Schweinfurt

Schweinfurter Kultursommer: Kreativer Jazz und ein Votum gegen Hass und für die Liebe

Schön, wenn auch das Wetter mitspielt. Unter perfekten Bedingungen stellten Sängerin Norisha und Band auf dem Schweinfurter Kultursommer ihr Programm „Stand for Love“ vor.
Soul, Jazz und Gospel mit Norisha und Band gaben dem lauen Sommerabend in Schweinfurt eine wunderbare Note.
Foto: Lamber Josef | Soul, Jazz und Gospel mit Norisha und Band gaben dem lauen Sommerabend in Schweinfurt eine wunderbare Note.

Ein leuchtender Himmel in Cyanblau mit weißen Wolken, frische Sommerluft, die die Wärme des Tages noch gespeichert hat und der Klang von unangepasster Jazz-Musik, die sich der Harmonie des Abends herausfordernd gegenüberstellt – all das durften die Gäste vergangenen Freitag bei einer der letzten Veranstaltungen des Schweinfurter Kultursommers auf dem Kessler Field erleben. Mit akustischem Folk, Rock und Blues eröffnete das Paul Simpson Project den Abend, um dann von jazzig-souligen Klängen der Band Norisha abgelöst zu werden.

Wie sehr Live-Musik von Künstlern und Publikum gleichermaßen vermisst wurde, zeigt sich an diesem Abend deutlich in der gespannten Erwartung der Zuschauer und dem Spaß, den alle Künstler auf der Bühne haben. Der Schweinfurter Kultursommer ist ein Projekt, das 2021 den Neustart der Kultur unterstützen sollte und vom 10. Juli bis zum 12. September verschiedenen Veranstaltern eine Bühne auf dem Kessler Field zur Verfügung stellte.

Mitwirkende sind der KulturPackt für Schweinfurt e.V., die Kulturwerkstatt Disharmonie, die Agentur L19 GmbH, die Bläserphilharmonie Schweinfurt, die Musikschule Schweinfurt und die Dancefloor Destruction Crew (DDC). Ergebnis ist ein buntes Programm mit möglichst großer Vielfalt an künstlerischen Auftritten. Das besondere Schmankerl? Da es sich um Open-Air-Veranstaltungen handelt und bei den Sitzplätzen Abstand gewahrt werden kann, fallen sowohl die Maskenpflicht als auch die 3G-Regel weg. Dieser Umstand verleiht dem Konzert die Stimmung einer Kulturveranstaltung der Vor-Pandemiezeit.

Das 'Simpson Project' eröffnete den Abend und das Konzert auf dem Kessler Field. Die einmalige Stimme von Jennifer Simpson streichelte sanft die Zuhörer. Und dies immer mit einem Lächeln im Gesicht.
Foto: Lamber Josef | Das "Simpson Project" eröffnete den Abend und das Konzert auf dem Kessler Field. Die einmalige Stimme von Jennifer Simpson streichelte sanft die Zuhörer. Und dies immer mit einem Lächeln im Gesicht.

Als das Paul Simpson Project, bestehend aus der Sängerin Jennifer Simpson und Bernd Paul, loslegt, sieht man die Zuschauer auf ihren Plätzen zum Takt der Musik mit wippen. Viele Songs drehen sich um die Romantik der Natur, da hört man von mit dem Regenmacher untermalten "thunder storms on a July night" oder von Trommeln begleitet "nature seems to play her drums for us".

Regenlieder an einem lauen Sommerabend

Speziell in den wuchtigen Tiefen und bei dem Einsatz zahlreicher Instrumente, zeigt sich das Können der Künstler. Dabei vergisst man oft, dass der Band-Sound von nur zwei Personen kreiert wird. Als es mit "Summer Rain" erneut um ein Regenlied an einem lauen Sommerabend geht, meint auch Jennifer Simpson augenzwinkernd: "Geben Sie uns nicht die Schuld, jetzt kommt schon wieder ein Regenlied. Sollte es tropfen, wir sind’s nicht gewesen!" Doch das Wetter hält auch während der Cover Songs von "Purple Rain", "Nothing Else Matters" oder "Zombie", bei denen dann auch die letzten im Publikum mitsummen können.

Norisha hatte das Publikum auf dem Kessler Field gut im Griff - und forderte es zum Mitsingen auf.
Foto: Lamber Josef | Norisha hatte das Publikum auf dem Kessler Field gut im Griff - und forderte es zum Mitsingen auf.

Als die Sängerin Norisha Campbell auf die Bühne kommt, ist der Abend einer lauen Sommernacht gewichen, die Lichter der Bühne leuchten in warmem Orange und die volle samtige Stimme der Künstlerin beeindruckt gleich in den ersten Tönen. Doch auch ihre Band, die die 40-Jährige zu Beginn musikalisch vorstellt, muss nicht hinter ihrer Frontfrau zurückstehen.

Mit faszinierenden Soli spielen sich die Bandmitglieder gegenseitig ihre Momente im Rampenlicht zu. Sowohl Harald Scharf am Kontrabass, als auch Jan Eschke am Keyboard, Stephan Staudt am Schlagzeug und Michael Vochezer an der Gitarre zeigen ihr Können an ihren Instrumenten. Norisha Campbell erklärt zu Beginn kurz, dass alle Texte der folgenden Songs von ihr geschrieben und von Harald Scharf komponiert wurden und dass – wie im Jazz üblich – musikalisch improvisiert wird.

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Diese Improvisationen sind es, die die Musikrichtung Jazz so einzigartig machen. Ist doch der Jazz eine wunderbare Möglichkeit Regeln zu brechen, kreativ zu werden und der Musik so Leben und Herz einzuhauchen. Wie viele Jazz-Sänger, startete auch Norisha Campbell ihre Gesangskarriere in der Kirche. Wie wohl und beheimatet sie sich im Gospel fühlt, zeigt sie in Songs wie "Thank you, Lord". Aber auch in anderen Liedern, wie zum Beispiel "Ain’t gonna let nobody take my joy away" wird der Einfluss der Gospel-Musik auf ihre Performance deutlich.

Die Herausforderungen des Lebens in Musik verpackt

Inhaltlich können sich in ihren Texten alle wiederfinden: Es geht um die Herausforderungen des Lebens, um das menschliche Miteinander und natürlich um die Liebe und all die Emotionen, die damit verbunden sind. Mit ihrer Zugabe "Take a stand for Love" vermittelt sie eine Botschaft, die in dieser und wahrscheinlich zu jeder Zeit besondere Gültigkeit hat: "Wir alle tragen in uns Licht und Liebe. Wenn Liebe da ist, geht der Hass weg. Wenn Licht da ist, geht die Dunkelheit weg."

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Konzerttermine für beide Gruppen finden sich auf den jeweiligen Homepages der Bands: www.psp-music.com & http://norisha.de

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