zum Rentenbeginn hierbleiben würde. Rückblickend auf die vielen Jahre sei es das Beste gewesen, was ihr beruflich passieren konnte. Symbolisch legte sie ein Puzzle mit 14 Teilen mit der Überschrift "Danke als Motto". Der Rahmen, das Grundgerüst sei für sie die Geschäftsleitung. Nach anfänglich holprigen Jahren sei der Rahmen von einem neuen stabilen Rahmen abgelöst worden. Sie dankte Jens Fuhl für "Wertschätzung, Verständnis und Offenheit". Danke sagte sie auch dem Team.

Jeder Teil des Puzzles ist wichtig

In der Mitte des Puzzles würde ein großer Teil mit den Eltern und ihren Kindern liegen. Den dritten und vierten Teil belegten ihre Kolleginnen Birgit Böhler und Gertraud Till. Mit dem fünten und sechsten Puzzleteil waren Stefanie Kleinhenz und Simone Pretscher gemeint. Puzzleteil Sieben betraf die Kolleginnen, die zeitweise mit in der Leitung waren, Puzzleteil acht alle aktuellen Kolleginnen.  Weitere Teile betrafen die Kolleginnen der F.L.E.K. gGmbH, Birgit Driemer und Sabine Schmidt, die Kindergärten, die Förderzentren in Ostheim und Hohenroth, Werner Floth und Mike Ide und natürlich die Vermieterfamilie Seemann.

Wenn sie singen könnte, würde sie jetzt "I did it my way" singen. Anstelle von Geschenken wolle sie der Lebenshilfe gerne eine Spende zukommen lassen. Als Höhepunkt der Feier sangen alle Kolleginnen ein selbst verfasstes Lied, das ihr ganzes Wirken noch einmal zusammenfasste. Und dann stießen alle mit einem Glas Sekt "auf Ursel, auf uns und auf die Liebe und das Leben" an.

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