Schweinfurt

Jugendarbeit: Spaß auch in Zeiten von Corona

Die kommunale Jugendarbeit in Schweinfurt bietet auch während der Pandemie digitale Treffen, Beschäftigungen und Events an. Was in den Pfingstferien geboten ist.
Auf der Abenteuerwiese, auf der streng abgetrennte Parzellen die Einhaltung der Corona-Regelungen gewährleisten sollen, darf nach wie vor gespielt werden.
Foto: Uwe Friedrich | Auf der Abenteuerwiese, auf der streng abgetrennte Parzellen die Einhaltung der Corona-Regelungen gewährleisten sollen, darf nach wie vor gespielt werden.

Weil Corona Kinder und Jugendlichen besonders hart trifft, war die kommunale Jugendarbeit der Stadt Schweinfurt trotz Lockdowns durchweg aktiv. Es gab Basteltüten für Familien, Durchhalteparolen auf Facebook, Rezepte via Instagram oder Zoom-Bingo, aber auch persönliche Gespräche und Angebote zum Homeschooling.

"Die erste Welle hat uns kalt erwischt, wir waren nicht darauf vorbereitet", erzählt Thorsten Schubert. Er ist kommunaler Jugendpfleger der Stadt Schweinfurt und Sachgebietsleiter für kommunale Jugendarbeit. Durch die geltenden Kontaktbeschränkungen habe man viele Angebote, die sonst vor Ort und persönlich stattgefunden hätten, digitalisieren müssen. Social Media sei hier eine große Hilfe gewesen.

Obwohl man auf die zweite Welle besser vorbereitet war, ist der Sachgebietsleiter davon überzeugt, dass die digitalen Medien auf Dauer keinen vollwertigen Ersatz für persönliche Begegnungen darstellen können. Auch die geltenden Datenschutzrichtlinien sorgten für zusätzliche Schwierigkeiten, da sie die Nutzung gängiger Plattformen einschränken würden. Aus diesem Grund habe man sich im Juni letzten Jahres bemüht, den Betrieb so schnell wie möglich ins Freie zu verlegen.

Gesprächsangebot war sehr gefragt

Doch nach der kurzen Erleichterung im Sommer 2020 habe die zweite Welle die kommunale Jugendarbeit ungleich härter getroffen. "Dieser Winter war sehr lang, dunkel und verregnet. Unser Angebot für (digitale) Gespräche war in der Winterphase sehr gefragt", berichtet Thorsten Schubert. Vor allem für Kinder und Jugendliche, die kein eigenes Zimmer haben, in das sie sich zurückziehen können, sei die Phase des Lockdowns schwierig. Ausgangs- und Kontaktsperre treffe vor allem sozial schwächer gestellte Familien. Durch die Enge und den fehlenden persönlichen Freiraum entstünden Spannungen und Aggressionen daheim. Gerade diese jungen Menschen hätten sich über den Kontakt mit den Mitarbeitern der Jugendeinrichtungen sehr gefreut.

Ein wichtiges und wertvolles Angebot der kommunalen Jugendarbeit ist hier das Homeschooling. Es soll Schülern die Chance geben, fachlich nichts zu verpassen, aber auch die Möglichkeit bieten, aus den eigenen vier Wänden heraus zu kommen. Bei vielen benachteiligten Familien fehle es zuhause an technischen Mitteln wie Drucker oder Computer, weiß Schubert. Die Schüler kämen deshalb in die Einrichtung "JuB" in der Euerbacher Straße. Da der Personalaufwand hierfür sehr hoch sei, könne das Homeschooling aber nicht flächendeckend angeboten werden.

Ein weiteres Problem ist laut Schubert der durch Corona erschwerte Kontakt der Mitarbeiter der kommunalen Jugendarbeit zu den Eltern, um bei Bedarf Hilfestellung leisten zu können. Sollten sich Eltern jedoch in problematischen Lebenssituationen befinden, bestehe nach wie vor die Möglichkeit, sich bei sogenannten Kontakt-Spaziergängen mit dem Fachpersonal der Einrichtungen auszutauschen.  

Feriennotbetreuung auch in den Pfingstferine

Trotz aller Schwierigkeiten gibt es aber auch Grund zur Hoffnung. Zum einen neigt sich der Winter dem Ende entgegen. Damit haben Kinder und Jugendliche auch wieder mehr Möglichkeiten, sich im Freien zu treffen. "Unser Angebot wurde im Winter sehr gut angenommen. Mit der Wetterverbesserung hat die Resonanz nachgelassen." Zudem wird die Feriennotbetreuung auch in den Pfingstferien wieder stattfinden können. Zwölf Euro müssen Kinder aus dem Stadtgebiet zahlen, um von 8 bis 16 Uhr an den verschiedenen Freizeitmöglichkeiten, wie zum Beispiel den "LEGO-Action-Tagen" oder den "WildparkKids", teilnehmen zu können.

Neben dem Spaß im Freien oder dem Bauen neuer Welten werden in den Pfingstferien auch einige Workshops angeboten. Acht- bis 14-Jährige lernen, wie Menschen früher Feuer machten, können ein Buchstabenbild gestalten oder mit Farben experimentieren und Collagen erstellen. Spaß verspricht der Creative Day in der DDC Factory, bei dem man Breakdance und Hip-Hop kennenlernt.

Auch Computernerds kommen beim "Tipp-Training" oder "PC-Pilotentraining" auf ihre Kosten. Besonderes Highlight ist ein Skiken-Workshop, die Sportart ist eine Mischung aus Inlineskaten und Skilanglauf. Höhepunkt des Workshops soll ein Biathlon werden, bei dem man beim Staffellauf mit Lasergewehren auf Zielscheiben schießt.

Hinweis: Fragen zum Ferienprogramm oder zu einem der anderen Angebote können dem Team um Thorsten Schubert per Mail an koja.stadt@schweinfurt.de gestellt werden.

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