Sulzfeld

Schäden an Bäumen und Kläranlagen: Der Biber nervt

Die Gemeinden sehen die Schäden, die der Biber verursacht, die Naturschützer den Zugewinn in der Natur.
Foto: Regina Vossenkaul | Die Gemeinden sehen die Schäden, die der Biber verursacht, die Naturschützer den Zugewinn in der Natur.

 In der Februar-Sitzung der Grabfeld-Allianz in der Höhberghalle dreht sich zunächst alles um den "Problembiber". Dazu begrüßte Allianz-Sprecher Jürgen Heusinger die neue Biodiversitäts- und Biberbeauftragte des Landkreises, Larissa Renninger, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Michael Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde einen Kurzvortrag hielt und Fragen beantwortete.

Die Naturschützer sehen die Arbeit des Bibers natürlich anders als die Gemeinden, die Nagetiere verändern die Lebensräume so, dass sie auch für andere Tier- und Pflanzenarten nutzbar sind. Untersuchungen zeigen, dass sich in Biberrevieren die Anzahl der Vögel verdoppelt, die Fischvielfalt sich vergrößert und die Anzahl der Individuen steigt. Durch Totholz im Wasser verringert sich die Fließgeschwindigkeit, mehr Wasser versickert und Hochwasser verteilt sich besser. Seit 15 Millionen Jahren gehört der Biber zum Naturhaushalt, dann war er fast ausgerottet.

In Rhön-Grabfeld gibt es mittlerweile 87 Biberreviere 

In Rhön-Grabfeld gibt es inzwischen wieder 87 Biberreviere. Das Tier steht laut Gesetzen der EU, Deutschlands und Bayerns unter Naturschutz, nur wenn er Kläranlagen und ähnliches gefährdet, dürfen Drainagen und Umleitungen oder Entnahmen (das bedeutet Einfangen oder Abschießen) vorgenommen werden. Wer haftet bei Schäden? Da der Biber niemandem gehört, gibt es auch keine Haftung, so Krämer. Für Privatleute gibt es Entschädigungen aus dem Biberfond, der aber schon Anfang des Jahres ausgeschöpft ist, so die Kritik der Geschädigten. Gemeinden erhalten keine Entschädigung, die Beschäftigung der Gemeindearbeiter muss in Kauf genommen werden, so Krämer. Er appellierte an die Bürgermeister, rechtlich auf der sicheren Seite zu bleiben.

Bäume ertrinken, Wiesen können nicht genutzt werden und die Bauern brauchen das Futter. Die Gesetze müssten überarbeitet werden, bevor der Biber zur Plage wird, darüber sind sich die Bürgermeister einig und wollen einen entsprechenden Brief formulieren, der nach München geschickt wird. Dass es nicht einfach wird, EU-Gesetze zu verändern, machte Krämer klar, erst wenn von vielen Ländern gemeldet wird, dass eine Sättigung vorhanden ist, könnte der strenge Schutz aufgehoben werden. Die Sättigung sei in Rhön-Grabfeld schon erreicht, fanden die Anwesenden.

Der Geschäftsführer des neuen MVZ in Bad Königshofen, Dominik Rost, stellte die Einrichtung vor (wir berichteten) und berichtete von einem guten Zulauf im Einzugsgebiet mit rund 33 000 Einwohnern. 650 Quadratmeter im Erdgeschoss mit acht Sprechzimmern und mehreren Spezialräumen stehen den Fachärzten für Chirurgie, Orthopädie, Sport- und Unfallmedizin und Gastroenterologie zur Verfügung. Sie sind keine Konkurrenz zu den niedergelassenen Hausärzten, betonte er. Ein Tag der offenen Tür sein momentan leider nicht möglich.

Fortschritte bei den Grabfeld-Treffpunkten

Museumsdirektor Andreas Rottmann stellte die Fortschritte bei den "Grabfeld-Treffpunkten" vor, für die jetzt ein Flyer und Plakate erarbeitet und die Beschriftung der in den Ortschaften aufgestellten Informations-Stelen festgelegt wurde. Auch die Rückseite der Stelen soll für Texte verwendet werden, denn nicht alle Wanderer sind in der Lage, den QR-Code aufzurufen, beschlossen die Bürgermeister. Die Treffpunkte in allen Grabfeld-Gemeinden sollen auf Sehenswürdigkeiten und auf das Museum in Bad Königshofen hinweisen. Eine Betonplatte soll die Wanderer dazu motivieren, ein Selfie zu schießen. Bis 31. März soll alles fertig sein.

Über den Stand des Radtourismusprojekts des Naturparks Haßberge informierten Susanne Volkheimer und Christof Dilzer. Sechs thematische Rundtouren wurden ausgearbeitet, meistens auf vorhandenen Radwegen und müssen noch genau beschildert werden. Das Projekt soll als Leader-Projekt angemeldet werden, zuvor gab es eine Abfrage, ob alle Grabfeld-Gemeinden mit im Boot sind, denn einige sind noch kein Mitglied des Tourismusverbands. Es gab allgemeine Zustimmung, sodass weitergearbeitet werden kann. Man einigte sich auch über E-Bike-Ladestationen, die nicht extra ausgewiesen werden sollen, Cafés und Gasthäuser mit Lademöglichkeiten sollen erwähnt werden. Außerdem ist geplant, Servicestationen einzurichten, an denen man Luftpumpen etc. findet.

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