Bad Königshofen

Neuer Fuß- und Radweg: Bauprojekt mit überregionaler Bedeutung

Der neue Geh- und Radweg von Sulzfeld nach Oberlauringen führt entlang der Staatsstraße 2280 und kostet über zwei Millionen Euro. Ist die neue Trasse wirklich notwendig?
Landschaftlich reizvoll: Fahrrausausflüge in der Umgebung von Sulzfeld auf den bereits vorhandenen Wegen machen viel Spaß. Dennoch betont Sulzfelds Bürgermeister, dass der neue Fuß- und Radweg entlang der Staatsstraße 2280 von Sulzfeld nach Oberlauringen notwendig ist.
Foto: Thomas Hälker | Landschaftlich reizvoll: Fahrrausausflüge in der Umgebung von Sulzfeld auf den bereits vorhandenen Wegen machen viel Spaß.

Zwischen Oberlauringen und Sulzfeld entsteht ein neuer Geh- und Radweg. Die Bauarbeiten begannen bereits im Oktober und sollen voraussichtlich bis Spätsommer 2021 abgeschlossen sein. Der neue asphaltierte Geh- und Radweg ist 2,5 Meter breit, hat eine Länge von 4,3 Kilometern und wird rund 2,3 Millionen Euro kosten.

Warum an der Staatsstraße?

Als das Staatliche Bauamt Schweinfurt im Oktober mit dieser Mitteilung an die Öffentlichkeit ging, rief das nicht nur Zustimmung hervor. Es gibt auch Skeptiker, die den neuen Geh- und Radweg in der geplanten Streckenführung für nicht sinnvoll erachten. So äußerte sich ein Leser dieser Zeitung gegenüber der Redaktion dahingehend, dass ihn die Frage nicht mehr loslasse, warum man einen Geh- und Radweg direkt an eine viel befahrene Staatsstraße legt und hierzu auch noch jede Menge bislang unbebauter Fläche versiegele.

Erste Konturen sichtbar: Am Ortsausgang von Sulzfeld in Richtung Oberlauringen wurde im Oktober mit dem Bau des neuen Radwegs entlang der Staatsstraße 2280 begonnen.
Foto: Alfred Kordwig | Erste Konturen sichtbar: Am Ortsausgang von Sulzfeld in Richtung Oberlauringen wurde im Oktober mit dem Bau des neuen Radwegs entlang der Staatsstraße 2280 begonnen.

Schließlich gebe es doch augenscheinlich bestehende Feldwege zwischen Oberlauringen und Sulzfeld, die man für Radfahrer und Fußgänger entsprechend ausbauen könnte. Eine Streckenführung fernab der Staatsstraße sei zudem landschaftlich bedeutend reizvoller und könnte auch von der Land- und Forstwirtschaft sinnvoll genutzt werden.

Immer mehr Menschen auf dem Rad

Manfred Rott, im Staatlichen Bauamt Schweinfurt der für den neuen Geh- und Radweg zuständige Abteilungsleiter, sind solche Einwände nicht fremd. „Es gibt immer Diskussionen, wenn wir so ein Projekt in Angriff nehmen.“  Die Entscheidung, die neue Trasse unmittelbar neben der Staatstraße zu bauen und nicht auf bereits vorhandene Flur- und Wirtschaftswege zurückzugreifen, sei aber richtig und notwendig gewesen.

"Immer mehr Menschen fahren mit dem Rad zur Schule oder zur Arbeit und wollen deshalb schnell vorankommen“, meint Rott. „Dann sind möglichst kurze Verbindungen gefragt.“ Es sei zwar auch sinnvoll, für Freizeitradler oder Touristen landschaftlich reizvolle Wege Radwege auszuweisen. „Wir müssen aber auch an den wachsenden Alltagsverkehr denken und wollen verhindern, dass dieser auf die Staatsstraßen ausweicht.“

Einstimmiger Gemeinderatsbeschluss

Auch für Sulzfelds Bürgermeister Jürgen Heusinger gibt es zur neuen Radwegverbindung von seiner Gemeinde nach Oberlauringen keine vernünftige Alternative. „Der Sulzfelder Gemeinderat hat dem Bau einstimmig zugestimmt, als die Anfrage vom Staatlichen Bauamt kam“, so der Rathauschef. Wäre es nur um eine lokale Geh- und Radwegverbindung zwischen den beiden Gemeinden gegangen, hätte man auch auf vorhandene Wege zurückgreifen können.

„Die Verbindung von Sulzfeld nach Oberlauringen hat aber eine überregionale Bedeutung“, betont Heusinger und spielt damit auf einen Lückenschluss des Fernradwegenetzes zwischen dem Werra- und dem Maintal an. Zudem gebe es immer mehr E-Biker, die gerne auch mal ohne Umwege Strecke machen möchten. „Unser Grabfeld wird auf jeden Fall von dem neuen Radweg profitieren“, ist sich der Sulzfelder Rathauschef sicher. „Außerdem garantiert die Wegführung unmittelbar neben der Staatsstraße schnelle ärztliche Hilfe, wenn einem Radfahrer einmal etwas passieren sollte.“ Nicht zuletzt profitierten auch die mit den Baumaßnahmen betrauten Firmen. „Das sichert Arbeitsplätze auch in unserer Region.“

Radweg von Sulzfeld nach Oberlauringen

Der neue Radweg wird mit 2,5 Metern Breite im Zweirichtungsverkehr hergestellt und asphaltiert. Links und rechts vom Weg werden zusätzlich Bankette mit je 50 Zentimetern angelegt. In den Bereichen, in denen öffentliche Wirtschaftswege ausgemarkt sind, ist ein kombinierter Geh-, Rad- und Wirtschaftsweg mit einer Breite von drei Metern und beidseitigen Banketten von je 75 Zentimetern vorgesehen. Die Einmündungen in die Staatsstraße St 2280 werden dementsprechend angepasst. So kann der Weg in den ausgewiesenen Abschnitten zukünftig auch durch land- und forstwirtschaftlichen Verkehr genutzt werden. Rund 400 Kilometer neue Radwege sollen bis zum Jahr 2024 entlang von Bundes- und Staatsstraße in ganz Bayern gebaut werden, um damit das Radfahren noch attraktiver und sicherer zu machen. Dafür stellt die Staatsregierung 200 Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln zur Verfügung.
Quelle: Staatliches Bauamt
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