Schweinfurt

Gemüse unter Solaranlagen im trockenen Schweinfurter Land

Freiflächen-Solaranlagen sind gut für die Artenvielfalt, wenn – wie bei der Mahd – eine extensive Pflege erfolgt. Unter den Modulen kann aber auch Gemüse wachsen.
Solarkraftwerk der Firma Belectric an den Bahngleisen bei Oberndorf. Unter den Modulen ist es im Sommer fünf Grad kühler als unter freiem Himmel.
Foto: Gerd Landgraf | Solarkraftwerk der Firma Belectric an den Bahngleisen bei Oberndorf. Unter den Modulen ist es im Sommer fünf Grad kühler als unter freiem Himmel.

Nachdem ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts auf einem Feld bei Heggelbach in der Nähe von Pfullendorf (nördlich des Bodensees) gezeigt hat, dass unter Solaranlagen Weizen, Sellerie, Kartoffeln und Kleegras in einem heißen Sommer durch die Beschattung besser wachsen als auf den Flächen gleich nebenan unter freiem Himmel, hat Herbert Lang, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Schweinfurt, bei der Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising eine Versuchsanlage für die Sonderkulturen in den Gärtnerdörfern Schwebheim, Gochsheim und Sennfeld angeregt. Eine Antwort steht noch aus.   

Hervorragende Synergien sieht Lang auch durch einen Bericht des Austrian Institute of Technology bescheinigt, der die positive Regulierung der Sonneneinstrahlung auf den Boden, die Reduzierung der UV-Belastung, das Vorbeugen vor Austrocknung und hohem Wasserverbrauch sowie den Schutz vor Hagelschlag herausstellt. 

Dopppelnutzung empfohlen

Bereits im Jahr 2016 hatten britische Forscher die klimatischen Auswirkungen von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen auf den Boden untersucht. Ausgehend von der Annahme, dass die Sonnenenergie immer stärker genutzt und immer mehr Freiflächen-Anlagen als Beitrag zur Energiewende und zur Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen errichtet werden, kamen die Verfasser der Studie zu der Empfehlung einer Doppelnutzung.

Bei ihren Untersuchungen hatten die Lancaster-University und das Lancaster Environment Centre Bodenflächen unter den Solaranlagen mit entsprechenden Kontrollflächen verglichen. Die Menge an Pflanzenbiomasse als auch die verschiedenen Pflanzenarten waren zwischen den Anlagen viel höher als direkt unter den Solarmodulen. Unter den Gründen vermuten die Forscher die um bis fünf Grad niedrigeren Temperaturen unter den Modulen. 

Voraussetzungen im Schweinfurter Land

Für sehr warme und besonders sonnige Regionen (was für das Schweinfurter Land zumindest innerhalb Bayerns zutrifft) sei dies ein interessanter Aspekt, so die Forscher. Im Schatten könnten also nicht nur Schafe grasen, sondern auch Pflanzen angebaut werden, die unter der starken Sonneneinstrahlung nicht gedeihen, besagt der Bericht weiter.

Spannend sei das Thema auch in Regionen, wo Wasser eher knapp ist, was für das regenarme Schweinfurt und sein Umland gilt. Durch den Schatten werde die Verdunstung reduziert, zum anderen könnte das auf den großen Flächen der Module anfallende Regenwasser gesammelt und zur Bewässerung genutzt werden, heißt es in der Studie aus England zu den Grünflächen unter Solaranlagen.  

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