Hausen

Warum die Gemeinde Hausen klimabewusst ist

Die Gemeinde Hausen bewirbt sich mit dem Streuobstlehrpfad und Sortenerhaltungsgarten um eine Beteiligung beim bundesweiten Modellprojekt zur Klimaanpassung und Modernisierung in urbanen Räumen.
Foto: Marion Eckert | Die Gemeinde Hausen bewirbt sich mit dem Streuobstlehrpfad und Sortenerhaltungsgarten um eine Beteiligung beim bundesweiten Modellprojekt zur Klimaanpassung und Modernisierung in urbanen Räumen.

Bürgermeister Fridolin Link bedauerte, dass der Apfelmarkt als beliebte Veranstaltung in diesem Jahr erneut ausfallen muss. „Im vorigen Jahr hatten wir kein Obst, in diesem Jahr haben wir Obst, aber da geht es wegen Corona nicht“, sagte er. Dennoch hat Hausen die Chance mit seinem Streuobstprojekt, dem Sorten-Erhaltungsgarten in Verbindung mit dem Streuobstlehrpfad, bundesweite Aufmerksamkeit zu bekommen.

Denn die Bundesregierung hat sich anspruchsvolle Klimaziele gesetzt. So soll bis zum Jahr 2030 unter anderem eine Reduktion der Treibhausgasemission von 55 Prozent erreicht werden. Der Bund fördert daher in einem neuen Programm Modellprojekte zur Klimaanpassung und Modernisierung in urbanen Räumen. Der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Georg Hansul, schlug als Modellprojekt das Streuobstprojekt in Hausen vor. Da zwischen Bekanntwerden des Förderprojektes am 28. Juli und Ende der Anmeldefrist am 30. Juli ein zu kurzer Zeitraum lag, um den Gemeinderat in die Entscheidung einzubeziehen, wurde dies nun nachgeholt.

61.000 Euro Gesamtkosten

Wenn Hausen in das Projekt aufgenommen werde, könne unter anderem die Datenbank mit bisher noch nicht bestimmten Bäumen ergänzt werden, auch sei die Nachpflanzung von weiteren historischen Sorten vorgesehen, ebenso die inhaltliche Überarbeitung der Infotafeln. Die Gesamtkosten werden auf 61.000 Euro beziffert, von denen die Gemeinde selbst zehn Prozent zu tragen habe. Wissenschaftlich würde das Projekt, das bis Ende 2023 terminiert ist, durch die Bayerische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön begleitet.

Link warb im Gemeinderat für dieses Projekt, das sehr gut zur Modellgemeinde Hausen passe. „Es ist wichtig für uns, da mit dabei zu sein.“ Die besondere Bedeutung des Gartens für den Klimaschutz liege zwar in erster Linie in der Pflanzung der 1000 Streuobstbäume und deren Ergänzung, aber auch in der Vermeidung von Treibhausgasen bei der Nutzung und Verwertung des regionalen Obstbaumbestandes anstelle der Versorgung mit Obst und Obsterzeugnissen über weite Transportwege. Darüber hinaus werde durch die Umweltbildung rund um den Streuobstlehrpfad die Öffentlichkeit für regionales und saisonales Einkaufen sensibilisiert. Mit dem Sortenerhaltungsgarten werde Genpotential gesichert, das für eine spätere Züchtungsarbeit, hinsichtlich der Klimaanpassung, interessant sein könnte. „Wir haben schon vor Jahrzehnten in Hausen die Voraussetzungen geschaffen“, sagte Link. 1997 wurden der Streuobstlehrpfad und Sortenerhaltungsgarten angelegt. „Wir in Hausen sind klimabewusst.“

Wer betreut künftig den Lehrpfad?

Bedenken äußerte Otto Orf zur Bewerbung für dieses Projekt. Er fragte, wie die Betreuung des Streuobstlehrpfades und Sortenerhaltungsgartens auf Dauer personell geleistet werden soll, vor allem wenn jetzt noch mehr Bäume gepflanzt würden. Er zweifelte, ob nach den aktuellen Akteuren noch Freiwillige zu finden sein werden, die sich dem annehmen werden. Der Bürgermeister konnte sich dem nicht anschließen. „Ich habe keine Bedenken, dass sich jemand finden wird.“ Peter Trabert war der Ansicht, dass dieses Projekt, so Hausen den Zuschlag bekomme, ein Glücksfall sei. „So günstig können wir den Lehrpfad sonst nicht modernisieren.“ Mit einer Gegenstimme genehmigten die Gemeinderäte schließlich im Nachgang die Bewerbung.

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