Burglauer

Niemand will Pestizidrückstände im Frühjahrs-Honig

Bienen und andere Insekten sollen in Zukunft besser geschützt werden.
Foto: Thomas Heynemann Küenzi | Bienen und andere Insekten sollen in Zukunft besser geschützt werden.

Annette Seehaus-Arnold, Präsidentin des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imker Bunds e.V. (DBIB), hat eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie vor den Folgen für die Bienen und ihren Honig nach der Behandlung der blühenden Rapsfelder mit Neonicotinoiden warnt. Jetzt hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf Druck - unter anderem vonseiten des DBIB - ab sofort die Verwendung der Pflanzenschutzmittel Mospilan SG und Danjiri eingeschränkt. Diese enthalten nämlich den Wirkstoff Acetamiprid gegen den Rapsglanzkäfer. Die Mittel dürfen ab sofort nur noch vor dem Öffnen der Rapsblüte gespritzt werden. Bisher durfte es auch als Blütenspritzung ausgebracht werden.

Das hatte schwerwiegenden Gesundheitsschäden bei den Bienen und Rückstandsbelastungen im Honig zur Folge, was nachgewiesen wurde. Wie der DBIB mitteilt, muss man dazu wissen, dass Raps zu den am intensivsten mit Pflanzenschutzmitteln behandelten Kulturpflanzen gehört. Gleichzeitig ist er mit seiner frühen Blüte wichtig als Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Der Rapshonig ist besonders bei Kindern sehr beliebt. Eine Vermeidung der Rapsfelder ist für Imker kaum möglich, da ein Bienenvolk eine Fläche von rund 3000 Hektar in einem Radius von ungefähr drei Kilometern um seinen Bienenstock befliegt. Der DBIB wertet darum die Einschränkungen durch den BVL als großen Erfolg für die Aufklärungsarbeit zum Schutz der Bienen und des Honigs.

Offener Brief an die Landwirtschaftsministerin

Annette Seehaus-Arnold erinnert an einen offenen Brief an die Landwirtschaftsministerin Julia  Klöckner und EU-Kommissarin Stella Kyriades, in dem sie Anfang Januar 2021 erneut auf die erwähnten Gefahren durch Blütenspritzungen und den Verstoß Deutschlands gegen die europäischen Bienenschutzvorgaben aufmerksam machte. "Noch mehr Freude würde es uns bereiten, wenn das BVL auch noch die Notfallzulassungen von Insektengiften, die von der EU bereits verboten sind, generell unterbinden würde", sagt sie. Der DBIB erwartet jetzt von den Rapsbauern, dass sie den seit Freitag geltenden neuen Vorschriften für den Pflanzenschutz folgen und weder den Wirkstoff Acetamiprid noch Pflanzenschutzmittel mit fungizider (pilzabtötender) Wirkung in die Rapsblüte spritzen. Denn Pestizidrückstände im Honig wollen weder die Imker noch die Verbraucher.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Rhön-Grabfeld und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren / Autorinnen
Burglauer
Regina Vossenkaul
Bienen
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Debakel
EU-Kommissare
Europäische Union
Gefahren
Gesundheitsschäden
Imker
Julia Klöckner
Pflanzenschutzmittel
Raps
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!