Werneck

Kann ein Anreizkonzept Steingärten verhindern?

Wie in manch anderer Gemeinde werden auch in Werneck vermehrt Steingärten insbesondere in Neubaugebieten angelegt. Das Thema auf die Tagesordnung brachte die Grünen-Fraktion mit einem Antrag zur Ausarbeitung einer Freiflächengestaltungssatzung, der im September aber vom Gemeinderat abgelehnt worden war. Die große Mehrheit war der Meinung, die durchaus gewünschten grünen Gärten mit ihren ökologischen Qualitäten nicht auf dem Weg über Vorschriften zu erzwingen, da Gärten Privatsache seien. Außerdem wäre der Verwaltungsaufwand, den eine solche Freiflächengestaltungssatzung mit sich brächte, unverhältnismäßig hoch, lautete der Haupteinwand.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stand nun ein von Matthias Schmittfull unterzeichneter Antrag der CSU-Fraktion zur Diskussion, der bereits im September eingebrachte Vorschläge konkretisiert. Beauftragt werden soll die Verwaltung demnach, ein Anreiz-Konzept für Bauwerber zu erarbeiten, das in künftige Bebauungspläne aufgenommen wird. Genannt werden etwa finanzielle Anreize für eine naturnahe Flächengestaltung oder auch Baumpflanzungen, um "eine grüne Gestaltung voranzutreiben". Verbunden sein könnte dies auch mit der "Schulung des Bewusstseins für die Wichtigkeit des Themas".

Vorschlag stößt auf Kritik

Zu Wort meldeten sich vor allem kritische Stimmen. Peter Kraus meinte, wer einen Steingarten anlegen will, werde das trotz finanzieller Anreize für eine grüne Gestaltung machen. Er sah wenig Nutzen, dafür aber viel Arbeit für die Verwaltung. Warum solle etwas belohnt werden, was eigentlich selbstverständlich sei, wand Norbert Dotzel ein.

Hier werde mit Kanonen auf Spatzen geschossen, meinte Andreas Klenkert mit Verwies auf "vielleicht 40 bis 50" Steingärten in der ganzen Gemeinde. Er sprach sich "eher" für Anreize zur Entsiegelung der Altorte aus. In Neubaugebieten seien Steingärten "in" und hätten in letzter Zeit stark zugenommen, wand Birgit Schmitt ein. Sie sprach sich dafür aus abzuwarten, was die Verwaltung vorschlägt und dann zu diskutieren.

Bei neun Gegenstimmen sprachen sich schließlich 16 Räte dafür aus, die Verwaltung zu beauftragen, "einen Entwurf zur Ausgestaltung eines Anreizsystems zur Anlage ökologisch wertvoller Freiflächen auf privatem Grund" zur Diskussion vorzulegen, wie es im Beschlussvorschlag heißt. Der Entwurf soll "eine Richtlinie mit guten Beispielen" als auch "Regularien für einen finanziellen Zuschuss zur Anlage von Freiflächen im Sinne der Richtlinie" enthalten.

Baugebiet erweitert

Mit dem Satzungsbeschluss zum Abschluss gebracht hatte der Gemeinderat im Mai die Aufstellung des Bebauungsplans "Am Feldkreuz" in Eßleben. Das neue Baugebiet sollte 15 Bauplätzen bieten und liegt am nördlichen Ortsrand und westlich der B19. In der jüngsten Gemeinderatssitzung sprach sich das Gremium bei einer Gegenstimme für eine Erweiterung des neuen Baugebiets um neun weitere Baugrundstücke auf dann 24 aus. Für diese Erweiterung nach Norden hat die Gemeinde bereits ein anschließendes Grundstück erworben.

Grund für die Erweiterung ist die enorme Nachfrage nach Baugrundstücken. Laut Verwaltung sind derzeit 87 Bauinteressenten allein für Eßleben gelistet. Auf den Weg gebracht werden soll die Erweiterung durch die Aufstellung eines Bebauungsplans "Am Feldkreuz II", verbunden mit einer ersten Änderung des Bebauungsplans "Am Feldkreuz". Dies befürwortete der Gemeinderat, ebenso wie den von Architekt Johannes Hahn vorgestellten Planentwurf, mit jeweils einer Gegenstimme.

Die Planung sieht wegen der Baugebietsvergrößerung eine Aufweitung der Erschließungsstraße vor, die jetzt auch einen Gehsteig bekommen soll. Außerdem wird der Lärmschutzwall verlängert und das Regenrückhaltebecken nach Norden verschoben. Vorgesehen ist, das Schmutzwasser aller Grundstücke zentral am tiefsten Punkt des Baugebiets zu sammeln und von dort mittels eines Hebewerks in die Kanalisation zu pumpen.

Steingärten laut Grünordnung unerwünscht

Ansonsten würden die bisherigen Planungen auch für die Erweiterung gelten, erklärte Hahn. In den Festsetzungen der Grünordnung wird ein neuer Passus aber bereits deutlich machen, dass Steingärten ökologisch nutzlos und nicht erwünscht sind, sagte Bürgermeister Sebastian Hauck auf Nachfrage von Peter Kraus.

Nächster Schritt ist eine Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung, die der Rat bei einer Gegenstimme auf den Weg brachte. Die von Peter Kamm angemerkte Dringlichkeit sei bekannt, sagte Bürgermeister Sebastian Hauck. Die Umsetzung des Baugebiets erfolge so schnell wie möglich.

Beschlossen hatte der Gemeinderat im Juli auch die zehnte Änderung des Flächennutzungsplanes des Markts Werneck. Jetzt stimmte der Rat zu, den Beschluss dahingehend zu ergänzen, dass auch das Baugebiet "Am Feldkreuz II" in die Flächennutzungsplanänderung aufgenommen wird. Bei einer Gegenstimme brachte das Gremium außerdem die Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung zur zehnten Änderung des Flächennutzungsplans auf den Weg.

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