Bad Königshofen

Polizeistatistik: Warum man im Grabfeld nach wie vor sicher lebt

Die Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik der Polizeistation Bad Königshofen für das Jahr 2020 liest sich einerseits beruhigend, andererseits aber auch etwas alarmierend.
Ein Kriminalbeamter demonstriert,  wie ein ungesichertes Fenster mit einem Schraubenzieher aufgebrochen werden kann. Die Zahl der registrierten Straftaten ist im vergangenen Jahr in Bad Königshofen gestiegen.
Foto: Bodo Marks | Ein Kriminalbeamter demonstriert,  wie ein ungesichertes Fenster mit einem Schraubenzieher aufgebrochen werden kann. Die Zahl der registrierten Straftaten ist im vergangenen Jahr in Bad Königshofen gestiegen.

Die Polizeistation Bad Königshofen meldet bei der Kriminalitäts- und Verkehrsstatistik des vergangenen Jahres für ihren Zuständigkeitsbereich zwei unterschiedliche Entwicklungen: Mehr  Straftaten, weniger Straßenverkehrsunfälle.

Trotz der leicht gestiegenen Zahl der Straftaten zieht Polizeihauptkommissar Thomas Reubelt für die Polizeistation eine positive Bilanz: "Die Bürger in dieser Region leben nach wie vor sicher und blieben von schwersten Straftaten verschont." Im Jahresrückblick könne sowohl auf eine gute Sicherheitslage mit guter Aufklärungsquote als auch auf einen positiven Trend im Straßenverkehr beim Unfallgeschehen und den Überwachungstätigkeiten verwiesen werden. "Die Beamten der Polizeistation werden auch weiterhin alles daran setzen, diesen Zustand zu erhalten und zu verbessern", sagt er. Dieses Ziel könne aber nur mit der Bevölkerung erreicht werden. Mit  Hinweisen und dem Verständnis für Verkehrskontrollen sei die Polizeiarbeit unterstützt worden. "Somit haben alle zu einem guten Ergebnis beigetragen", so Reubelt.

Kriminalitätsstatistik: Straftaten nahmen 2020 zu

Im Jahr 2020 wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizei Bad Königshofen 430 Straftaten registriert. Dies bedeutet eine Zunahme von 66 Straftaten im Vergleich zum Vorjahr, eine Steigerung von 17,3 Prozent. Die Aufklärungsquote befindet sich mit 70,4 Prozent fast auf dem Niveau des Vorjahres und liegt über dem bayernweiten Durchschnitt (68,1 Prozent).

Nach wie vor machen „klassische Delikte“ wie Diebstahl, Sachbeschädigungen, Betrug (mit Internet) und Körperverletzungen den Großteil der von den Polizeibeamten der Station Bad Königshofen zu bearbeitenden Straftaten aus. Bei den Rohheitsdelikten (u.a. Köperverletzung, Nötigung, Nachstellung, Bedrohung, Raub) waren 2020 in und um Bad Königshofen 14 Fälle mehr zu bearbeiten als im vergangenen Jahr.

Einen Rückgang stellten die Ordnungshüter bei Betrugsdelikten und Sachbeschädigungen fest. Von den 62 Vorgängen entfallen 22 auf Beschädigungen an Fahrzeugen. Keine Veränderungen gab es bei den Diebstählen und Rauschgiftdelikten, auch bei den Wohnungseinbrüchen lag die Zahl mit zwei Fällen exakt auf dem Wert des vergangenen Jahres. Besorgniserregend entwickelt haben sich allerdings die Fälle bei der „Gewalt gegen Polizeibeamte“. Beleidigungen oder Widerstand und tätlicher Angriff gegen Vollstreckungsbeamte haben sich demnach innerhalb eines Jahres auf zwölf Fälle verdoppelt.

Im Jahr 2020 ermittelte die Polizei im Grabfeld 223 Tatverdächtige. Männer machen da den Löwenanteil aus (187: 36). 22 der tatverdächtigen Personen waren unter 18 Jahre alt, davon wiederum vier jünger als 14 Jahre. 18 Tatverdächtige waren zwischen 14 und 18 Jahre alt. Der Anteil nicht deutscher Tatverdächtiger beträgt bei der Gesamtzahl der Straftaten 48 Personen. Dies entspricht einem Prozentsatz von 21,5 Prozent, so die Polizei.

Verkehrsunfallzahlen gingen zurück

Im vergangenen Jahr 2020 ereigneten sich 556 Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich der Polizeistation. Im Vorjahr waren es noch 51 Unfälle mehr. Bei 58 Verkehrsunfällen mit Personenschaden wurden 74 Menschen verletzt, davon 19 Personen schwer. Das heißt: Sie mussten stationär ins Krankenhaus. Dies stellt eine Steigerung der verletzten Personen um 10,4 Prozent dar. Auf den Straßen im Dienstbereich kam 2020, ebenso wie im Vorjahr, kein Verkehrsteilnehmer ums Leben - "erfreulicherweise", wie Polizeihauptkommissar Thomas Reubelt konstatiert.

Verkehrsunfälle mit Unfallflucht nahmen zu 4,4 Prozent ab, von den 65 Verkehrsunfallfluchten wurden 21 Fälle aufgeklärt - die Quote bei diesem Bereich beträgt somit 32,2 Prozent. 2019 waren es noch 68 Verkehrsunfallfluchten, wobei 23 Fälle aufgeklärt wurden. Es gab fünf Verkehrsunfälle unter Alkohol- oder Drogenbeeinflussung. Bei Verkehrskontrollen zogen die Beamten im Jahresverlauf außerdem 21 weitere Autofahrer bei Alkoholfahrten aus dem Verkehr. Weiterhin wurden 16 folgenlose Drogenfahrten (2019: 12) registriert und 21 Fahrzeuglenker ohne die erforderliche gültige Fahrerlaubnis angetroffen.

Eine positive Entwicklung stellt die Polizei bei der Unfallursache „Nicht angepasste Geschwindigkeit“ fest. Waren 2019 noch 20 Verkehrsunfälle darauf zurückzuführen, sank die Zahl 2020 auf 16 Unfälle.  Bei Geschwindigkeitskontrollen wurden außerdem 113 Verkehrsteilnehmer wegen deutlicher Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit angezeigt. Im Jahr 2020 musste auch ein Schulwegunfall mit einer verletzten Person beklagt werden.

Ein Hauptteil der Verkehrsunfallzahlen im Jahre 2020 ist auf Wild zurückzuführen. 293 Wildunfälle waren zu verzeichnen, 22 Unfälle weniger als im Vorjahr. Weitere Hauptunfallursachen begründen sich, wie in den Jahren zuvor, in Vorfahrts- und Vorrangverstößen, überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit und zu geringen Sicherheitsabstand, schließt die Polizei ihre Statistik.

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