Schweinfurt

Schweinfurts Stadttauben: Warum nur die Taubenhilfe füttern darf

Die Debatte um die Frage, ob die Stadttauben während der Corona-Pandemie gefüttert werden sollen, ist verzwickt. Warum das Fütterungsverbot grundsätzlich weiter gilt.
Tauben an der Gutermann-Promenade am Main. Dort darf wegen der Vogelgrippe im Moment nicht gefüttert werden.
Foto: Alfred Schott | Tauben an der Gutermann-Promenade am Main. Dort darf wegen der Vogelgrippe im Moment nicht gefüttert werden.

Die Fronten in der Diskussion über die Frage, ob und wenn ja wie man den Stadttauben in Schweinfurt helfen kann, sind verhärtet. Das zeigt sich nicht nur an den Diskussionsbeiträgen in den Sozialen Medien oder Leserbriefen an die Redaktion zum Thema, sondern auch im wirklichen Leben.

Am Wochenende wurden Mitglieder der Stadttaubenhilfe "White Angels" beim Füttern auf dem Martin-Luther-Platz von Passanten nach eigener Aussage beschimpft dafür, dass sie Tauben fütterten. Außerdem habe es einen Vorfall mit einem Auto gegeben, das in Richtung Tauben gefahren sein soll und dabei auch andere Passanten gefährdet haben soll. Laut Stadttaubenhilfe wurden die Vorfälle bei der Polizei angezeigt.

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Zu Grunde liegt offenbar ein Missverständnis, das die Vorfälle erklärt, aber nicht rechtfertigt. In der Überschrift der Samstags-Ausgabe dieser Redaktion stand, dass das Füttern der Tauben in der Stadt verboten bleibt. Umweltreferent Jan von Lackum bekräftigte die Korrektheit dieser Aussage auf Nachfrage noch einmal: Grundsätzlich gibt es nach wie vor in der Innenstadt Schweinfurts ein Verbot Tauben zu füttern.

Ausnahme vom Fütterungsverbot ausschließlich für die Taubenhilfe

Gleichwohl hat die Stadtverwaltung für die Stadttaubenhilfe eine Ausnahme genehmigt und dieser das Füttern erlaubt. Das entspricht auch dem Beschluss in der Stadtratssitzung, der allerdings mit 8:7 Stimmen sehr knapp war. Ursprünglich wollte die Stadt eine Fütterungsmöglichkeit während der Corona-Pandemie am Main an der Bootsschleuse einrichten, wie es Adi Schön (Freie Wähler) vorgeschlagen hatte.

Das ging aber nicht, da dort im Moment ein Fütterungsverbot wegen der Vogelgrippe gilt. Deshalb kontaktierte das Ordnungsamt die Stadttaubenhilfe und man einigte sich darauf, dass am Martin-Luther-Platz gefüttert werden darf. Die offizielle Genehmigung dafür ist mittlerweile ausgestellt, so Jan von Lackum. Außerdem tragen die HelferInnen der Stadttaubenhilfe entsprechende Westen.

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Die Vorfälle, wenn sie sich so zugetragen haben wie geschildert, verurteilt der Umweltreferent. Er betont, dass es diese Ausnahme nur für die Stadttaubenhilfe gebe. Von Lackum verweist aber auch darauf, dass er im Stadtrat davor gewarnt habe, das Fütterungsverbot zu lockern, denn es sei den Bürgern schwer zu vermitteln, warum man am Marktplatz oder in der Spitalstraße Strafe zahlen muss fürs Füttern, am Martin-Luther-Platz aber ein bestimmter Personenkreis nicht.

Suche nach Standort für Taubenschlag in der Innenstadt

Von Lackum hat zugesagt, in den nächsten Monaten einen Standort für einen betreuten Taubenschlag zu finden und mit der Stadttaubenhilfe ein Konzept zu erarbeiten, wie der Schlag betreut wird. Ulrike Schneider (Zukunft./ödp) – auf deren Initiative fünf Parteien den Antrag eingereicht hatten, einen Taubenschlag zu bauen, das Fütterungsverbot während der Pandemie zu lockern und die Taubenhilfe finanziell zu unterstützen – betont, dass aus ihrer Sicht der Taubenschlag nach dem so genannten Augsburger Modell die beste Lösung sei.

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Derartige betreute Schläge gibt es in Gerolzhofen und Würzburg. "Alleine in Würzburg konnten im vergangenen Jahr 2000 Taubeneier durch Gipseier getauscht werden", so Schneider. Daran könne man sehen, dass ein Taubenschlag ein guter Weg sei, die Population zu kontrollieren. Jan von Lackum bittet in dem Zusammenhang auch Bürger mit Liegenschaften in der Stadt, sich zu melden, wenn sie bereit wären einen Taubenschlag auf ihrem Dach bauen zu lassen. Die städtischen Gebäude in der Innenstadt wie das Rathaus werde man ebenfalls noch mal auf Tauglichkeit prüfen.

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