Bad Königshofen

Projekt für Frauen: Café International in Bad Königshofen

Gehäkelte Blumen für die Pflegerinnen sind ein Dank für die Arbeit und zeigen, dass für Frauen nicht alles rosig ist. Auf dem Bild (von links) Renate Knaut, Veronika Keim, Viktoria Fräse, Brita Jahn, Naima Mohammed, Katharina Rerich und Yu Zhao.
Foto: Regina Vossenkaul | Gehäkelte Blumen für die Pflegerinnen sind ein Dank für die Arbeit und zeigen, dass für Frauen nicht alles rosig ist.

Blumen gehäkelt, Tüten gebastelt und gebacken haben die Frauen von "Café International" in Bad Königshofen, um die Pflegerinnen vom Pflegezentrum Franken Care am Weltfrauentag zu beschenken. Am Montagnachmittag übergaben einige Frauen die Ergebnisse ihrer Arbeit an Vertreterinnen des Hauses.

Die Idee für die Aktion "roses4rights" haben die Initiatoren von der Vhs Aschaffenburg übernommen und leicht abgewandelt. Man will darauf aufmerksam machen, dass der Alltag für die Frauen noch lange nicht rosig ist. Eingefordert werden vier Grundrechte für Frauen weltweit: Schutz vor Gewalt und Diskriminierung, Selbstbestimmung, Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe.

Frauen solidarisieren sich

In Bad Königshofen wurden nicht nur Rosen, sondern auch Tulpen gehäkelt, dazu gab es jeweils ein süßes Zusatzgeschenk. Renate Knaut, Pädagogische Leiterin bei der Vhs Rhön und Grabfeld, Mitglied im Aufsichtsrat des Bayerischen Volkshochschulverbands (bbv) und Vorsitzende des bvv-Bezirks Unterfranken, gab Informationen vor Ort. Um Begegnungen und persönliche Kontakte zu fördern, wurde innerhalb der Vhs das Café International gegründet, das jede Woche für Frauen unterschiedlicher Kulturen zum Treffpunkt wurde. Asylbewerberinnen, Flüchtlinge und Frauen mit anderen Migrationshintergründen finden dort die Möglichkeit, sich in Deutsch auszutauschen, sprachlich sicherer zu werden und gemeinsam Freizeit zu verbringen, losgelöst von familiären Verpflichtungen.

Von Anfang an war es dabei wichtig, die Ideen der Teilnehmerinnen und ihre Fähigkeiten und Kenntnisse mit einzubeziehen. Es gab Koch- und Backaktionen nach Rezepten aus verschiedenen Kulturen, eine Yogastunde, kurdische Kreistänze, Kreativ- und Handarbeitstechniken sowie Ausflüge.  Die Gruppe besuchte Bürgermeister Thomas Helbling, der im Rathaus den Fragen der Frauen Rede und Antwort stand, und die Stadtbücherei. Dann ging es zum Bowling. Ein Höhepunkt war auch der Vormittag mit Frühstück in einem örtlichen Café mit anschließendem Tortendekorationskurs.

Hilfe bei der Jobsuche und bei Behördengängen

Veronika Keim und Katharina Rerich leiten und moderieren die Treffen, die in wechselnder Besetzung von 15 bis 20 Frauen besucht wurden. Da die Frauen sich nun schon besser kennen, ermöglicht das auch, in der Gruppe über Themen zu diskutieren, die in anderen Kreisen tabu sind, wie z.B. die Familienplanung. Die Frauen erfahren auch Hilfe bei der Jobsuche, bei Behördengängen und beim Übersetzen von Briefen.  

Mitte März 2020 kam auch für das Café International der Corona-Lockdown überraschend und legte alle persönlichen Kontakte auf Eis. Skype erwies sich für die Frauen als das einfachste Konferenztool, über das nun wöchentliche Treffen online stattfanden. Arbeitsblätter wurden kopiert und in die Briefkästen der Teilnehmerinnen eingeworfen. Ein regelmäßiger Kontakt blieb somit erhalten.

Kaffee trinken und Deutsch lernen

Eine Handarbeitsrunde wurde organisiert, um verschiedene Techniken (Stricken, Häkeln, Nähen) voneinander zu lernen, das geht auch virtuell. Auch Sport im Freien stand auf der Liste der Wünsche und wurde zügig umgesetzt. Alle Beteiligten sind sich einig: Die Verbindung aus Deutschförderung, Kaffeetrinken, Austausch und gemeinsamer Freizeitgestaltung verhilft zu neuen, guten Erfahrungen, stärkt das Selbstbewusstsein der Frauen, gibt Sicherheit und Mut, sich neuen Situationen zu stellen, schafft Freundschaften und ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Finanziert wird das Café International von der lagfa Bayern (Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen, Freiwilligen-Zentren und Koordinierungszentren Bürgerschaftlichen Engagements), sie ist Träger des Projekts "Sprache schafft Chancen", gemeinsam mit der Bildungskoordination für Neuzugewanderte und der Koordinierungsstelle Bürgerschaftliches Engagement des Landkreises Rhön-Grabfeld. Die Projektlaufzeit wurde aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie bis Ende März 2021 verlängert.

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