Hergolshausen

Hergolshausen: Weiter Rätselraten über Keime im Trinkwasser

Seit über einem halben Jahr muss das Trinkwasser mit Chlor behandelt werden. Wie lange wird die Chlorung noch nötig sein? Wir fragten RMG-Geschäftsführer Walter Weinig.
Das Wasser im Hochbehälter bei Hergolshausen wird weiter gechlort, weil die Ursache für die Verunreinigung mit coliformen Keimen noch nicht gefunden ist.
Foto: Anand Anders | Das Wasser im Hochbehälter bei Hergolshausen wird weiter gechlort, weil die Ursache für die Verunreinigung mit coliformen Keimen noch nicht gefunden ist.

Es bleibt ein Rätsel: Seit über einem halben Jahr wird nach der Ursache der coliformen Keime im Wasser des Hochbehälters Hergolshausen gesucht. Bis heute ist sie nicht gefunden. Deshalb wird das Trinkwasser für die neun angeschlossenen Gemeinden Waigolshausen, Theilheim, Hergolshausen, Garstadt, Eßleben, Zeuzleben, Mühlhausen, Ettleben und Werneck weiterhin gechlort. Möglicherweise "noch längere Zeit", sagt Walter Weinig, der Geschäftsführer des Wasserversorgers Rhön-Maintal-Gruppe (RMG). 

Im September 2020 hatte man zum ersten Mal Fäkalkeime in einer der beiden Kammern des Hochbehälters gefunden. In der gezogenen Laborprobe von 100 Milliliter Wasser befanden sich drei Enterokokken. Daraufhin war das Trinkwasser gechlort und der Hochbehälter gereinigt worden. Damit glaubte man, das Problem in den Griff bekommen zu haben. Anfang Januar war die Chlorung deshalb schrittweise zurückgefahren worden. Doch bei neuerlichen Kontrolluntersuchungen waren wieder coliforme Keime im Wasser entdeckt worden. Seitdem wird konsequent gechlort und fieberhaft nach der Ursache der Verunreinigung gesucht.

Auch externe Fachkräfte waren bei der Reinigung im Einsatz

"Es laufen umfangreiche Überprüfungen", teilt Geschäftsführer Weinig auf Nachfrage dieser Redaktion mit. Die beiden Kammern des Hochbehälters seien noch einmal komplett geleert, gereinigt und desinfiziert worden. Auch externe Fachkräfte seien im Einsatz gewesen. Nach wie vor aber finde man nicht die Ursache der Verkeimung. Bei der RMG hatte man ja vermutet, dass bei den Sanierungsmaßnahmen am Hochbehälter die Keime in die Kammern gelangt sein könnten. Das Betonbauwerk mit seinen beiden knapp sechs Meter tiefen und 1000 Kubikmeter fassenden Becken stammt aus den 1950er-Jahren und war zwischen Juli und September generalüberholt worden.

Jetzt sollen noch einmal die gesamten Ortsnetze überprüft werden, über die das Trinkwasser in die Haushalte kommt. Obwohl nichts dafür spreche, so Weinig, dass darin Keime gewesen sein könnten. Ausschließen kann die RMG eine Verunreinigung des Brunnens bei Ettleben, aus dem das Wasser gefördert und dann gut fünf Kilometer zum Hochbehälter gepumpt wird. "Dort wird regelmäßig kontrolliert." Auch die Zuleitung zum Hochbehälter sei "sauber".

Bürger sollen Geduld haben

Weinig befürchtet, dass man letztendlich keinen Beweis erbringen könne, wo die Keime herkamen. Weil man auf Nummer sicher gehen will, wird das Trinkwasser deshalb erst einmal weiterhin "leicht dosiert" gechlort. Weinig geht davon aus, dass dieser Status Quo noch bis zum Sommer andauern wird. Denn nach den vergangenen Erfahrungen sei man nun doppelt vorsichtig damit, die Chlorung komplett zurückzufahren.

"Wir wollen keinesfalls mehr ein Abkochgebot erlassen müssen." Er bittet die Verbraucher weiterhin um Geduld. Das Wasser könne unbedenklich genutzt werden. Bestreben der RMG sei es aber, wieder zur ursprünglichen Qualität zurückzukehren. "Wir wollen auf keinen Fall dauerhaft chloren." 

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