Wollbach

Wollbach: Infoveranstaltung zum Dorfladen

Thorsten Bausch (Mitte), einer der Gründer und Geschäftsführer von myenso, war zu einer Infoveranstaltung nach Wollbach gekommen. Guter Dinge, dass es mit einem 'Tante-Enso-Mini-Supermarkt' in Wollbach klappt, sind die Initiatoren (von links) Sandra Fischer, Regina Kesselring, Dietmar Müller, Frank Greier, Markus Müller und Bürgermeister Thomas Bruckmüller.
Foto: Klaus-Dieter Hahn | Thorsten Bausch (Mitte), einer der Gründer und Geschäftsführer von myenso, war zu einer Infoveranstaltung nach Wollbach gekommen.

"Ich geh mal schnell zum Vöth einkaufen." So hieß es früher. Heißt es künftig: "Ich bin mal kurz bei Tante Enso einkaufen?" Wenn es nach Bürgermeister Thomas Bruckmüller und der "Patengruppe" geht, dann sollten die Wollbacher – und nicht nur die – bald ihre Einkäufe bei "Tante Enso" im ehemalige Edeka-Markt von Hartmut Vöth mitten im Ortszentrum erledigen können. Wer steckt hinter Tante Enso und wie sieht eigentlich das Geschäftsmodell aus? Was, wann und wie kann ich dort einkaufen? Fragen, die Thorsten Bausch, zusammen mit Norbert Hegmann Mitgründer und Geschäftsführer des Unternehmens myenso aus Bremen, im Rahmen einer Infoveranstaltung auf dem Wollbacher Sportgelände umfassend beantwortete.

Bereits vor der angekündigten Schließung des Vöthschen Einkaufsmarktes Anfang des Jahres hatten sich die Initiatoren auf die Suche nach Möglichkeiten begeben, die Einkaufsmöglichkeit mitten im Dorf aufrechtzuerhalten. Dabei war man auch auf myenso gestoßen, das ein Modell zur Nahversorgung in ländlichen Gebieten entworfen hatte. Und vom hohen Norden hatte sich nun Thorsten Bausch auf den Weg nach Wollbach gemacht, um die Intentionen hinter dieser Idee vorzustellen. Wie groß das Interesse der Bevölkerung an der Zukunft ihrer Nahversorgung im Ort ist, zeigte die große Zahl interessierter Besucher, die auf dem Sportgelände zusammengekommen waren.

Mitgliedschaft in der Genossenschaft

Welche Ziele myenso verfolgt, machte Thorsten Bausch gleich eingangs seiner Ausführungen deutlich. Er erläuterte die Vorstellung, über die Mitgliedschaft in der Genossenschaft "My Enso Teilhaber eG" den Bürgern die Teilhabe- und ein Mitspracherecht an ihrem Tante-Enso-Markt zu geben. So könnte es auch in Wollbach klappen, gemeinsam wieder eine Einkaufsmöglichkeit auf die Füße zu stellen. Dazu müsste die Bevölkerung allerdings auch ein Zeichen setzen. Wenn mindestens 300 Personen je einen Anteil von 100 Euro erwerben, wäre das für myenso das erwünschte Signal, dass die Bevölkerung den Tante-Enso-Mini-Supermarkt in Wollbach haben möchte und ihn auch durch ihre Einkäufe unterstützt.

Warum gerade die Bezeichnung "Tante Enso"? Weil man das Prinzip des früheren "Tante-Emma-Ladens", der klein und lokal aufgestellt war, mit dem Myenso-Gedanken verbinden will. So soll es im künftigen Wollbacher Tante-Enso-Markt mit 3500 bis 4000 Produkten ein "tolles Vollversorgungsangebot geben, wobei jeder Haushaltsbedarf bedient wird". Grundsätzlich kann man im Laden rund um die Uhr einkaufen, wobei täglich rund 3 bis 4 Stunden Personal vorhanden sein wird. Ansonsten kann man mit seiner kostenlos erhältlichen, personifizierten Kundenkarte den Laden jederzeit betreten. Vollständige Kameraüberwachung schützt dabei vor Diebstählen. Auch hat man die Erfahrung gemacht, dass gerade im ländlichen Bereich Diebstähle kaum vorkommen.

Viele Fragen wurden beantwortet

Natürlich stürmten die Wollbacher am Ende der Ausführungen mit ihren Fragen auf den myenso-Geschäftsführer ein: So konnte er versichern, dass man bereits "Gewehr bei Fuß stehe", mit der Familie Vöth und den Initiatoren einig und der Standort in Wollbach in Ordnung sei. Anteile könnten bereits gezeichnet werden, etwa neun Wochen würden insgesamt für den Umbau und die Neueinrichtung benötigt werden.

Nach Eröffnung würde der Laden rund eine Woche lang komplett personalbesetzt sein. Man würde die Kunden im Umgang mit der Kundenkarte und der Nutzung des Ladens schulen. Übrigens kann jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist, eine Kundenkarte erwerben, unabhängig davon, ob er Anteile gezeichnet hat. Schnäppchenjäger werden im Tante-Enso-Laden leer ausgehen, denn auf Sonderangebote wird verzichtet. "Wir betreiben bewusst keine Preispolitik, denn damit ist keine vernünftige Lebensmittelproduktion möglich", so Bausch. Im neuen Tante-Enso-Laden soll es auch frische Back-, Wurst- und Fleischwaren geben, wobei man vorwiegend auf regionale Partner setzen möchte. Den bereits initiierten "Grünen Markt" auf dem Dorfplatz findet Bausch toll: "Einen Wochenmarkt begrüßen wir sehr". Allerdings musste er dem Gedanken, auch ein Café im Mini-Supermarkt einzurichten, eine Absage erteilen.

Bedenken eines Anwohners hinsichtlich möglicher Ruhestörungen durch nächtliche Einkäufer versuchte er, aus der Welt zu räumen, indem er darauf verwies, dass deren Zahl verschwindend gering sein dürfte. Zweimal pro Woche erfolgen Warenlieferungen, darunter auch die Waren, die online bestellt werden können. Schließlich bietet myenso ja ein Sortiment von 20 000 Produkten an. Wie lange es einen "Tante-Enso-Laden" in Wollbach geben wird, hängt ganz allein vom Einkaufsverhalten ab. Anteile können im Internet unter https://www.myenso.de/content/tanteenso/standorte-in-planung/wollbach gezeichnet werden. Dort sind auch viele weitere Informationen sowie ein Video eingestellt. Außerdem können die Anträge auch mithilfe der Initiatorengruppe ausgefüllt bzw. im Rathaus eingeworfen werden.

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