Höchheim

Salem-Neubau nimmt trotz Corona Gestalt an

Es geht voran: Trotz Corona-Krise nimmt der Neubau im Salem-Dorf in Höchheim wie geplant Gestalt an.
Foto: Gerhard Lipfert | Es geht voran: Trotz Corona-Krise nimmt der Neubau im Salem-Dorf in Höchheim wie geplant Gestalt an.

Vieles ist aus den Fugen geraten in Zeiten einer Krise, wie es sie in dieser Form weltweit noch nicht gegeben hat. Auf eines aber ist auch in diesen  schweren, dem neuartigen Corona-Virus geschuldeten Zeiten immer noch Verlass: Auf den meisten Baustellen im Landkreis Rhön-Grabfeld wird auch nach der Einführung der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen unter Einhaltung bestimmter Kontakt- und Hygieneregeln weitergearbeitet. Das gilt auch für ein Großprojekt im Milzgrund. In der Gemeinde Höchheim  begannen im Herbst vergangenen Jahres die Bauarbeiten an einem neuen Wohngebäude im am östlichen Ortsrand gelegenen Salem-Dorf. „Im Großen und Ganzen liegen wir trotz der Umstände immer noch gut im Zeitplan“, so Einrichtungsleiterin Marianne Bär auf die Frage der Redaktion, ob es wegen der Corona-Krise bereits zu Verzögerungen auf der Baustelle gekommen ist.

„Wir kommen gut voran und gehen momentan noch davon aus, dass die Bauarbeiten wie geplant bis zum Jahresende abgeschlossen werden können.“ Diese Einschätzung teilt auch Linda Witter, Mitarbeiterin des Bad Neustädter Büros Röder Architekten und für das Bauprojekt die verantwortliche Bauleiterin. „Es gibt bislang keine nennenswerten Zeitverzögerung“, so die Projektleiterin. Rund 3,6 Millionen Euro investiert Salem International in das neues Wohngebäude für 24 der rund 40 erwachsenen Dorfbewohner mit leichter geistiger Behinderung. Gefördert wird das Projekt unter anderem vom Freistaat Bayern und dem Bezirk Unterfranken.

Rohbau bald fertig: Blick von Südwesten auf die Großbaustelle im Salem-Dorf in Höchheim, wo für 3,6 Millionen Euro ein neues Wohngebäude für die Bewohner entsteht.
Foto: Marianne Bär | Rohbau bald fertig: Blick von Südwesten auf die Großbaustelle im Salem-Dorf in Höchheim, wo für 3,6 Millionen Euro ein neues Wohngebäude für die Bewohner entsteht.

Das Richtfest muss wegen der Corona-Krise ausfallen

Trotz der Freude über den zügigen Baufortschritt durch das mit den Rohbauarbeiten beauftragte Unternehmen Abe-Bau aus Sondheim gibt es doch einen kleinen, der Corona Krise geschuldeten Wermutstropfen: Das in einigen Wochen geplante Richtfest wird nach den Worten der Einrichtungsleiterin ausfallen. ,Wir müssen unsere Bewohner und Mitarbeiter so gut es geht vor dem Virus schützen“, sagt Marianne Bär, die froh darüber ist, dass es noch keine Erkrankung im Höchheimer Salem-Dorf  gibt. Damit das möglichst so bleibt, habe man schweren Herzens auch das traditionelle Sommerfest im Juli abgesagt und für die rund 40 Dorfbewohner strikte Regeln erlassen. „Sie dürfen weder Besuche empfangen noch zu ihren Familien fahren“, so Bär. Die Einrichtung dürften sie nur ausnahmsweise verlassen, zum Beispiel für Arztbesuche.

Gärtnerei bleibt das ganze Jahr über geschlossen

Bereits im vergangenen Jahr musste die Salem-Gärtnerei wegen baulicher Mängel am großen Gewächshaus geschlossen werden. Daran wird sich auch in diesem Jahr nichts ändern. „Wir werden wohl um eine aufwändige Sanierung oder einen Neubau nicht herumkommen“, so die Einrichtungsleiterin, die mit der Umsetzung der Maßnahme nicht vor 2021 rechnet. Bis dahin werden Geschäfte und Privatleute notgedrungen auf  Erzeugnisse aus der Salem-Gärtnerei verzichten müssen.

Salemdorf ist fest in der Gemeinde verankert
Unter dem Motto „Frieden stiften“ unterstützt „Salem International“ heute Projekte  nicht nur in Deutschland, sondern auch in Afrika, Südamerika oder Russland. Fast 400 Mitarbeiter sind für die gemeinnützige Organisation aktuell tätig und kümmern sich nicht nur um etliche Kinder- und Jugenddörfer, sondern engagieren sich auch für den Natur- und Umweltschutz oder betreiben Ökolandbau mit nachhaltiger Forstwirtschaft. Das Salem-Dorf in Höchheim gibt es seit den 1970er Jahren und hat sich schon lange fest in der Gemeinde etabliert. Mit rund 40 Mitarbeitern gehört die Einrichtung zu den größten Arbeitgebern im Milzgrund. Im Jahr 2011 konnte im Salem-Dorf in Höchheim 25-jähriges Jubiläum der arbeitstherapeutischen Maßnahmen gefeiert werden. 2014 gedachte man in allen Salem-Einrichtungen des 100. Geburtstages von Gründer Gottfried Müller, drei Jahre später wurden „60 Jahre Salem“ gefeiert.
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