Schweinfurt

Gemeinsam nicht einsam: Seniorenwohnanlage mit viel Freiraum

Susanne Siegmann zeigt Karl-Heinz Surauf und einer Besucherin ihre Wohnung. Seit drei Jahren lebt sie mit ihrem Mann in der Wohnanlage des Freien Altenrings.
Foto: Ursula Lux | Susanne Siegmann zeigt Karl-Heinz Surauf und einer Besucherin ihre Wohnung. Seit drei Jahren lebt sie mit ihrem Mann in der Wohnanlage des Freien Altenrings.

Eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen der nahen Zukunft wird wohl der demographische Wandel sein. Die Menschen in Deutschland werden immer älter – und die Älteren immer mehr. Gleichzeitig sind viele Senioren gesund, aktiv und beteiligen sich am gesellschaftlichen Leben. Sie wollen so lange wie möglich selbstständig bleiben, dafür spielt die richtige Wohnung eine entscheidende Rolle.

Seniorengerechte Wohnungen und Wohnformen sind Mangelware

Alten- und Pflegeheimplätze habe die Stadt genügend, meint Karl-Heinz Surauf vom Seniorenbeirat. Was fehle seien seniorengerechte Wohnungen und vor allem Wohnformen. In die WGs ihrer Jugendzeit wollen wohl die wenigsten Senioren zurück, dennoch gilt, gemeinsam geht vieles leichter. Der Freie Altenring Schweinfurt hat vor wenigen Jahren unter dem Titel „Selbstbestimmtes Wohnen im Alter“ eine zu diesen Vorgaben passende Wohnform ins Leben gerufen.

Die Stadt- und Wohnbau GmbH (SWG) sanierte vor rund vier Jahren zwei Gebäude in der Oskar-von-Miller-Straße.

16 Wohnungen, eine gemeinsame Terrasse und ein Gästezimmer

Die beiden Häuser wurden verbunden und zu einer Seniorenwohngemeinschaft umgebaut. Die 16 Wohnungen, die sich auf drei Stockwerke verteilen, werden von acht Paaren und acht Singles bewohnt, erklärt Ulrike Stahl, die Vorsitzende des Freien Altenrings. Barrierearm und behindertenfreundlich seien die Wohnungen, erklärt sie. Jeder habe sein eigenes Reich, aber es gibt auch Gemeinschaftsräume. Darunter neben einem hellen und freundlichen Aufenthaltsraum mit Terrasse ein Gästezimmer für Besucher und ein behindertengerechtes Bad mit einer Badewanne. In den Wohnungen selbst gibt es nämlich nur Duschen.

Auch ein kleines Büro für den Freien Altenring ist in diesem Bereich untergebracht. Die Gemeinschafträume sind von allen Wohnungen aus trockenen Fußes zu erreichen.

Silvesterfeier oder Grillabend – die Hausgemeinschaft organsiert sich selbst

Die Hausgemeinschaft regelt sich weitgehend selbst, organisiert Spiel- oder Singnachmittage, feiert Geburtstage, Silvester und Weihnachten zusammen, oder trifft sich zum Grillen auf der Terrasse. Zehn bis zwölf Prozent der Senioren wünschen sich so eine Lebensform, sagt Surauf. Mindestens 50 solche Wohnungen bräuchte die Kugellagerstadt noch. Er hofft auf die Umgestaltung von Askren Manor und, dass dort wieder Platz geschaffen wird für ein weiteres solche Wohnprojekt.

Ihre Entscheidung haben Siegmanns nicht bereut

Susanne Siegmann ist mit ihrem Mann gemeinsam mit den anderen Bewohnern vor gut drei Jahren in eine der seniorengerechten Wohnungen eingezogen und beide haben es noch nicht bereut. „Erst hatten wir ein Haus, wir haben sechs Kinder, dann eine eigene Wohnung und als wir nicht mehr so viel Platz brauchten sind wir hier eingezogen“, erzählt sie. Obwohl sie in ihrer eigenen Wohnung leben, fühlt sich Siegmann nicht allein. Man könne mal „übern Flur und den Nachbar fragen wie's ihm geht“, es wird gemeinsam gefeiert und wenn Not am Mann ist, hilft man sich auch.

Alle 14 Tage setzt sich die Hausgemeinschaft zusammen und bespricht sich. Auch das Gästezimmer hat Siegmann schon gut genutzt, als ihre Tochter und die Enkelin aus Amerika kamen, haben die dort 3 Wochen gewohnt, erzählt sie. Gegen einen Obolus, den die Hausgemeinschaft festgelegt hat und der auch in die Kasse der Hausgemeinschaft fließt, schließlich müsste ab und an einmal etwas angeschafft oder eine Feiern bezuschusst werden.

Wer hier einziehen will, muss sich bewerben

Es kann sich auch nicht jeder einmieten. Wenn sich jemand für eine Wohnung in der Anlage interessiert, wird erst geprüft, ob er auch zur Gemeinschaft passt. Vier bis fünf Leute von der Hausgemeinschaft unterhalten sich dann mit dem Bewerber, „nach einer Stunde merkt man schon, ob der passt“, erklärt Susanne Siegmann.

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