Hesselbach

Kein Gestank mehr dank neuer Technik

Wolfgang Bühler erklärte bei der offiziellen Inbetriebnahme des verbesserten Pumpwerks, den Besuchern die Anlage.
Foto: Ursula Lux | Wolfgang Bühler erklärte bei der offiziellen Inbetriebnahme des verbesserten Pumpwerks, den Besuchern die Anlage.

Jahrelang war Madenhausen in aller Munde. Der Anlass war allerdings nicht gerade ein erfreulicher. In Madenhausen stank es erbärmlich. Mit der Umrüstung des Pumpwerks soll das Problem nun gelöst sein.

Das Pumpwerk in Hesselbach ist 2005 gebaut und 2007 in Betrieb genommen worden. Bereits drei Jahre später begannen die Geruchsbelästigungen aus dem Kanal, sie wurden fast jährlich schlimmer. Die Gemeinde habe gemeinsam mit dem Wasserzweckverband Obere Lauer und dem Wasserwirtschaftsamt nach Lösungen gesucht und verschiedene Gegenmaßnahmen ausprobiert. Der einzige dauerhafte Erfolg aber bestand in einer permanenten Berichterstattung über den Gestank nach faulen Eiern in den Medien.

Wolfgang Bühler von der Firma ifa consult, ein Ingenieurbüro für Abwasserdrucksysteme, meldete sich bei Bürgermeisterin Birgit Göbhardt und bot eine Lösung an. Inzwischen läuft die ertüchtigte Abwasserdruckleitung seit geraumer Zeit, und alle Überprüfungen bisher gaben Bühler recht, es stinkt nicht mehr.

Die lange Druckleitung, verbunden mit einer geringen Fließgeschwindigkeit, hatte in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass das Abwasser mehr als zwei Stunden im Kanal verblieb und sich so eine Sielhaut an der Rohrwandung absetzen konnte, die letztlich am Ende der Druckleitung für den Gestank sorgte.

Abwasser fließt schneller davon

Jetzt wurde die vorhandene pneumatische Pumpanlage durch ein hydraulisches Pumpwerk mit Druckluftspülstation ersetzt. Die Druckluft wird mehrmals am Tag impulsartig in die Druckleitung abgegeben, um die Aufenthaltszeit des Abwassers in der Leitung zu reduzieren und die erforderlichen Fließgeschwindigkeiten zu erreichen, damit die Sielhaut entfernt und die Ablagerungen ausgetragen werden. Dadurch, dass sich in den Leitungen kein Schwefelwasserstoff mehr bildet, werden auch die Kanalwände nicht mehr so angegriffen.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt des Umbaus: Die Gemeinde spart voraussichtlich ein Drittel der bisherigen Stromkosten. Die Investitionskosten für die Gemeinde lagen bei einer viertel Million Euro. Allerdings, so Göbhardt, hätte man auch ohne Umbau der Anlage viel Geld in die Hand nehmen müssen, die Maschinen hatten einfach ihr Haltbarkeitsdatum erreicht.

Zusätzlich gibt es einen Beschluss der AOL, die Druckwasserleitung in Madenhausen bis zum Retentionsfilterbecken hin zu verlängern und um den Ort herumzuführen. Diesen aber, so AOL-Vorsitzender Matthias Klement, müsse man nun noch einmal auf den Prüfstand stellen. Denn wenn die Geruchsbelästigung nachhaltig verschwunden seien, bräuchte man diese Verlängerung, die den Abwasserzweckverband 100 000 Euro kosten würde, eventuell gar nicht bauen.

Die Umrüstung auf ein hydraulisches Pumpwerk mit einer Druckluftspülstation ist nun abgeschlossen, die Anlage wurde jetzt offiziell in Betrieb genommen. Damit, so hofft Bürgermeisterin Göbhardt, werde nun die Geruchsbelästigung in Madenhausen endgültig der Vergangenheit angehören.

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