Gerolzhofen

Die Bulldogs sind beim FC willkommen

Die Neuen im FC: Mit großer Mehrheit entschied eine außerordentliche Jahreshauptversammlung, eine Abteilung für American Football im Verein aufzunehmen. Auf die kommende Zusammenarbeit freuen sich von links Spieler Patrick Markert, Trainer Markus Pekar, FC-Vorsitzender Toni Niedermeier, seine Stellvertreter Michael Leopold und Ansgar Willacker sowie der Football-Abteilungsleiter Matthias Kirchner.
Foto: Norbert Finster | Die Neuen im FC: Mit großer Mehrheit entschied eine außerordentliche Jahreshauptversammlung, eine Abteilung für American Football im Verein aufzunehmen.

Im altehrwürdigen Steigerwaldstadion werden bald nicht nur die Bezirksligafußballer des FC Gerolzhofen dem runden Leder hinterherjagen, sondern auch die American-Football-Spieler der Gerolzhofen Bulldogs ihrem ovalen Spielgerät. Mit großer Mehrheit beschloss am Freitag eine außerordentliche Jahresversammlung in der Stadiongaststätte, die Footballer als eigene Abteilung unter das Dach des Vereins zu nehmen.

Die große Mehrheit rekrutierte sich freilich aus den fast komplett anwesenden Football-Spielern und deren Funktionären. Vom Altverein waren dagegen neben einigen Fußballspielern nur rund zwei Handvoll Mitglieder gekommen.

Dem Aufruf, eine Football-Mannschaft in Gerolzhofen zu gründen, waren innerhalb einer Woche rund 40 Interessierte gefolgt, berichtete Matthias Kirchner (Hoppachshof) zu Beginn seiner Präsentation der neuen Abteilung. Kirchner war selbst Spieler in der ersten und zweiten Football-Bundesliga. Er und der auch schon in den obersten Klassen aktive Mitinitiator Markus Pekar entschlossen sich, beim FC als Hauptverein anzufragen und stießen beim Vorstand auf viel Aufgeschlossenheit.

Starten wird die Mannschaft in der untersten Liga, der Aufbauliga. Diese besteht aus sechs Mannschaften, so dass ab Ende Mai 2016 fünf Heimspiele ausgetragen werden. In der Aufbauliga wollen die Bulldogs aber nicht bleiben, mindestens Regionalliga heißt nach Kirchner das Ziel. Mit einer Mischung aus „alten Hasen“ und jungen Spielern könne das funktionieren.

Football sei ein Sport, in dem vor allem Fitness und Gemeinschaftsgeist gefragt sind. Kirchner versprach, aus diesem Geist heraus auch die Fußballer zu unterstützen und den ganzen Verein als Gemeinschaft zu sehen. Auch rund 25 Cheerleader haben die Bulldogs bereits. Erst ab einem Alter von 14 darf man diesem Sport nachgehen. Rivalität gebe es im Football nur auf dem Platz. Dort werde hart gekämpft, aber hinterher jedes Mal gemeinsam mit dem Gegner gefeiert.

Für den FC bedeute die neue Abteilung mehr Zuschauer, denn Footballer schauen sich auch gerne mal Fußball an. Für ihre eigenen Spiele erwartet Kirchner etwa 450 bis 500 Zuschauer im Schnitt, mehr als das Dreifache dessen, was die erste Mannschaft des FC zurzeit zählt. Spiele der Bulldogs sollen Events werden. Dann wird es im Stadion Hot Dogs und Burger geben. Mit dem Erlös will man die vier Schiedsrichter bezahlen, die es pro Spiel braucht und die jedes Mal 400 bis 500 Euro kosten. Für die Ausrüstung müssen die Spieler selbst sorgen. Das kostet pro Mann etwa 500 Euro. Auch die Kosten für Spielerpässe übernehmen sie selbst. Sponsoren bringen die Bulldogs mit, es werden dem FC also keine abgeworben.

Kirchner kam selbst der zu erwartenden Frage zuvor, ob der Rasen im Stadion durch Football nicht stärker ramponiert wird als durch Fußball. „Grätschen ist im Football nicht erlaubt und wir tragen kürzere Stollen und überhaupt keine Schraubstollen“, verwies er auf eine Studie, dass Football rasenschonender ist.

Die hohen Football-Tore werden an den Pfosten der Fußballtore aufgesteckt, sind also schnell zu montieren. Die Linien sind nach einem Football-Spiel meist nicht mehr zu sehen, so dass es keine Verwirrung zwischen Football und Fußball gibt.

Die Spiele der Bulldogs werden auf dem Hauptplatz des Stadions ausgetragen. Überschneidungen mit anderen FC-Mannschaften wird es kaum geben, weil die Footballer am Sonntagnachmittag spielen und bei Bedarf dem Fußball den Vorrang überlassen, erfuhr Karl-Heinz Hillemeyer auf seine kritische Frage.

Gleiches gilt für Trainingszeiten, nach denen FC-Akteur Tino Pabst fragte. Zum Trainieren gehen die Footballer dreimal die Woche auf einen Nebenplatz.

Vorsitzender Toni Niedermeier warb eindeutig – unterstützt von Holger Dorsch – für die Gründung der neuen Abteilung. Sie werde den Verein bereichern und Gerolzhofen ein Alleinstellungsmerkmal bringen. Weitere Mannschaften gibt es in der Region nur in Schweinfurt, Würzburg und Bamberg. Außerdem haben die Footballer dem Verein Hilfe angeboten, etwa beim Weinfest. Bei drei Gegenstimmen und sechs Enthaltungen stimmte die Versammlung der Abteilungsgründung zu. Abteilungsleiter wird Markus Pekar, der laut Beschluss auch dem Gesamtvorstand des FC angehören wird.

Die neue Abteilung brachte dem Verein dann auch die Wiederbesetzung des bisher vakanten Schriftführeramts. Der 19-jährige Peter Strobel aus Prichsenstadt erklärte sich bereit, dieses arbeitsreiche Amt zu übernehmen. Zu Kassenprüfern des Gesamtvereins wurden Rainer Stanzel und Gerald Schmitt gewählt.

Matthias Kirchners abschließender Appell an die Footballer: „Enttäuscht uns nicht, enttäuscht die FC-Mitglieder nicht.“ Das Versprechen dazu gaben die Spieler lautstark aus einem Mannschaftskreis heraus ab.

American Football

In dieser Ballsportart treten zwei Mannschaften mit je elf Spielern gegeneinander an. Der ellipsenförmige Ball muss in die gegnerische Endzone des Gegners oder ins Tor gebracht werden, um Punkte zu erzielen. Wenn Angriff und Verteidigung von einer auf die andere Mannschaft übergehen, werden auch jeweils die offence (Angriff) und defence (Verteidigung) komplett ausgewechselt. Ein Spiel dauert viermal zwölf Minuten reine Spielzeit. Durch viele Unterbrechungen zieht sich eine Partie aber oft bis zu drei Stunden hin. Wenn es eine offence es in vier Versuchen nicht schafft, einen Raumgewinn von mindestens zehn Yards zu erreichen, wechselt das Angriffsrecht.

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