MELLRICHSTADT

Vhs Rhön und Grabfeld: modern, innovativ und auf Zack

Alt und neu: Klaus Schemmerling und Renate Knaut präsentieren das neue Programmheft der Volkshochschule Rhön und Grabfeld im Vergleich zum vorherigen Heft mit dem bekannten blauen Balken.
Foto: R. Rautenberg | Alt und neu: Klaus Schemmerling und Renate Knaut präsentieren das neue Programmheft der Volkshochschule Rhön und Grabfeld im Vergleich zum vorherigen Heft mit dem bekannten blauen Balken.

Ein aufregendes Semester voller Veränderungen und Innovationen steht der Volkshochschule (Vhs) Rhön und Grabfeld mit Münnerstadt bevor. Im April ändert sich die Rechtsform zu einer gGmbH. Damit ist man bayernweit die erste Volkshochschule im ländlichen Raum, die diesen Schritt geht. Bereits jetzt wurde das Erscheinungsbild überarbeitet und an den neuen, bundesweiten Marktauftritt der Volkshochschulen angepasst. Auch im Programmbereich gibt es Änderungen. So wurde die Sparte „Grundbildung“ eingeführt, die in den kommenden Jahren Stück für Stück ausgeweitet werden und den Bildungsauftrag für Erwachsene noch besser umsetzen soll. Am 8. Januar erscheint das neue Programm für Frühjahr und Sommer.

„Gravierende Veränderungen“ kündigte Klaus Schemmerling, Leiter der Vhs Rhön und Grabfeld, an. Bis zum Herbst sollen die rund 1000 Volkshochschulen in Deutschland im einheitlichen Design auftreten. Die Vhs Rhön und Grabfeld geht diesen Schritt bereits jetzt, denn zum 1. April soll die Rechtsform zu einer gemeinnützigen GmbH mit den Kommunen als Gesellschafter geändert werden. „Neue rechtliche Form und neuer Marktauftritt, das passt zusammen“, so Schemmerling. Künftig wird das vor jedem Semester herausgegebene Magazin in modernem Design erscheinen. Dabei habe man „gestalterisch mehr Spielraum“, wie Renate Knaut, zuständig für Programmplanung und Öffentlichkeitsarbeit, erklärt. Am Charakter des Heftes als Kultur- und Bildungsmagazin soll sich jedoch nichts ändern.

Veränderungen gibt es dafür in den Programmbereichen. Neu hinzugekommen ist der Bereich „Grundbildung“, der „Wissen für den Alltag“ und grundlegende Kompetenzen in Bereichen wie Sprache, EDV, moderne Kommunikationsmedien, Verbraucherbildung oder Haushalt vermitteln soll. Ein wichtiger Punkt ist auch die Grundfähigkeit zum Lesen und Schreiben. Laut einer repräsentativen Untersuchung haben in Deutschland rund 14,5 Prozent der Personen im erwerbsfähigen Alter Probleme mit Wort und Schrift, obwohl sie eine Schule besucht haben. Diesen Prozentsatz auf den Landkreis Rhön-Grabfeld angewandt, wären über 5000 Menschen betroffen. „Hier hat unser Grundbildungssystem versagt“, so Schemmerling. Deshalb bietet die Vhs Rhön und Grabfeld an allen drei Standorten, in Mellrichstadt, Bad Königshofen und Münnerstadt, Einstiegs- und Vertiefungskurse für Menschen an, die Probleme mit Lesen und Schreiben haben.

Diese Kurse werden zu 70 Prozent durch die EU gefördert, die restlichen 30 Prozent müssten die Kursteilnehmer selbst aufbringen. Dies ist oftmals – auch in Anbetracht der Anfahrtskosten im ländlichen Raum – nur schwer möglich. Daher bauen Schemmerling und Knaut auf eine Förderung durch den Verein für Kultur und Bildung, über den Privatpersonen und Unternehmen mit Spenden dafür sorgen können, die Menschen im Landkreis an Bildung teilhaben zu lassen.

Im Namen geändert wurde der Programmbereich „Junge Vhs“ (vorher: Spezial). Gerade für Kinder und Jugendliche werden viele Projekte in Netzwerken wie jukunet (Netzwerk für Jugendkultur) oder mit Partnern durchgeführt. So hat man beispielsweise das Projekt „KuBiK“ (Kultur, Bildung, Kompetenz) ins Leben gerufen, durch das junge Erwachsene Zugang zu außerschulischen Bildungsprogrammen erhalten.

Mit der Teilnahme am Förderprogramm „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, soll der Zugang zu Kultur und die Freude an Kunst und Kreativität vermittelt werden. Die Veranstaltungen und Projekte, wie beispielsweise der „talentCAMPUS“ oder neu „jukuseum“, sind für die Teilnehmer kostenfrei. Dabei wird mit lokalen Partnern, wie dem Freilandmuseum Fladungen, den Museen in der Schranne in Bad Königshofen und dem KulTourisMus im Schloss in Münnerstadt kooperiert.

Im Bereich berufliche Aus- und Weiterbildung kann die Volkshochschule mit attraktiven Angeboten aufwarten. Der Status als Bildungsberatungsstelle wurde bis Mitte des Jahres verlängert, so dass Kurse mit einer Bildungsprämie von 500 Euro bezuschusst werden können. Erwähnenswert ist vor allem die Reihe Xpert-Business in deren Rahmen kaufmännische Qualifikationen erworben werden können. Vergleichbare Angebote gibt es nur in Städten wie Aschaffenburg und Würzburg, so Schemmerling. Ab Herbst werden in Zusammenarbeit mit dem Software-Entwickler DATEV sogar unterfrankenweit einzigartige spezielle EDV-Kurse für Buchhaltung angeboten.

Mit „deutlich über 300 Kursen“ und zahlreichen zusätzlichen Veranstaltungen, etwa der Postkartenausstellung „Der Zeit in die Karten geschaut“ vom 26. Januar bis 6. März in Bad Königshofen, habe man wieder „ein sattes Programm“ zusammengestellt, welches „das Bildungsangebot im ländlichen Raum breit gefächert“ aufstellen soll, so Schemmerling. „Damit müssen wir uns vor den Angeboten in größeren Städten nicht verstecken.“

Das neue Vhs-Programm

Das neue Programm der Volkshochschule Rhön und Grabfeld mit Münnerstadt für Frühjahr und Sommer wird am Mittwoch, 8. Januar, erscheinen. Das Heft liegt dem Verbrauchermagazin „markt am Mittwoch“ bei und wird so an alle Haushalte im Einzugsbereich verteilt. Zudem wird das Vhs-Programm an öffentlichen Stellen ausgelegt.

Voraussichtlich ab Donnerstag, 9. Januar, wird auch die Internetseite www.die-vhs.de freigeschaltet, dann sind bereits Buchungen möglich.

Spenden an den Förderverein sind an folgendes Konto möglich:

Verein für Kultur und Bildung, Kontonummer: 69 20 bei der Genobank Rhön-Grabfeld, BLZ 790 691 65

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