Nordheim

Nordheim: Wieso ein verschwundener Eber für helle Aufregung sorgt

Sie lieferten eine tolle Leistung ab: das Ensemble der Nurdemer Laienbühne mit dem Stück 'Der verschwundene Eber'. Rechts im Bild Regisseurin Karin Hippeli.
Foto: Brigitte Gbureck | Sie lieferten eine tolle Leistung ab: das Ensemble der Nurdemer Laienbühne mit dem Stück "Der verschwundene Eber". Rechts im Bild Regisseurin Karin Hippeli.

Es war bereits die dritte Aufführung der Nurdemer Laienbühne und der Saal der Nordheimer Kulturscheune war bei dem Stück "Der verschwundene Eber" wieder voll besetzt. Reinhard Griebel, der Vorsitzende der Laienbühne, begrüßte die Besucher, darunter besonders die Theatergruppe Oberelsbach, und lud in die gute Stube des Schweinezüchters Hans Gruber ein. Bäuerin Elfi Gruber (Michaela Griebel) suchte ihren Sohn Max (Johannes Straub). Der sollte nämlich die Tochter der Nachbarn Josef (Gerhard Keller) und Lisbeth Borg (Bianca Simon) heiraten, damit beide Höfe zusammenkommen. Aber zwischen den beiden Familien herrscht Streit, keiner weiß, woher dieser rührt. Der Ur-Ur-Großvater von Hans hat die Verlobung mit der Ur-Ur-Großtante von Josef entlobt, weil die Aussteuer nicht groß genug war. Aber Max Gruber und Lotti Borg (Madeleine Benkert) würden jetzt zusammenkommen. Ist das nicht wie beim Viehhandel?

Aufgeregt kommt Vater Hans (Uwe Simon) rein gestürmt. "Der Bruno ist fort, entführt", jammert er. Wer Bruno ist? Der Mittelpunkt des Hofes. Er ist der Zuchteber. "Am Ende vom Tag bleibt der Bruno nur eine dumme Sau", meint Max ganz trocken. Da taucht die ledige Magd Renate (Pia Scharbert), Tante von Klara, auf. Sie hatte bei den Grubers ihre Stelle verloren, weil sie gesagt hat, dass der Bauer guckt wie Bruno. Jetzt ist sie bei Bauer Borg. Sie kommt eigentlich nur, um die Marmeladen zu tauschen, ohne dass die Männer es wissen. Die Bäuerinnen verstehen sich nämlich gut. "Die beste Ehe ist zwischen einer blinden Frau und einem tauben Mann", lässt Renate einen ihrer vielen derben Sprüche los. Eine Dame (Jean Fischer) namens Rosa Porculus (das bedeutet Ferkelchen) von einer Versicherung tritt auf den Plan. "Eine verschwundene Sau, da schicke ich doch gleich mal die Barbie los", lästert Tante Renate. Die ganze Familie Borg taucht auf, dazu kommt Dorfpolizist Matthias Becker (Rolf Heinrich).

Das Laientheater Nordheim begeisterte mit dem Stück 'Der verschwundene Eber'. Auf dem Bild zu sehen ist Bauer Josef Borg. Der Intimfeind von Hans Gruber, ist in Rage. Seine Frau Lisbeth schaut skeptisch.
Foto: Brigitte Gbureck | Das Laientheater Nordheim begeisterte mit dem Stück "Der verschwundene Eber". Auf dem Bild zu sehen ist Bauer Josef Borg. Der Intimfeind von Hans Gruber, ist in Rage. Seine Frau Lisbeth schaut skeptisch.

Missverstandene Situationen und falsche Einschätzungen

Lotti und Max wollen eigentlich gar nicht heiraten. Und weil sie sich darüber einig sind, umarmen sie sich. Beide Mütter, die hereinkommen, missverstehen die Situation und sind glücklich. Nach zwei Tagen ist Bruno immer noch nicht da. Elfi Gruber bedauert, dass ihr Mann nicht die Eigenschaften von Bruno hat. Wenn er mal stirbt, wird sie sich umgucken, meint Hans zu Frau Elfi. Umgeguckt hat sie sich schon, er muss nur noch sterben. Magd Klara und Max outen sich dann als Liebespaar. Eigentlich müsste der Eber leicht zu finden sein, stellt der Polizist fest. "Ein Bulle, der sich mit Säu auskennt", ist Max verblüfft. Mit Lotti und Knecht Andreas kommt das zweite Liebespaar zum Vorschein.

„Da hat sie Sonnenbräune angenommen“: Die Städterin Rosa Porculus ist auf den Misthaufen gefallen.
Foto: Brigitte Gbureck | „Da hat sie Sonnenbräune angenommen“: Die Städterin Rosa Porculus ist auf den Misthaufen gefallen.

Als Rosa Porculus in Arbeitshose und Gummistiefeln erscheint, haut es den Polizisten vom Hocker. Er hat nämlich ein Auge auf sie geworfen. Wie hoch war die Versicherungssumme? Es war doch nur ein Schwein. Er ist eine Ausnahmeerscheinung, explodiert Bauer Hans. Als die beiden Mütter die Hochzeit planen, stellen Max und Lotti klar, dass sie sich einig sind, dass sie nicht zusammenpassen. Danach herrscht drei Tage Stille auf beiden Höfen.

Donnernder Applaus für die große Spielfreude der Laiengruppe

Dann kommt Familie Borg. Als die beiden Männer unter sich sind, wärmen sie alte Streiche auf und erneut gibt's Zoff. Polizist Matthias sagt, dass sie die sterblichen Überreste von Bruno gefunden haben. Hans versagt es die Stimme. Die beiden Frauen zwingen ihre Männer, sich die Hand zu geben und sich zu vertragen. Und dann erzählt Andreas: Sie haben Karten gespielt und Max hat verloren. Andreas war so fair und hat gesagt, wenn der Bruno drei Säue von Borg deckt, sind sie quitt. Nachts haben sie Bruno aus dem Stall gelassen und zum Borg gefahren. "Meine Säue, wie billige Flittchen haben sie sich dem Hergelaufenen hingegeben", klagt Bauer Borg. Bei der ersten Sau ging es gut, bei der zweiten auch, erzählt Andreas. Bei der dritten hat er dann schlapp gemacht.

Nun ist alles geklärt. Lotti heiratet Andreas und übernimmt den Hof. Max will auf dem Hof von Andreas als Angestellter schaffen. Sie bringen die Schweinezucht nach vorne. Klara und Max kommen auch zusammen. Sie betreiben eine Hofmetzgerei. Und alle vier "Alten" starten zu einer Kreuzfahrt. Was sie mit dem Bruno gemacht haben? Warum schmeckt wohl die Wurst so scharf? Wen sie da wohl essen?

Donnernden Applaus spendete das Publikum dem gesamten Ensemble, das mit voller Spielfreude agierte und die Lachmuskeln strapazierte. Dazu der Nurdemer Dialekt. Reinhard Griebel stellte am Schluss die einzelnen Schauspieler vor, dazu Souffleuse Birgit Fischer. Für die Technik zeichnete Markus Griebel verantwortlich und Karin Hippeli führte Regie, dafür bekam sie einen Sonderapplaus. Die Regisseurin ihrerseits dankte Reinhard Griebel für den Bühnenaufbau und die Organisation.

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