Bad Neustadt

Wohnen im Miniformat ist wohl nichts für Rhön-Grabfelder

Eine Umfrage in den Bauämtern Rhön-Grabfelds zeigt: Minihäuser sind bei den Häuslebauern im Landkreis wenig nachgefragt. Sind die Grundstückspreise der Grund?
Alternative Wohnform: Blick auf Häuser im Tiny House Village in Mehlmeisel im Fichtelgebirge.
Foto: Nikolas Armer/dpa | Alternative Wohnform: Blick auf Häuser im Tiny House Village in Mehlmeisel im Fichtelgebirge.

Weniger ist mehr: Kleine Häuser liegen im Trend. Ältere Paare, deren Kinder aus dem Haus sind, empfinden ihre große Immobilie oft als Belastung; junge Paare wollen aus finanziellen oder aus Nachhaltigkeitsgründen platzsparend bauen; in manchen Gegenden ist Bauland rar und teuer und zwingt zum Bau kleinerer Immobilien.

Solche Minihäuser (Mikrohaus, Kleinhaus oder Singlehaus) sind Gebäude, die bis zu 100 Quadratmeter Wohnfläche bieten. In Rhön-Grabfeld ist dieser Trend zu dieser Wohnform nicht stark ausgeprägt. Das ergab eine Umfrage in den Bauverwaltungen der Städte und Verwaltungsgemeinschaften. 

In Oberstreu befasste sich der Gemeinderat jüngst mit dem Antrag eines Paares, das in der Wörthstraße ein mobiles Tiny House mit einer Grundfläche von 30 Quadratmetern bauen wollte. Der Antrag wurde abgelehnt, weil die Mehrheit des Gemeinderats die Ansicht vertrat, dass der geplante Standort sich für dieses Bauprojekt nicht eignet.

Neue Wohnform in speziellen Baugebieten

Wie Bürgermeister Stefan Kießner in einem Gespräch mit dieser Redaktion erläuterte, habe man in Absprache mit dem Bauherrn einen anderen Standort für das Projekt gefunden. Grundsätzlich befürworte er den Bau von kleinen Häusern, sagte Kießner. Sollte der Bedarf größer werden, sollte man dafür allerdings spezielle Baugebiete ausweisen.  

Diese Ansicht vertritt auch Jochen Staub von der Bauverwaltung der Stadt Bad Königshofen. Er hatte im vergangenen Jahr zwei Anfragen für den Bau von kleinen Häusern auf dem Schreibtisch. Eine dieser Anfragen – sie kam  von einem älteren Paar, das sich "verkleinern" wollte – wurde tatsächlich realisiert. Das war möglich, weil sich das neue Haus gestalterisch gut in die Bebauung der Nachbarschaft einfügte.

Es ist auch eine Frage der Grundstückspreise

Staub weiß von Seminaren, dass die neue Wohnform im Speckgürtel von München beispielsweise ein Thema ist, weil dort die Grundstückspreise extrem hoch sind. Die Quadratmeterpreise in Rhön-Grabfeld seien im Vergleich dazu wirklich niedrig. Daher gebe es momentan weniger Bedarf, kleiner zu Bauen. Aber, meint er "das ist ein neuer Trend, da sollte man offen sein". Anna Bürgner, seine Kollegin von der Verwaltungsgemeinschaft Bad Königshofen, hatte im vergangenen Jahr keine Anfragen nach Minihäusern zu bearbeiten. 

In der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt wurde vergangenes Jahr nur der Antrag aus Oberstreu bearbeitet. Vereinzelte Anfragen, die dann im Sand verlaufen sind, gab es allerdings. Diese bezogen sich ausschließlich auf Wochenendunterkünfte und Ferienhäuser, berichtet Fabian Steiner.

Prüfung im Einzelfall

Im Bauamt der Stadt Bad Neustadt sind kleine Häuser bislang noch kein Thema, sagte Stadtbaumeister Horst Wels. Sollten Anfragen kommen, würde im Einzelfall geprüft, ob das Objekt im jeweiligen Baugebiet realisiert werden kann. Denn Bebauungspläne legen detailliert fest, wie Häuser in einem Wohngebiet auszusehen haben, wie hoch sie sein dürfen, oder wie das Dach auszusehen hat. 

Bei der VG Bad Neustadt gab es im vergangenen Jahr zwei Anfragen, berichtet Timo Schmitt. Die Bürgermeister der VG-Gemeinden stünden dieser alternativen Wohnform wohlwollend gegenüber. Ein großes Thema sei sie bei den Häuslebauern derzeit aber nicht.

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