Schweinfurt

Gesundheitsforum: Menschen im Kreis Schweinfurt recht zufrieden

Das Forum der "GesundheitsregionPlus" von Stadt und Landkreis Schweinfurt fand dieses Mal digital statt. Hauptthema war das Ergebnis einer Bürgerbefragung.
Das Gesundheitsforum fand dieses Mal vor Kameras und damit als digitales Format für die Mitglieder statt.
Foto: Nicolas Bettinger | Das Gesundheitsforum fand dieses Mal vor Kameras und damit als digitales Format für die Mitglieder statt.

Die Bürger aus Stadt und Landkreis Schweinfurt sind im Großen und Ganzen zufrieden mit ihrer Gesundheitsversorgung vor Ort, dennoch gibt es Verbesserungspotential. Diese Erkenntnis ergab das zweite Gesundheitsforum der "GesundheitsregionPlus", welcher Stadt und Landkreis Schweinfurt angehören. Das seit Juli 2019 bestehende regionale Netzwerk verfolgt das Ziel, den Gesundheitszustand der Bevölkerung in der Region, gerade im Hinblick auf die gesundheitliche Chancengleichheit, zu verbessern. Nun trafen sich die Mitglieder zu einer digitalen Sitzung, um über die neuesten Entwicklungen zu sprechen.

"Nachdem das Gesundheitsforum 2020 aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte, war es uns nun wichtig, es nicht wieder aufzuschieben", sagte Anja Lehmeyer, Geschäftsstellenleiterin der "GesundheitsregionPlus". Neben Lehmeyer waren auch Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé und die stellvertretende Landrätin Bettina Bärmann ins Landratsamt gekommen, um über Kameras zu den weiteren Akteuren des Netzwerkes, etwa Vertretern aus Politik und dem Gesundheitswesens, zu sprechen.

Institut führte Bürgerbefragung durch

Wichtigstes Thema im Forum war dieses Mal das Ergebnis einer Bürgerbefragung, welche das Netzwerk in Auftrag gegeben hatte und die als Grundlage für die Arbeit der "GesundheitsregionPlus" dienen soll. Dafür hatte das Institut "Inifes" eine Bestands- und Bedarfserhebung durchgeführt, um Strukturen, Befindlichkeiten und Wünsche der insgesamt fast 169 000 Menschen in Stadt und Landkreis zu erfahren. Hierfür wurden 6498 Fragebögen ausgewertet.

Wie Agnes Bergmann vom Institut "Inifes" betonte, zeichne sich künftig eine immer älter werdende Bevölkerung ab. Dieser demografische Wandel werde mit Herausforderungen für das Gesundheitssystem und der Gesundheitsversorgung, aber auch mit der Mobilität in der Region einhergehen.

Unzufriedenheit mit Versorgung durch Kinderärzte

Hinsichtlich des Versorgungsgrads mit Hausärzten in der Region müsse man die Lage differenziert bewerten, da eine ausreichende Verfügbarkeit nicht überall gleich gut gewährleistet sei. So erreiche die Stadt Schweinfurt etwa eine Überversorgung, in Gerolzhofen dagegen liege der Versorgungsgrad nur bei rund 93 Prozent. Dort liege zudem der Anteil der Ärzte, die über 60 Jahre alt sind, teils über der Hälfte, was in Zukunft zum Verlust zahlreicher Arztpraxen führen könnte. Während rund 98 Prozent der Befragten in der Region einen festen Hausarzt haben, trifft das mit Bezug auf einen Kinderarzt auf lediglich zwei Drittel zu.

Laut Ergebnisbericht werde die Versorgung mit Kinderärzten trotz eines hohen Versorgungsgrades insgesamt relativ negativ bewertet. Auch was die Versorgung mit Hebammen angeht, falle die Bewertung eher schlecht aus, vor allem in der Stadt. Hier sind 28 Prozent in der Altersgruppe der 18- bis 45-Jährigen mit dem Angebot unzufrieden, im Landkreis sind es 15 Prozent. Die Diskrepanz zwischen der statistisch guten Versorgungslage durch Hebammen und der subjektiven Unzufriedenheit der Bevölkerung sei ein weiteres Problem. Hier wolle man etwa mit einer Vermittlungszentrale Abhilfe schaffen, so Lehmeyer.

Die Versorgung mit Zahnärzten und vor allem mit Apotheken stillt laut Befragung wiederum über alle Altersgruppen hinweg die Bedürfnisse. Bei Fachärzten sowie der Krankengymnastik/Physiotherapie hingegen würden die Ansprüche der Älteren eher als jene der Jüngeren befriedigt, heißt es in dem Bericht. Ein ähnliches Bild zeige sich auch bei der Verfügbarkeit von Krankenhäusern. Außerdem haben erwartungsgemäß die Befragten aus der Stadt mehr Optionen den Haus-/Allgemein- oder Kinderarzt zu erreichen als die Befragten aus dem Landkreis, für die die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln hierfür kaum eine Möglichkeit darstellt.

Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung insgesamt zufrieden

Letztendlich kommt die Studie dennoch zu dem Ergebnis, dass mehr als zwei Drittel der Bevölkerung aus der Region im Allgemeinen mit der regionalen Gesundheitsversorgung zufrieden ist, die Stadtbewohnenden sind es noch etwas mehr als jene aus dem Landkreis. Insgesamt ist die Bevölkerung in der Region auch recht zufrieden mit den vorhandenen präventiven Gesundheitsangeboten. Am ehesten wird der Wunsch nach einem (niedrigschwelligen) Sportangebot für alle Altersgruppen geäußert.

Neben zahlreichen Aufgabenfeldern, denen sich die "GesundheitsregionPlus" bereits widmet, stellte Geschäftsstellenleiterin Anja Lehmeyer zum Ende der Sitzung noch einige Pläne für das Jahr 2021 vor. Demnach wolle man für die Bereiche Gesundheitsversorgung, Prävention und Pflege weitere Maßnahmen umsetzen. So soll etwa mit Kampagnen die Landarztgewinnung weiter vorangetrieben, die Geburtshilfe, beispielsweise mit einer Hebammensprechstunde, gefördert werden. Auch Themen wie "Laufen gegen Depression", Kindergesundheit und Pflegefachkraftgewinnung stünden weiter auf der Agenda.

Weitere Aktivitäten des Netzwerkes sowie weitere Ergebnisse der Bürgerbefragung sind auf der Homepage gesundheitsregion-schweinfurt.de zu finden.

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