Schweinfurt

Coronakrise: Leopoldina für steigende Fallzahlen gut gerüstet

Die Bilanz 2019 des Leopoldina-Krankenhaus schließt mit einem Millionen-Plus. Wie sieht es in diesem Jahr aus und wie reagiert man auf die steigenden Corona-Zahlen?
Blick auf das Leopoldina Krankenhaus in Schweinfurt, das für 2019 einen Gewinn von zwei Millionen Euro auswies.
Foto: Anand Anders | Blick auf das Leopoldina Krankenhaus in Schweinfurt, das für 2019 einen Gewinn von zwei Millionen Euro auswies.

"Die schönen Töchter der Stadt", wie FDP-Stadtrat Georg Wiederer für gewöhnlich Stadtwerke, SWG und das Leopoldina-Krankenhaus wegen ihrer durchweg positiven Zahlen nennt, sind auch 2019 ihrem Ruf gerecht geworden. Der seit Januar amtierende Geschäftsführer des Leopoldina-Krankenhauses, Jürgen Winter, präsentierte im Hauptausschuss für sein 2200-Mitarbeiter-Haus für 2019 einen Gewinn von zwei Millionen Euro bei einer Bilanzsumme von 116,7 Millionen Euro.

Erfreuliche Zahlen, zu denen nicht nur das Krankenhaus selbst, sondern seine Tochtergesellschaften Medizinisches Versorgungs-Zentrum und Leo Service mit ebenfalls schwarzen Zahlen beitrugen. Gerade das MVZ ist im Bereich der ambulanten Behandlung ein Erfolg, erwirtschaftete bei auf 10,8 Millionen Euro deutlich gesteigerten Erlösen einen Gewinn von 900 000 Euro.

Stationär behandelt wurden vergangenes Jahr 31 770 Patienten, die Verweildauer sank leicht auf 5,9 Tage, die Zahl der Patienten war auf dem Niveau von 2018. "Mit dem positiven Ergebnis sind wir zufrieden", so Jürgen Winter, "es ist auch wichtig, um in die Zukunft investieren zu können." Neben dem Thema Parken gibt es für den Krankenhauschef nämlich noch ein wesentlich größeres Zukunftsthema: Die Sanierung des 1981 eröffneten Krankenhauses, für die man nun beginnt, ein Konzept zu erstellen.

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Investiert wird kontinuierlich am Leopoldina, 2019 alleine 13,3 Millionen Euro. Die größten Posten waren die Aufstockung der Kinder- und Jugendpsychatrie für 2,3 Millionen Euro und der Neubau der zentralen Notaufnahme für zwei Millionen Euro. 1,9 Millionen Euro kostete der neue Magnetresonanztomograph.

"Wir haben ein ausgeklügeltes Hygienekonzept, jeder stationär aufgenommene Patient wird getestet."
Leopoldina-Geschäftsführer Jürgen Winter.

Erfreulich ist, dass das Leopoldina im Vergleich zu anderen kommunalen Krankenhäusern in Städten wie Aschaffenburg, Coburg, Bayreuth oder Fürth Gewinne ausweist. Gleichwohl verhehlte Winter nicht, dass die Corona-Pandemie auch in Schweinfurt zu schaffen machte und man für 2020 "mit einem negativen Konzernjahresergebnis rechnen muss". Das rührt daher, dass während des Lockdowns im März und April Betten für mit dem Coronavirus infizierte Patienten vorgehalten werden mussten. Die Zahlungen des Freistaates dafür sind aber nicht kostendeckend, erst seit Juni ist das Krankenhaus wieder im Normalbetrieb.

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Winter ging auch auf die aktuelle Situation mit der über 100 gestiegenen Inzidenz in der Region Schweinfurt ein. Das Krankenhaus behandele derzeit eine niedrige zweistellige Zahl an Corona-Patienten, niemand müsse beatmet werden. Betroffen seien vor allem jüngere Patienten. "Wir bereiten uns auf steigende Zahlen vor", betonte Winter und versicherte, man sei in Sachen Schutzausrüstung für die Mitarbeiter sowie entsprechender FFP2-Masken gut ausgerüstet.

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Oliver Schulte (CSU) hatte gefragt, ob man wieder geplante Operationen absagen müsste wie im Frühjahr. Das verneinte Winter und erklärte, man müsse natürlich aufmerksam das Infektionsgeschehen verfolgen, werde aber den Normalbetrieb selbstverständlich aufrecht erhalten. Außerdem gebe es keinen Grund, dass Patienten bei Beschwerden nicht ins Krankenhaus gehen sollten: "Wir haben ein ausgeklügeltes Hygienekonzept, jeder stationär aufgenommene Patient wird getestet. Die Wahrscheinlichkeit, sich im Krankenhaus anzustecken, ist sicher nicht höher als im persönlichen Lebensumfeld."

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