Mellrichstadt

Mellrichstadt: Wird der Beethovenweg zur Einbahnstraße?

Wenn parkende Autos die Fahrspur verengen, dass Durchgangsverkehr in beide Richtungen kaum mehr möglich ist, muss eine Lösung her. Die Stadt hat sie parat, auch für Radfahrer. 
Durch parkende Autos bleibt im Beethovenweg in Mellrichstadt nur eine Fahrspur frei. Die Stadt überlegt daher, die Straße zur Einbahnstraße zu machen. Ein Weg für Radfahrer könnte dazu auf dem angrenzenden Grünstreifen asphaltiert werden. 
Foto: Simone Stock | Durch parkende Autos bleibt im Beethovenweg in Mellrichstadt nur eine Fahrspur frei. Die Stadt überlegt daher, die Straße zur Einbahnstraße zu machen.

Die Verkehrssituation im Beethovenweg in Mellrichstadt ist den Stadtratsmitgliedern schon lange ein Dorn im Auge. Im Bereich angrenzend an die Bergstraße, wo eine Arztpraxis, eine Bäckerei und eine Apotheke ihren Standort haben, stellen Besucher und Kunden ihre Autos am rechten Fahrbahnrand ab, so dass die Straße nur noch einspurig befahrbar ist. Karoline Karg hat dies in den vergangenen Monaten schon mehrfach moniert. Wenn sich hier noch Autos entgegenkommen, herrscht Verkehrschaos. Das soll sich ändern. Bürgermeister Michael Kraus hat sich gemeinsam mit Beamten der Polizeiinspektion Mellrichstadt sowie den Stadtratsmitgliedern Karoline Karg und Wolfgang Stahl einen Überblick über die Lage vor Ort verschafft und eine Lösung angedacht, die für Abhilfe sorgen könnte.

"Was wir uns wünschen und was machbar ist, sind meistens zwei Seiten einer Medaille", sagte Kraus, als er das Gremium in der Stadtratssitzung am Donnerstag informierte. Der Vorschlag, den Beethovenweg von der Einfahrt Mozartstraße bis hin zur Ausfahrt Bergstraße in Fahrtrichtung Oberstreu zur Einbahnstraße zu machen, lässt sich laut Polizei umsetzen. Das Problem dabei: Wo sollen die Radler hin?

Der Radweg von Oberstreu kommend hört an der Kreuzung zur Ignaz-Reder-Straße auf. Richtung Stadt fahren die Radler dann im Beethovenweg. Das Einrichten eines Pop-up-Radwegs, wie sie in größeren Städten installiert werden, ist laut Stadtchef nicht möglich, da die Mindestbreite dafür nicht eingehalten werden kann. Mit parkenden Autos und einer Fahrspur ist kein Platz mehr im Beethovenweg für Radfahrer. "Dann müssten wir vor den Geschäften eine Halteverbotszone einrichten", so Kraus, das sei aber nicht gewollt. Wie also könnte eine Lösung aussehen? 

Grünstreifen könnte zum Radweg werden

Bei der Ortsbegehung haben die Verantwortlichen den Grünstreifen zwischen Hauptstraße und Beethovenweg dafür ins Visier genommen. "Wenn wir den Grünstreifen zu einem Radweg umfunktionieren, dürfen die Radler hier auch in entgegengesetzter Richtung zur Einbahnstraße fahren", machte der Bürgermeister deutlich. Und mit der Einbahnstraßenregelung wäre auch das Problem gelöst, dass sich der Verkehr aufgrund von Autos, die in Richtung Bäckerei abbiegen wollen, auf der Hauptstraße staut, wie Nicole Seemann anführte. 

Die Bürgervertreter konnten sich mit der vorgetragenen Variante durchaus anfreunden. "Wir sind dabei, eine gute Lösung zu finden", bat Kraus in dem Zuge aber noch um etwas Geduld. Sabine Buß merkte an, dass die Stadt insgesamt ihr Augenmerk verstärkt auf Radfahrer richten sollte. Wie der Stadtchef versicherte, habe man das im Blick. "Wir sehen, dass unsere Ladestationen von E-Bikern rege genutzt werden und der Radverkehr immer mehr zunimmt", sagte er. Entsprechend will die Stadt das Angebot für Radler ausbauen.

Gefahrenstelle Alfons-Halbig-Platz 

Der Busverkehr am Alfons-Halbig-Platz bereitet Sabrina Sum-Dietz Sorgen. Die Chefin des Omnibus-Service Mellrichstadt, die selbst Bus fährt, sieht den Bereich als Gefahrenstelle für Kinder und Verkehrsteilnehmer. Grund- und Realschüler müssen dort die Straße überqueren, der Verkehr staut sich von der Ampel zurück, täglich herrsche zu Stoßzeiten dichtes Gedränge und Chaos. 

Die Sondheimer Straße gabelt sich an der angrenzenden Kreuzung zu Abfahrten in die Stadt, Richtung Stockheim und Richtung Eußenhausen/A 71 und ist ein Verkehrsknotenpunkt. Die Schüler gehen auf dem Weg zur Haltestelle im Bereich der Friedenstraße auch zwischen den Bussen über die Straße, statt an der Kreuzung die Fußgängerampel zu nutzen, und achten dabei oftmals nicht auf den Verkehr. Die Ampel in Richtung Stockheim ist zudem sehr kurz geschaltet, was das Problem noch verstärke. "Ich habe wirklich Angst, dass hier etwas passiert", mahnte Sum-Dietz eindringlich.

So gesittet wie auf unserem Symbolbild geht es auf dem Weg zu den Schulbussen am Alfons-Halbig-Platz in Mellrichstadt oft nicht zu. Die Schüler müssen dabei auch die Hauptstraße überqueren - eine Gefahrenstelle für Kinder und Verkehrsteilnehmer.
Foto: Felix Kästle, dpa | So gesittet wie auf unserem Symbolbild geht es auf dem Weg zu den Schulbussen am Alfons-Halbig-Platz in Mellrichstadt oft nicht zu.

Derzeit wird der Verkehr in Mellrichstadt gezählt 

Auch Eltern macht die Verkehrssituation am Halbig-Platz Sorgen, weiß der Bürgermeister. Er habe bereits Gespräche mit der Polizei geführt, wie man versuchen könnte, die Situation zu entschärfen. Kraus verwies darauf, dass hier auch das Staatliche Bauamt einbezogen werden müsse. Derzeit findet eine Verkehrszählung in diesem Bereich sowie am Kreisel am nördlichen Stadteingang statt, um die Verkehrsströme, vor allem in Stoßzeiten, zu ermitteln, informierte er. Bei der Ampelschaltung in Richtung Stockheim sei es möglich, dass die Schleifen, die im Boden verlegt sind und das Verkehrsaufkommen messen, defekt sind und daher die Grünphase extrem kurz ist. Auch das werde überprüft.

Liegen die Daten der Verkehrszählung vor, könne die Stadt in Absprache mit der Behörde und der Polizei nach einer Lösung suchen. Sabrina Sum-Dietz schlug vor, nicht so lange zu warten und einen Aufruf zu starten, ob sich Bürger bereit erklären, als Schülerlotsen für Sicherheit zu sorgen. Und Karoline Karg brachte den Vorschlag ein, die Bushaltestelle vom Alfons-Halbig-Platz an den Busbahnhof zu verlegen. Die Schüler könnten dorthin den Weg am Sportplatz nutzen.

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