Bad Königshofen

Weltladenteam Bad Königshofen spendet für das Jukunet

Abstandhalten heißt es künftig auch im Weltladen in Bad Königshofen.Corona
Foto: Silke Kurzai | Abstandhalten heißt es künftig auch im Weltladen in Bad Königshofen.
Corona

„Auf den obligaten Spendenscheck haben wir diesmal auch aus Umweltgründen bewusst verzichtet", erklärte Christiane Schmalen, Vorsitzende des Weltladenteams Bad Königshofen, im Gespräch mit Renate Knaut im alten Kindergarten der Stadt. Knaut, Mitarbeiterin der VHS Rhön-Grabfeld und Initiatorin des Jukunet, dem Regionalen Netzwerk für Jugendkultur, freute sich natürlich auch ohne Scheckformular über eine Spende von 500 Euro, die das Team des Bad Königshöfer Weltladens ihrer Organisation zukommen lässt.

Seit seiner Gründung im Jahr 2011 hat der Weltladen in der Hindenburg-Straße immer wieder die durch ehrenamtliche Leistungen seiner Mitarbeiter erbrachten Gewinne weitergegeben und dabei sowohl Organisationen in Entwicklungsländern als auch soziale Vereine der Region wie etwa die Tafel Bad Neustadt oder das Frauenhaus Schweinfurt bedacht.

Einsatz für die Integration

Dieses Mal entschied man sich für das Jukunet in Bad Königshofen, das sich mit seinem Einsatz für die Integration von jungen Menschen über die Landkreisgrenzen und sogar deutschlandweit einen Namen gemacht hat.

Angefangen habe alles schon im Jahr 2006, berichtet Renate Knaut, als  der Schachclub der Stadt versuchte, junge Menschen vorrangig aus Spätaussiedlerfamilien als Mitglieder ins Team zu holen, sie zu motivieren, ihnen zu Erfolgserlebnissen zu verhelfen und so bei der Integration zu unterstützen.

Nach den Spätaussiedlern kamen Flüchtlinge und Migranten, die auch Hilfe benötigten, um sich im neuen Leben zurechtzufinden. Jukunet hat mehrere Kooperationspartner, darunter die Stadt Bad Königshofen, die VHS Rhön Grabfeld, das Jugendzentrum Bad Königshofen und die Kulturagentur Rhön- Grabfeld. Ziel war und ist es, Kinder ab dem Grundschulalter und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr zu fördern, ihren kulturellen Horizont zu erweitern, dabei Bildungsbenachteiligungen und nicht nur sprachliche Defizite auszugleichen.

Enge Zusammenarbeit mit den Museen

„Unser Motto lautet“, so Renate Knaut, „Kultur macht stark.“ Ein breitgefächertes Angebot an Kursen, das von gemeinsamem Kochen, Tanzen, diversen Workshops, Mal- oder Nähkursen bis hin zu Exkursionen in die Umgebung reicht, stößt auf großes Interesse, erreicht junge Menschen über die Landkreisgrenze hinaus und schließt mittlerweile Kinder aus allen Teilen der Bevölkerung ein.

Das gilt besonders für das Ferienprogramm, das von den Mitarbeitern für alle Schulferien erstellt wird.  Hervorzuheben ist insbesondere die enge Zusammenarbeit mit den Museen der Schranne. Bei Besuchen im archäologischen Museum erhalten Kinder Einblicke in die Vergangenheit. Im Museum für Grenzgänger können die Jugendlichen auch eigene traumatische Erlebnisse ihrer Flucht, bei der sie viele Grenzen überqueren mussten, verarbeiten.

Oft, so berichtet Renate Knaut, bringen die jungen Menschen dann auch ihre Eltern dazu, das Museum zu besichtigen oder sich im Jukunet zu engagieren. Auch das sieht sie als wichtigen Schritt hin zur Integration. Leider hat die Pandemie viele Aktivitäten im Jukunet erschwert, sogar unmöglich gemacht:„Wir mussten unsere Strategie ändern“, sagt Renate Knaut, „viele Angebote können ausschließlich online stattfinden, Präsenz-Veranstaltungen sind nicht möglich.“ Deshalb steht für sie auch fest, dass die Spende des Weltladens vorrangig der Verbesserung der digitalen Ausstattung dienen. Die Hoffnung, dass es in naher Zukunft auch wieder vermehrt persönliche Begegnungen und Kurse geben wird, hat sie natürlich nicht aufgegeben.

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