Ostheim

Ostheim: Wenn Walter Bortolotti online zur Musikprobe ruft

Trotz Corona-Zwangspause den Spaß am Instrument nicht verlieren: Die Stadtkapelle Ostheim führt regelmäßig Online-Registerproben durch, was von den Musikern rege genutzt wird.
Foto: Screenshot: Thomas Schuhmann | Trotz Corona-Zwangspause den Spaß am Instrument nicht verlieren: Die Stadtkapelle Ostheim führt regelmäßig Online-Registerproben durch, was von den Musikern rege genutzt wird.

Die großen Orchesterproben sind aufgrund von Corona schon seit vielen Monaten nicht mehr möglich. Aber die Stadtkapelle ist nicht untätig und geht neue Wege. Stadtmusikmeister Walter Bortolotti beraumt schon seit einiger Zeit regelmäßig Online-Registerproben an – und das klappt ausgesprochen gut. Damit werden die Musiker bei Laune gehalten und sie feilen weiter an ihren Fertigkeiten.

Da die gemeinsamen Proben der großen Kapelle, die normalerweise immer freitags im Rathaussaal stattfinden, in Pandemiezeiten nicht mehr möglich waren, hatte man sich in der warmen Jahreszeit zwischenzeitlich mit Freiluft-Proben auf der Lichtenburg über Wasser gehalten. Seit dem Herbst ging dann aber nichts mehr. Doch seit Beginn des ersten Lockdowns Mitte März letzten Jahres wurden schon Vorstandssitzungen per Video-Meeting durchgeführt.

Das Gespür für das Instrument fördern

Diese sind nicht nur dazu da, etwaige Beschlüsse zu fassen, sondern vielmehr auch, um den Kontakt zwischen den Vorstandsmitgliedern zu pflegen, wie die erste Vorsitzende Monika Weber erklärt. Daraus erwuchs schließlich die Idee, auch Online-Registertreffen abzuhalten. Mittlerweile ist das gut angelaufen, die Musiker nutzen nach den Worten der Vorsitzenden das Angebot sehr rege. Ob Trompeten, Posaunen, Klarinetten, Saxophone etc. - je nach Registergröße kommen so bis zu zehn Orchestermitglieder über solch eine Internetsitzung zusammen. Dank gelte da auch dem Stand der Technik, dass man in Sachen Breitbandversorgung im Landkreis gut aufgestellt ist, komme dem Ganzen zugute.

Es sei wichtig, die Musiker bei der Stange zu halten, betont Walter Bortolotti, sie weiter zu motivieren und sich im Selbststudium zu betätigen. „Jeder kann für sich alleine Zuhause mit seinem Instrument etwas gestalten ohne die Orchestergruppe“, so Bortolotti, der gezielt das Gespür für das jeweilige Instrument und sogenannte „Aha“-Erlebnisse fördern möchte.

Profi-Tipps und Videoclips

Die Registerprobe unterscheidet sich von der gemeinsamen Orchesterprobe dadurch, dass nicht ein Stück einstudiert wird, um dieses später zu spielen, sondern es geht vornehmlich darum, die Beherrschung des eigenen Instruments zu steigern.

Ein wichtiger Aspekt der Probenarbeit ist die Verbesserung der bläserischen Parameter für das jeweilige Instrument, wie Tonqualität, Tonhöhe, Finger-, Atem- und Zungentechnik, stabiler Luftfluss, Optimierung der Ansatztechnik sowie das leichte Spiel in hohen Lagen. Bortolotti hat großen Aufwand bei den Vorbereitungen betrieben, didaktische Überlegungen getroffen und schließlich eigens Unterrichtsmaterial zu den verschiedenen Themen-Schwerpunkten erstellt. Dazu gibt es Profitipps vom Stadtkapellen-Chef und musikalische Einheiten werden mit kurzen Videoclips veranschaulicht. Großes Lob spricht die Vorsitzende dem Vollblut-Musiker dafür aus, wie er es nimmermüde versteht, die Freude und Neugierde der Musiker zu wecken.

Ein Bierchen am Bildschirm gehört dazu

„Wir vermissen natürlich die großen Orchesterproben“, sagt der Stadtmusikmeister. Aber die Online-Registertreffen haben seinen Worten nach auch Vorteile. So könne man spezieller auf das jeweilige Instrument eingehen und die Musiker in ihrem Spiel individueller fördern. „Die eigene Spielfähigkeit zu verbessern, das motiviert die Musiker ungemein“, so Bortolottis Erfahrung.

Die Stadtkapelle Ostheim (hier bei der Stadtfesteröffnung im Jahr 2019) hofft bald wieder auftreten zu können. Da derzeit keine Präsenzproben möglich sind, gibt es Registertreffen via Internet mit Stadtmusikmeister Walter Bortolotti.
Foto: ArchivEva Wienröder | Die Stadtkapelle Ostheim (hier bei der Stadtfesteröffnung im Jahr 2019) hofft bald wieder auftreten zu können.

Obwohl man sich nicht direkt treffen kann, geht es trotzdem recht gesellig zu. Zu jedem Online-Meeting begrüßt die Vorsitzende zunächst alle Teilnehmer, anschließend wird sich in der Gruppe immer rege ausgetauscht. „Man trifft sich virtuell und plaudert“, freut sich Weber darüber, dass so auch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt wird. „Manchmal unterhalten wir uns und trinken noch ein Bierchen am Bildschirm“, schmunzelt Bortolotti.

Die regelmäßigen Registertreffen via Internet fördern die Spielfähigkeit, machen Spaß und bringen Abwechslung. Wie die Vorsitzende und der Kapellmeister feststellen können, sind die Musiker mit großer Begeisterung bei der Sache. Weber und Bortolotti sind froh über die neue Probenlösung, die man angesichts des aktuellen Pandemiegeschehens sicher noch einige Zeit beibehalten wird. „Wir freuen uns, wenn wir wieder alle zusammen spielen können“, sagen sie. Aber man hat zwischenzeitlich auch ganz neue Erfahrungen gesammelt. In hoffentlich bald wieder „normalen“ Zeiten hin und wieder ein Online-Registertreffen zu veranstalten, könnte eine gute Ergänzung darstellen, wie sie finden.

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