Schweinfurt

Linde Unrein stellt im Kunstsalong aus

20181124_ece_xmas_glizertatos_JB       -  Linde Unrein versteht ihre Werke als Einladung auf Spaziergänge für das Auge. Im Bild das Gemälde „Des Pudels Kern“.
Foto: Johannes Bräutigam | Linde Unrein versteht ihre Werke als Einladung auf Spaziergänge für das Auge. Im Bild das Gemälde „Des Pudels Kern“.

Linde Unrein hat schon als Kind gemalt, war als 16-Jährige in der Stuttgarter Kunstszene unterwegs, hat in einem der dortigen, von akademischen Künstlern betreuten Jugendhäuser die verschiedensten Techniken kennen gelernt. „Am wichtigsten waren jedoch die Gespräche“, sagt sie und erinnert an Joachim Burmeister, der über 30 Jahre die Villa Roma in Florenz geleitet hat.

Daraus entsprang ein „großer Maldrang, eine Mallust“. Statt Kunst zu studieren hat sie sich dann aber doch für den sicheren Beruf der Neurologin, Psychiaterin und Psychotherapeutin entschieden. Wobei sie durchaus Berührungspunkte zwischen beiden Sphären sieht. Nämlich das Hinübergehen in Grenzbereiche. Dabei gibt ihr der Beruf, wie sie sagt, die Fähigkeit, Ängsten und Abgründen standzuhalten.

Das wird auch in der von Iris Muffert-König kuratierten Ausstellung „Körperszenen – Eros in Bedrängnis“ deutlich, die sie vom 16. Oktober bis 26. November im Salong des Kunstvereines in der Kunsthalle zeigt. Dabei geht es ihr um „Leidenschaft, intensive Zuwendung, um die Frage, warum sich manche Menschen mit Leidenschaft, hohem Interesse Dingen außerhalb ihrer selbst zuwenden und manche nicht“.

Ihre großformatigen Bilder zeigen in pastellartig-heiteren Farben Figuren, die frei im Raum schweben, tanzen, laufen und stürzen. „Ihre Werke versteht sie als Einladung auf Spaziergänge für das Auge. Sie provoziert dabei beim Betrachter ganz bewusst eine Form des sanften Voyeurismus, denn ihre Bilder versteht sie als eine stete Form der Daseins-Analyse“, schreibt Andrea Brandl, die Leiterin der Kunsthalle, im Katalog. In der Ausstellung sowie im Begleitprogramm wird insbesondere auf den Entstehungsprozess der Werke eingegangen. Am 22. Oktober hält um 19 Uhr Prof. Heinz Weiß, Leiter der Psychosomatischen Abteilung des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart und Leiter der Ambulanz des Sigmund-Freud-Instituts Frankfurt einen Vortrag „Zum Phänomen der unbewuss-ten Phantasie“. Danach gibt es Diskussion und Künstlergespräch unter der Moderation von Katharina Winterhalter.

Am 15. November um 11 Uhr gibt es unter dem Motto „Ich möchte so gerne ein langes Gedicht schreiben ...“ ein Werkstattgespräch und Lesung aus ihren lyrischen Texten mit Linde Unrein, musikalisch begleitet von Theodor Spannagel am Kontrabass. Linde Unrein steht jeden Donnerstag ab 15 Uhr im Kunstsalong zum Gespräch bereit.

Im Kunstsalong wird für die Dauer der Ausstellung ein Film präsentiert, in dem die Künstlerin ihre Werke erläutert und sich in einem Gespräch den Fragen des Journalisten Karl-Heinz Körblein stellt. Zudem gewährt der Film einen voyeuristischen Blick in ihre Malzelle, so nennt die Künstlerin ihr Atelier. Eine Kurzfassung dieses Filmes ist auf der Homepage des Kunstvereins (kunstverein-schweinfurt.de) zu sehen.

„Körperszenen – Eros in Bedrängnis“. Linde Unrein im Salong des Kunstvereins in der Kunsthalle, 16. Oktober bis 26. November. Vernissage am Donnerstag, 15. Oktober um 19 Uhr. Wegen der coronabedingten Auflagen ist eine Voranmeldung notwendig, per Email unter info@kunstverein-schweinfurt.de oder telefonisch unter (0 97 21) 3 70 18 17.

20181124_ece_xmas_glizertatos_JB       -  Linde Unrein, „Unter der Narzisse“ aus dem Jahr 2019.
Foto: Johannes Bräutigam | Linde Unrein, „Unter der Narzisse“ aus dem Jahr 2019.
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