Schonungen

Schonungen: 15 Millionen Euro für die neue Grundschule

In Schonungen entsteht ein modernes Schulhaus für zwölf Klassen. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Lokales Impfzentrum baldmöglichst in der alten Turnhalle.
Mit viel Glas und einer hellen Fassade soll sich die neue Grundschule in Schonungen in die Umgebung integrieren.
Foto: Büro Holger Philipp | Mit viel Glas und einer hellen Fassade soll sich die neue Grundschule in Schonungen in die Umgebung integrieren.

Der Bau einer neuen Grundschule stand seit Jahrzehnten auf der Wunschliste der Gemeinde. Für die Umsetzung, so berichtet Bürgermeister Stefan Rottmann nach eignen Recherchen, fehlten allerdings die finanziellen Mittel. Jetzt sind alle Planungen abgeschlossen und Schonungen wartet auf den Förderbescheid der Regierung. Für den Neubau wurden 2017 Fördermittel von 78 Prozent für das 15 Millionen teure Bauwerk in Aussicht gestellt.

Seit 2012 verfolgen Verwaltung und Gemeinderat mit Nachdruck den Bau der neuen Grundschule. In dieser Zeit wurden die Voraussetzungen mehrmals geändert. Der Gebäudekomplex bietet nun zwölf Schulklassen Platz, wird mit moderner Klimatechnik ausgestattet und harmoniert mit den baulichen Nachbarn am Schulzentrum.

Marathon an Sitzungen und Besprechungen

"Nach Jahren der Abwägung, Beratung, Entwicklung und Einbeziehung verschiedenster Beteiligter können wir nun eine durchdachte und aus unserer Sicht gelungene Schulhausplanung und Architektur präsentieren", ist sich Bürgermeister Stefan Rottmann sicher. Vorausgegangen war ein Marathon an Sitzungen, Terminen und Besprechungen mit den verschiedensten Akteuren. Rottmann nennt Architekten, Förderstellen und Fachämter, auch Polizei und Feuerwehr waren in Fragen zur Sicherheit und zum Brandschutz involviert. Wie bei Bauwerken dieser Größenordnung üblich, suchte die Gemeinde auch die Expertise von Statikern und Bauphysikern, sowie von Spezialisten aus den Bereichen Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektrotechnik und Freiflächenplanung. In Zeiten der Pandemie fanden diese Treffen häufig in virtueller Form statt, berichtet der Rathauschef.

Baufahrzeuge sind bereits vor Ort, erste Vorbereitungen für den Schulneubau haben begonnen.
Foto: Hans-Peter Hepp | Baufahrzeuge sind bereits vor Ort, erste Vorbereitungen für den Schulneubau haben begonnen.

"Am Schulzentrum" wird  die neue Straße heißen, die zu den vielen neuen Institutionen führt, die am Berg, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturfreundehaus, in den zurückliegenden Jahren entstanden. Das Areal beherbergt den neuen Kindergarten, führt zum beliebten Waldkindergarten der Gemeinde und leitet den Verkehr auch zur Staatlichen Realschule. Die erfolgreichen Ringer bestreiten dort  ihre Wettkämpfe.

Einheit mit Energiezentrale und Hallen

Von Anfang an war das Schulzentrum als Einheit geplant. So wurde auch die Energiezentrale konzipiert, wurden in den Planungen die Übergänge zu den Hallen integriert und die sehr guten Möglichkeiten für den Sport- und Schwimmunterricht berücksichtigt. Eigentlich war für die Großgemeinde nur eine zweizügige Grundschule, also mit acht Klassen geplant, wegen der Zuzüge nach Schonungen und in die Ortsteile mussten die Pläne zwei Mal überarbeitet werden.

Erste Erschließungsarbeiten, wie hier neben der  Turnhalle, wurden schon in Angriff genommen.
Foto: Hans-Peter Hepp | Erste Erschließungsarbeiten, wie hier neben der  Turnhalle, wurden schon in Angriff genommen.

Viel Glas und eine helle Fassade dominieren den Schulneubau, der große Pausenhof bietet Möglichkeiten zum Herumtollen und zum Ausruhen. Auch an die (Mittags-)Verpflegung der Kinder wurde gedacht. Eine moderne Lüftungsanlage ermöglicht besseres Lernen in den Räumen. Regenwasser wird in einem eigenen Becken gefangen und – das ist in Zeiten von Corona allen Beteiligten wichtig – die "digitale Schule" wird es vom Start weg geben.

Leistungsfähige Energiezentrale

Ein Kernelement war auch der Bau der komplexen Energiezentrale, die die Einrichtungen ringsherum in einem Nahwärmeverbund mit ökologischer Wärme versorgt. Verfeuert werden dort überwiegend Hackschnitzel aus dem Gemeindewald. Über 800 000 Euro Bundesmittel erhielt Schonungen für dieses Projekt vor wenigen Jahren. Das neue Heizkraftwerk macht sich bei der Energiebilanz des geplanten Grundschulneubaus äußerst positiv bemerkbar: Der KFW-Standard 55 wird dank eines günstigen Energieprimärfaktors sogar übertroffen, so Stefan Rottmann. Dazu trage auch die geplante 80 KW- Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Schulgebäudes bei.

15 Millionen Euro, so die bisherige Schätzung, wird der Schulneubau kosten, fast 800 000 Euro hat Schonungen bereits in die Infrastruktur investiert, die allen Gebäuden im Areal zugute kommt. Eine Kalkulation, welcher Anteil dem Grundschulbau aufgerechnet werden müsse, scheint kaum möglich.

Baustart im Herbst?

Zwei Jahre wird die Bauzeit betragen, so die Einschätzung von der Gemeinde und dem Planungsbüro von Holger Phillip. Wenn alles gut läuft und die Förderbescheide rechtzeitig eintreffen, könnte im Spätsommer oder im Herbst 2021 mit dem Bau begonnen werden. Die nahe Schwimmhalle kann ihre Pforten wieder öffnen, sobald es die Pandemieregeln erlauben. Und für die alte Grundschule wurde ein Ideenwettbewerb abgeschlossen, das Gebäude und der nahe Bolzplatz werden überarbeitet. Und sobald es es möglich ist, öffnet die Gemeinde in der alten Turnhalle ein lokales Impfzentrum, die notwendigen Voraussetzungen erfüllt die Halle.

Auf dem Umgebungsplan ist zu ersehen, wie sich die neue Grundschule (grau) in die Umgebung einfügt. Links davon die Realschule, die Schwimm- und die Turnhalle. 
Foto: Gemeinde Schonungen | Auf dem Umgebungsplan ist zu ersehen, wie sich die neue Grundschule (grau) in die Umgebung einfügt. Links davon die Realschule, die Schwimm- und die Turnhalle. 
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