Bad Neustadt

Per Mausklick zum Drei-Gänge-Menü

Heiße Ware: In eigens gestalteten Kartons werden die „Dinnery“-Pakete ausgeliefert. Darin kommt die Küche des Bad Neustädter Schlosshotels auf Wunsch in jedes deutsche Speisezimmer. Schlosshotel-Chef Marcus Läbe freut sich über die ersten Erfolge seines Online-Ablegers.
Foto: Gerhard Fischer | Heiße Ware: In eigens gestalteten Kartons werden die „Dinnery“-Pakete ausgeliefert. Darin kommt die Küche des Bad Neustädter Schlosshotels auf Wunsch in jedes deutsche Speisezimmer.

Eine reduzierte Rinderkraftbrühe mit feinen Streifen von Karotte, Knollensellerie und Lauch, dann eine gutbürgerliche, geschmorte Roulade vom Rind an Rahmkohlrabi und Eierspätzle und hinterher als Dessert eine Herrencreme mit eingelegten Cognac-Kirschen: Eine solche Menüfolge kann man sich zum Beispiel sehr gut in den Restaurantsälen des Bad Neustädter Schlosshotels am Kurpark vorstellen.

Variante zwei: Man lässt sich das Ganze mit ein paar Mausklicks per Post nach Hause schicken. Man muss keinen Fuß vor die Tür setzen, hat aber die gehobene Küche des Schlosshotels bei sich zuhause auf dem Teller.

Seit März dieses Jahres ist Variante zwei Realität im Schlosshotel. Seitdem gibt es den Internetableger der Schlosshotel-Küche. „www.dinnery.de“ lautet die Internetadresse, unter der man feine Menüs aus der Saalestadt bestellen kann.

Ideenlieferant für den kulinarischen Online-Shop ist Schlosshotel-Inhaber Marcus Läbe, der es seit 2008 betreibt. „Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir unser Haus weiterentwicklen können“, so Läbe. Der Online-Handel als zukunftsträchtiger Markt biete auch für die Gastronomie Möglichkeiten. Mit „dinnery.de“ gebe es jetzt die Möglichkeit, sich ein Menü zusammenzustellen und nach Hause schicken zu lassen. „Die Kunden müssen sich nicht nur die Zutaten nicht mehr kaufen, sondern bekommen das fertige Essen auf den Punkt vorgegart per Paket geliefert“, erklärt Läbe.

Noch ist das Online-Angebot ein zartes Pflänzchen, aber das Schlosshotel verkauft seine Menüs schon deutschlandweit. „Wir haben schon nach Brandenburg geliefert. Aber wir hatten auch schon Bestellungen aus Salz, die der Kunde der Einfachheit einfach abgeholt hat“, schmunzelt Läbe.

Preis der Initiative Mittelstand

Der Einfall zum Online-Geschäft mag spontan während einer Autofahrt gekommen sein, die Verwirklichung des Projekts erforderte viele Detailüberlegungen. Zusammen mit der Sälzer Werbeagentur Evoworkx wurden die Internetplattform entworfen und auch das Design der Pappkartonkisten, in denen die Speisen geliefert werden.

Eine Eigenentwicklung ist ein Menü-Konfigurator, mit dem man die Gerichte nach eigenem Geschmack auswählt und der auch Wein-Empfehlungen gibt. Der Konfigurator hat in diesem Jahr sogar einen Preis der Initiative Mittelstand gewonnen, 75 von 5000 Bewerbungen wurden ausgezeichnet.

„Unsere Menüs sind stets der Jahreszeit angepasst, entsprechend ist derzeit eine Steinpilzsuppe auf der Speisekarte“, sagt Läbe. Geschmacksverstärker, E-Stoffe oder Konservierungsmittel finden sich in den Produkten nicht, verspricht der Schlosshotel-Chef.

„Natürlich haben wir etwas getüftelt für die idealen Rezepte für die Bestell-Gerichte. und wir haben intensiv mit der Gewerbeaufsicht zusammengearbeitet, damit die Produkte allen Bestimmungen entsprechen“, erläutert der Maitre des Schlosshotels.

Bestellt werden kann übrigens bis 11 Uhr am Vormittag, dann gehen die Menüs um 14.30 Uhr in den Postversand und werden in der Regel am nächsten Vormittag geliefert. Wer also relativ kurzfristig Freunde einladen will zu einem etwas exklusiveren Dinner, der ist bei dem Bad Neustädter Online-Startup gut aufgehoben.

Menü ist am nächsten Tag da

„Aber wir denken genauso an die Mutter, die einmal für ihre Kinder ein gutes Gericht ohne viel eigenen Aufwand zubereiten will“, so Läbe. „Aber auch eine Freundeseinladung oder den Hochzeitstag kann man so feiern“, macht der Unternehmer Vorschläge.

Schritt für Schritt steigert „Dinnery“ nun seinen Bekanntheitsgrad, auch über Social Media wie Facebook. „Bei einem befreundeten Online-Parfüm-Versender liegen zum Beispiele Gutscheine für unser Angebot bereit“, erklärt Läbe, der aus Westfalen stammt und Koch und Hotelfachmann gelernt hat. Mittlerweile ist „Dinnery“ auch ein eingetragener Markenname. „Wir wachsen Schritt für Schritt als selbstfinanziertes Startup ohne große Geldgeber“, betont der Gastronom.

Der Schriftzug „Dinnery“ prangt, zusammen mit der Aufschrift „heiße Ware“, auf den schwarzen Kartons. Beigefügt sind immer die Zutatenliste sowie eine detaillierte Zubereitungsempfehlung für die Menüs. Das Roastbeef mit Rosmarin will ja punktgenau gebraten sein und der Vanillesoßen-Spiegel für die Kirschtörtchen braucht schließlich die richtige Platzierung.

Das Auge isst ja schließlich mit. Egal ob man im Restaurant ist, oder das Restaurant zu einem nach Hause kommt.

ONLINE-TIPP

Mehr Informationen unter www.dinnery.de

Appetitlich: In Vakuumbeuteln und Gläsern verpackt kommen die Gerichte aus der Schlosshotel-Küche beim Kunden an.
Foto: Fischer | Appetitlich: In Vakuumbeuteln und Gläsern verpackt kommen die Gerichte aus der Schlosshotel-Küche beim Kunden an.
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