Ostheim

Wort zum Wochenende

Wort zum Wochenende
Foto: Stephan Wurth

Liebe Leserin, lieber Leser,

als ich am Montag bei knapp 30 Grad im Büro am PC so vor mich hin schwitzte und kaum einen klaren Gedanken fassen konnte, fiel mir der Tischventilator wieder ein. Der hatte ganz oben im Regal überwintert und war seit Sommer 2019 nicht wieder im Einsatz gewesen. Ein bisschen Anstrengung gehörte noch dazu, ihn aus der Ecke herauszuholen, aber dann stand er schräg hinter mir vor dem geschlossenen Fenster (das die noch größere Hitze draußen hielt), rotierte zufriedenstellend mit einem leisen Surren und schwenkte dabei von rechts nach links und zurück. Perfekt! Technik zum Verwöhnen!

Alle paar Sekunden kam ein kühlender Luftstrom in meine Richtung. Fast perfekt, denn der kalte Hauch traf genau meinen Nacken. Sollte ich den Hemdkragen hochschlagen? Oder den Ventilator ohne Schwenkbewegung auf ein festes Ziel knapp neben mir einstellen? Ich entschied mich, durch aufrechteres Sitzen den Nacken aus dem Windkanal zu entfernen, anstatt im Bürosessel den Rücken krumm zu machen. Ist ja auch gesünder so für die Wirbelsäule.

Dann las ich eine Meldung über Freiwillige, die in Beirut nach der verheerenden Explosion die Straßen bei größter Hitze von Scherben säubern, und fühlte mich ziemlich beschämt. Aus all dem wurde mir – erstens – wieder mal bewusst, wie viele Details passen müssen, bis ich mich wohlfühlen kann. Und wie viel Energie das kosten kann. Zweitens: Ich bin vermutlich nicht als einziger so. Denn selbst wenn hartgesottenere Typen als ich entweder mehr Hitze oder mehr Luftströmung aushalten, haben die vermutlich andere Empfindlichkeiten. Drittens: Wer sich rund um das eigene Wohlergehen verzettelt, verliert leicht den Blick für die Nöte anderer.

Und dann fiel mir wie eine kalte Dusche der Bibelvers ein: „Wer sein Leben behalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird's behalten. Denn was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele?“ Das sagt Jesus Christus laut Markusevangelium, Kapitel 8, Vers35, und hält mir damit den Spiegel vor. Dass wir uns immer wieder von Jesus Christus erfrischen lassen, wünscht sich und Ihnen Ihr Stefan Wurth!

Stefan Wurth

Religionspädagoge aus Ostheim

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