Bergrheinfeld

"Es kommt wie es kommt": Komiker Martin Frank bringt das Publikum zum Lachen

Mit seinem Programm 'Es kommt wie es kommt' begeisterte Martin Frank am Dienstag im Rahmen der Kulturwoche das Publikum.
Foto: Horst Fröhling | Mit seinem Programm "Es kommt wie es kommt" begeisterte Martin Frank am Dienstag im Rahmen der Kulturwoche das Publikum.

Auftritte bei "Kabarett aus Franken", "Schleichfernsehen" und schließlich am Dienstag vor ausverkauftem Haus bei der 24. Bergrheinfelder Kulturwoche: Der niederbayerische Komiker Martin Frank gilt als Nachwuchstalent der bayerischen Kabarettszene. Am Dienstag, 25. Juli präsentierte der 27-Jährige vor 220 begeisterten Besuchern sein aktuelles Soloprogramm "Es kommt wie es kommt".

Selbstbewusst geht er zu Beginn von der Bühne, läuft durchs Publikum, schüttelt einzelne Hände. Schon sein "Warming up" lässt erahnen, was an diesem Abend auf die Besucher zukommt. Der Kabarettist erzählt von seinen Berufswünschen. Seine Pläne hatten anders ausgesehen. Er wollte Opernsänger werden und aufs Mozarteum in Salzburg. Doch die Aufnahmeprüfung ging in die Hose. Stimmgewaltig erklärte er auch warum: Bei Carmens Stierkampfarie hatte er den Text vergessen und niederbayerische Wörter mit eingefügt.

Vom Piloten bis zum Landwirt war alles dabei, erzählt Frank. Pläne und Träume hatte er  genug. Etwas "Gscheites" sollte es sein. Also ging er zur Gemeindeverwaltung,  "weil die nimmt jeden". Dem schelmischen Blick zu Bürgermeister Uli Werner in der ersten Reihe folgte ein: "Nix gegen Sie, Herr Bürgermeister, aber Sie wissen, von was ich rede."

Vom "Bauernbua" zum Schauspieler

Bis zum Standesbeamten brachte Martin Frank in seiner Verwaltungslaufbahn. Dann habe er die Sinnkrise bekommen, alles hingeworfen und ist nach München gezogen. Schauspieler wollte er werden, und zuhause wollten sie ihm diese Idee mit Exorzismus austreiben. Doch er, der "Bauernbua", begann die Schauspielausbildung. Kein einfacher Start für jemanden, dem von klein an eingebläut wurde, immer und zu jedem höflich zu sein.

"Als ich am Morgen um halb 8 am Marienplatz in die U-Bahn einstieg und Grüß Gott miteinander sagte, brach Panik aus", erzählte Frank und erklärte: "Die dachten alle, ich bin der Fahrkartenkontrolleur." Mietpreise und Wohnungen in München sind Themen, über die er sich mit weit aufgerissenen Augen und verkniffenem Mund auslässt. Nach drei Jahren, im Oktober 2017, hat die Ausbildung erfolgreich beendet. Und dann? "War ich arbeitslos. Wunderbar", erzählt er.

Zum 'Warming up' ging Martin Frank durchs Publikum. 
Foto: Horst Fröhling | Zum "Warming up" ging Martin Frank durchs Publikum. 

"Ohne Bachelor bist du nix"

Von seiner Kindheit und Jugend im beschaulichen Hutthurm in Niederbayern erzählt Martin Frank und bringt das Publikum zum Lachen. Scheinbar tieftraurig erzählt und singt er davon, dass er unbegreiflicherweise und zu seiner großen Schande, "keinen Bachelor hat". Ja, er hat nicht studiert. Weil er "zu dumm" war, erst auf Umwegen das Abitur gemacht hat. Wunderbar selbstironisch nimmt er sich und die Einstellung "ohne Bachelor bist du nix" auf die Schippe: "Es gibt nun mal Leute wie mich, denen reicht der Bachelor auf RTL." Aber auch gegenüber den Akademikern nimmt Frank kein Blatt vor den Mund, "da viele Studierte einfach nix können". Wie der Maschinenbaustudent, der nach Abschluss des Studiums zwar einen Rasenmäher zeichnen, aber nicht wieder zusammenbauen kann. "Wenn man als Depp studiert, bleibt man ein Depp!" Immer wieder bezieht er das Publikum mit ein: "Das ist nicht fernsehen. Ich sehe Sie auch!"

Auch die Urlauber auf dem elterlichen Bauernhof bekommen ihr Fett weg. Das geht vom Leichenzug für das verstorbene Huhn bis zur Urlauberin aus Nordrhein-Westfalen, der er die vier Zitzen des Euters erklärt: Vollmilch, H-Milch, Bergbauernmilch und für die vierte bekommen die Kühe abends eine Handvoll Kaffeebohnen – und morgens kommt dann Cappuccino.

Frank begeistert das Publikum

Herzlich, ehrlich und unverschnörkelt begeisterte der 27-Jährige mit Geschichten aus seinem Leben. Er spielt mit Worten, Gesten, Mimik und nicht zuletzt für seine Gesangseinlagen bekam er Applaus. Ein Rat seines Vaters ermutigte ihn zu seinem Weg: "Geht eine Türe zu, geht woanders eine auf. Wenn nicht, schlage sie ein." Bei Berufswünschen sollte man immer den eigenen Träumen folgen. Das hat Martin Frank gemacht – mit Riesenerfolg.

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