Gerolzhofen

Allerheiligen unter Corona-Bedingungen: strenge Regeln

Auf dem Gerolzhöfer Friedhof wird wegen der Corona-Pandemie – entgegen der langjährigen Tradition – an Allerheiligen nachmittags nur eine kurze Meditation stattfinden.
Das Totengedenken an Allerheiligen ist in Gerolzhofen in diesem Jahr nur unter strengen Auflagen möglich.
Foto: Waldemar Wiederer | Das Totengedenken an Allerheiligen ist in Gerolzhofen in diesem Jahr nur unter strengen Auflagen möglich.

Der Friedhofsgang an Allerheiligen hat noch einen besonderen Stellenwert und gehört zu den Säulen der Erinnerungskultur. Trotz hoher Corona-Inzidenz-Werte – insbesondere im Landkreis Schweinfurt – sollen am 1. November deshalb wenigstens kleine Feierstunden unter bestimmten Auflagen auf den Friedhöfen stattfinden können. Die bayerische Staatsregierung hat für Gedenkfeiern auf ausreichend großen Friedhöfen sogar die eigentlich geltende Höchstzahl von 200 anwesenden Personen aufgehoben.

Eine ungewöhnliche Zeit erfordert ungewöhnliche Maßnahmen. Auf dem Gerolzhöfer Friedhof wird wegen der Corona-Pandemie – entgegen der langjährigen Tradition – an Allerheiligen nachmittags diesmal nur eine kurze Meditation stattfinden. Der Gerolzhöfer Pfarrer Stefan Mai bittet sogar, dass in diesem Jahr alle Personen, die einer Risikogruppe angehören oder bereits Erkältungssymptome haben, nicht an der Feier teilnehmen, sondern den Friedhofsbesuch auf eine Zeit legen, wenn weniger Menschen auf dem Gottesacker unterwegs sind. Der Pfarrer hat dafür extra einen Flyer mit Anregungen und Gebeten zu einem persönlichen Friedhofsgang ausgearbeitet. Die Flyer liegen an der Aussegnungshalle auf und werden auch der nächsten Gottesdienstordnung beigelegt. 

Strenges Hygienekonzept

Für die Personen, die am kommenden Sonntagnachmittag doch an der Andacht teilnehmen wollen, wurde ein Hygienekonzept mit mehreren Punkten ausgearbeitet. Wichtig dabei ist: Es findet in diesem Jahr keine Andacht im Steigerwalddom und auch keine Prozession zum Friedhof statt. Die ökumenische Feier mit Pfarrer Stefan Mai und seinem evangelischen Amtsbruder Reiner Apel beginnt heuer direkt im Friedhof um 14.30 Uhr.

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An den Friedhofseingängen stehen Mitglieder des katholischen Pfarrgemeinderats als Ordnungspersonal. Der Ordnungsdienst hält Desinfektionsmittel bereit und achtet darauf, dass alle Besucher des Friedhofs einen Mund- Nasen-Schutz tragen. Auch auf den Parkplätzen rund um den Friedhof gilt bereits eine Maskenpflicht.

Eintrag in Anwesenheitsliste

Alle Besucherinnen und Besucher der ökumenischen Andacht müssen sich – so wie man es bereits von einem Gaststättenbesuch gewohnt ist – mit Namen und Telefonnummer in eine Anwesenheitsliste eintragen. Es gibt aber auch vorgefertigte Anmeldezettel, die in der Kirche ausliegen und die man bereits zuhause ausfüllen kann, um sie an den Friedhofseingängen dann abzugeben.

"Um Staus an den Eingängen zu verhindern, bitten wir um rechtzeitiges Erscheinen auf dem Friedhof", sagt Pfarrer Mai. Und: "Bitte wählen Sie den Eingang, der dem Grab Ihrer Verstorbenen am nächsten liegt." Begegnungsverkehr soll so möglichst vermieden werden. "Am Ende der Gedenkfeier bitten wir, dass sich jeder Zeit lassen und auf den Abstand beim Verlassen des Friedhofes achten sollte."

Besonders problematisch wird es sein, denn geforderten Mindestabstand von 1,5 Meter zu Personen außerhalb des eigenen Hausstands einzuhalten. Deshalb bittet Pfarrer Mai, dass an den großen Familiengräbern nur maximal zwei Personen stehen und an den kleinen, noch dazu eng aneinander liegenden Urnen- und Einzelgräbern nur eine Person. Die übrigen Mitglieder einer Familie müssen sich einen freien Platz suchen, auf dem der Mindestabstand zum Nebenmann einzuhalten ist.

Kein Singen von Liedern

Die Stadtkapelle Gerolzhofen wird während der Andacht mit einem verminderten Ensemble nur instrumental Choräle spielen. "Auf Singen verzichten wir gänzlich", erklärt Pfarrer Mai. Auch das Verlesen der Namen der Verstorbenen der vergangenen zwölf Monate findet heuer nicht statt.

Pfarrer Mai weiß um den inneren Konflikt, den viele Hinterbliebene an Allerheiligen haben werden. Ein Zwiespalt zwischen Emotion und Vernunft. "Ich vertraue auf das Verantwortungsbewusstsein unserer Bürger und Bürgerinnen und wünsche uns, auch unter erschwerten Corona-Bedingungen, ein würdiges Gedenken unserer Verstorbenen."

Vor und nach der kirchlichen Veranstaltung gelten auf dem städtischen Friedhof im übrigen die bekannten Corona-Regeln, betont Bürgermeister Thorsten Wozniak. Dazu zählen die Maskenpflicht und das Einhalten der Abstandsregeln. 

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